Montag, 9. Mai 2011

Der Kreuzungsbereich B10 / Koßmannstraße wird ausgebaut - zwei Gebäude müssen weichen


In dieser Woche wird der Bauausschuss des Eppelborner Gemeinderates voraussichtlich auch formal den Ausbau des stark frequentierten Kreuzungsbereiches Rathausstraße / Kirchplatz / Koßmannstraße in die Wege leiten und eine entsprechende Vereinbarung mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen beschließen.

Ziel ist es, die Verkehrssituation in diesem Bereich signifikant zu verbessern, indem eine Linksabbiegespur gebaut und eine Ampelanlage installiert werden.
Ein Verkehrskreisel (eine Lösung die mir sehr gut gefallen hätte) ist nach Ansicht der Bau- und Verkehrsexperten in diesem Bereich nicht realisierbar.

Leider muss das alte Weisgerber-Haus, das früher die Marien-Apotheke und zuletzt den Buchladen "LITERAtur" beherbergte, dem Ausbau des Kreuzungsbereiches weichen.
Auch das Nachbargebäude (Kirchplatz 4) wird abgerissen. 
Beide Gebäude befinden sich mittlerweile im Eigentum der Gemeinde.


Wie bereits im Juli vergangenen Jahres im EppelBlog zu lesen war, wird mit dem Weisgerber-Haus ein weiteres markantes Gebäude aus dem Ortsbild verschwinden.
Das ist schade. Der Abriss scheint jedoch unvermeidlich, wenn man die Verkehrssituation wirklich nachhaltig entschärfen will.
Nun zu sagen, dass erneut alte Bausubstanz dem Verkehr geopfert werde und das Erscheinungsbild des Eppelborner Ortskerns leide, ist allerdings zu kurz gesprungen, denn der Abriss bietet auch optisch neue Chancen: 
Mit ein wenig gestalterischer Kreativität kommt der Blick auf unsere Pfarrkirche St. Sebastian besser zur Geltung - schließlich wird mit den alten Gebäuden auch eine Einschränkung des Blickfeldes beseitigt.
Dass außerdem die gefährliche Situation am Fußgängerüberweg Kirchplatz entschärft wird, sollte ebenfalls auf breite Zustimmung stoßen.

Das Datum des Baubeginns steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. 
Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 soll die gesamte Baumaßnahme voraussichtlich abgeschlossen sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass mit dem Abriss der beiden Gebäude noch in diesem Jahr begonnen wird.

Kommentare:

  1. Ich finde es schlimm, wie Eppelborn immer mehr verschandet wird.
    Wenn man wie ich nach Jahren wieder nach Eppelborn kommt, kennt man sich jetzt schon nicht mehr aus.
    Einfach schade.

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  2. Da bin ich gänzlich anderer Ansicht. Eppelborn hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich städtbaulich weiterentwickelt.
    Und das in positivstem Sinne!

    Die Beispiele sind sichtbar.
    Um nur einige zu nennen:
    In den 80er Jahren wurde der gesamte Marktplatz und dessen Umfeld gestaltet.
    Das baufällige Kulturhaus wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends durch den Big Eppel ersetzt - ein Gebäude, das interessante Fachgeschäfte beherbergt und in dem ein herausragendes, außergewöhnliches Kulturprogramm geboten wird. In Eppelborn gastieren seither Künstler und Comedians, die ansonsten nicht einmal Notiz von unserer Gemeinde genommen hätten.

    Dort wo einst das völlig heruntergekommene Kino stand, gibt es jetzt betreutes Wohnen in ansprechendem Ambiente, das ehemalige Kloster wurde architektonisch anspruchsvoll zu einem modernen Seniorenheim umgebaut, das alte Gebäude wurde erhalten und perfekt integriert.
    Bei uns können auch die älteren Menschen noch dort leben, wo das öffentliche Leben stattfindet - im Herzen unserer Gemeinde. Das ist keineswegs überall so.

    Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen - auch in den anderen Ortsteilen.
    Ich kann ihre Ansicht beim besten Willen nicht teilen - ganz im Gegenteil. Eppelborn ist eine attraktive und moderne Wohngemeinde.

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  3. An die betroffenen Gewerbetreibende denkt wieder keiner,während der Bauphase.Die Kunden meiden sicherlich,bedingt durch den Ampelverkehr,den Standort Eppelborn.Hut ab Gemeinde

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  4. Auch hier, lieber anonymer Kommentierer, kann ich ihre Auffassung nicht teilen.
    Im Gegenteil:
    Nur Stillstand ist Rückschritt. Wer die Kreuzung kennt, weiß, wie groß die Verkehrsprobleme derzeit sind.
    Vor allem am späten Nachmittag ist es schier aussichtslos, von Habach kommend in die Rathausstraße abbiegen zu wollen.
    Die Straßenbauverwaltung hat bereits weitaus größere Bauprojekte realisiert, ohne dass es zu chaotischen Zuständen kam. Das wird auch jetzt funktionieren.

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  5. Oh Alwin!

    Also ganz ehrlich, hör den besorgten Bürgern mal zu und geb net immer Gegenbeispiele,die total sinnlos sind! Man kann doch net immer alles mit der rosaroten Brille sehen! Es wird Beeinträchtigungen geben und so viel verkehr ist dort gar net! Hier verwirklichen sich wieder Politiker und sonst bringt das keinem wirklich was!

    Gruss

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  6. Immer schade, wenn jemand nicht zudem steht, was er schreibt und seinen Namen weg lässt.
    Dass ich nicht zuhöre stimmt nicht - sonst gäbe es diesen Blog nicht, der in aller erster Linie Transparenz schaffen und informieren und auch als Diskussionsplattform dient.
    Wünschenswert wäre allerdings auch für mich, wenn Diskussionen mit offenem Visier geführt würden.

    Fakt ist, dass die Fahrzeuge sich nicht selten bis in den Ampelbereich und darüber hinaus stauen - erst gestern gegen 17 Uhr konnte man das eingehend beobachten.
    Verkehrsbehinderungen gibt es schon jetzt jeden morgen und jeden Nachmittag - ganz ohne Baustelle. Und dafür benötige ich keine rosarote Brille sondern nur ein wenig Objektivität, mein eigenes Erleben und ein Blick in die Verkehrsflussdiagramme meines ehemaligen Arbeitgebers LfS.

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  7. Lieber Alwin,

    diese Anonymität ist nicht böse gemeint, aber je nachdem welche Meinung man hat wird man von manchen Menschen dafür gesteinigt und deswegen macht man so etwas anonym.

    Ich verfolge deinen Blog schon sehr lange und lese ihn gerne. Vor allem bekommt man von Dingen zu hören, die man auf Grund von eigenen Zeitdefiziten gar nix gehört hätte. Also dafür Daumen hoch!

    Aber ich stelle immer wieder fest, dass du einfach sehr sehr überzeugt von vielen Dingen bist und diese in der Regel nie selbst kritisch hintefragst, wie man das bei anderen erfolgreichen Bloggern gerne sieht.

    Es kann doch nicht sein, dass du das Argument eines wohl Gewerbetreibenden (Aussage stammt nicht von mir) einfach von der Hand weist. Diese Menschen haben nun mal berechtigte Angst, wenn es um solche Dinge geht. Das sind leider keine unkündbaren Beamte, die jeden Monat pünktlich ihr Geld auf dem Konto haben. (sorry für die Anspielung)

    Das sind Menschen, für die solche Dinge Auswirkungen haben werden, und das haben sie. In der Geschäftswelt zählt nun mal fast nur Punkt, und der ist "Lage, Lage und nochmal Lage"! (wenn man nicht Aldi oder LIDL heißt oder das Rad neu erfunden hat)Hierüber werden sich in der Regel keine Gedanken macht, was das Gewerbe immer mehr aus den Ortschaften treibt. Wenn man solche Dinge nicht beachtet wird vielleicht ein zweites Lebach aus dem Ortskern von Eppelborn!

    Des Weiteren fahre ich die Strecke wirklich sehr oft und hatte noch nie größere Beeinträchtigungen. Wenn ich Eppelborner bin, dann fahr ich halt ne Schleife über die Hellbergstraße und dann passt das aus Habach kommend auch alles wieder.

    Die Investition steht nun mal leider nicht in einem Verhältnis. Hier geht es nicht um Verkehr, sondern um gemeindebauliche Verschönerungen! Das ganze steht leider nun man in keinem Verhältnis, vor allem weil der angekaufte Wohnraum auch sinnvoller genutzt werden könnte, als einfach abgerissen zu werden.

    Hier streiten sich nun mal die Geister!

    gruss (sorry wieder nur anonym)

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  8. Dank für das Kompliment zu meinem Blog, der wie Beispiele zeigen - durchaus auch manchen Dinge kritisch hinterfragt.
    Dass dies nicht stetig der Fall ist hat damit zu tun, dass viele Blogeinträge erst nach einem gereiften Prozess des Nachdenkens erfolgen.
    Mit dem Kreuzungsausbau B10 / L300 beispielsweise - der ja in diesem Blogpost thematisiert wird - beschäftige ich mich in unterschiedlicher Weise bereits seit mehr als 20 Jahren.
    Aus meiner Zeit als Mitarbeiter beim damaligen Staatlichen Straßenbauamt bzw. Landesamt für Straßenwesen sind mir auch Fakten der Verkehrsbelastung im Eppelborner Ortskern zudem bestens bekannt.
    Ich kann dir versichern, dass tatsächlich die Lösung der Verkehrsprobleme im Vordergrund steht, nicht die Dorfverschönerung.
    Und so ungern ich schon wieder widersprechen mag: An freiem Wohnraum mangelt es entlang der B10 mitnichten. Im Gegenteil: Immer mehr Gebäude stehen leer und sind trotz eines engagierten Förderprogramms nahezu unverkäuflich.

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  9. Übrigens - ich bin dankbar für jeden Kommentar.
    Auch wenn ich oft versuche, Bedenken auszuräumen und meine Sicht der Dinge darzustellen: Ich nehme alle Bedenken ernst und diskutiere sie sowohl mit meinen (politischen) Freunden als auch mit vielen Verantwortungsträgern.
    Und ich lasse mich durchaus bei guten Argumenten auch überzeugen. Jeder Kommentar trägt zu einer Meinungsbildung bei - und manchmal kann ein zweiter Blickwinkel auch die Sicht der Dinge gravierend verändern.

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  10. Wow, da werden aber harte Bandagen aufgefahren und dann noch anonym. Bewundernswert Alwin, wie fair und sachlich du darauf eingehst.

    Ich kann einige der Argumente nachvollziehen, andere wiederum gar nicht.

    Ich finde es auch super schade, dass noch ein Ortsbildprägendes Haus abgerissen wird.

    Hätte man besser geplant, dann müsste jetzt nicht schon wieder ein schönes altes Gebäude weichen, sondern man hätte vielleicht das grottenhässliche Ärztehaus erst gar nicht gebaut. Aber es nutzt nichts, über verschüttete Milch zu jammern.

    Ich habe auch nie verstanden, warum wir uns ein derart großes Kulturzentrum leisten müssen (eine Nummer kleiner hätte es auch getan) und das Little Eppel war meiner Meinung nach so unnötig wie ein Kropf. Aber jeder von uns hat doch die Möglichkeit in den Gremien mitzuarbeiten, sich im Ortsrat zu engagieren oder einfach nur den Mund aufzumachen. Aber nur jammern und meckern, aber selbst nichts tun, sehr schade. Nun kann ich das ja, im Falle der anonym kommentierenden nicht wirklich beurteilen, denn da es ja anonym ist, habe ich überhaupt keine Ahnung über deren politisches oder wie auch immer geartetes Engagement ;-).

    Zu den Leuten die Eppelborn wegen des Ampelverkehrs meiden, da hatten wir aber in den letzten Jahren ganz andere Herausforderungen zu stemmen und längere Ampelphasen. Und das Umgehen dieser Kreuzung durch die Benutzung der Hellbergstrasse, sorry aber was für ein abstruses Argument ist das denn. Dann verlagern wir sehr viel Verkehr in die Strassen durch die alle Eppelborner Schulkinder gehen müssen, die zugeparkt und teilweise sehr eng sind. No way. Diese Kreuzung ist eine Katastrophe, und sie sollte wirklich entzerrt werden.

    Und dann auch noch das Argument über die unkündbaren Beamten, wer hat denn den Geschäftsinhabern verboten beim Staat anzuheuern? Ja die Zeiten sind hart, für ganz viele von uns, für Geschäftsinhaber und Unternehmer und wir leben in wirklich schwierigen Zeiten, aber andere wegen ihres Status anzugreifen, und das auch noch anonym, das finde ich persönlich mies.

    Aber klar, ich hatte vergessen, man wird ja gesteinigt, wenn man zu seiner Meinung steht.

    Wie schön, dass dann doch noch ein anonymes Lob abgefallen ist, denn das hat dein Blog, das ich auch sehr schätze, wirklich verdient.

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