Montag, 30. April 2012

Zwangs-Kita vs. Herdprämie

Den Überbietungswettstreit in sozialistischer Zwangsbeglückung, den die etablierten Parteien derzeit aufführen, quittieren immer mehr Beobachter nur noch mit einem Kopfschütteln.
Doch das ist zuwenig.
Langsam sollte diesem unseligen Schauspiel mal jemand Einhalt gebieten.
Zwei Möglichkeiten bieten sich an den kommenden beiden Sonntagen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen.

Vor allem den Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW kommt dabei seit diesen Tagen eine Schlüsselrolle zu:
Die Menschen können entscheiden, ob ihre Kinder zukünftig in Zwangskitas und Ganztagsschulen kaserniert werden sollen oder ob sie - gerade auch im ländlichen Raum - auch in Zukunft noch die Freiheit haben dürfen, mal draußen zu spielen.
Spielen, ohne dass ihre Kindheit bereits komplett verplant wird.
Der Autor, Publizist und Pädagoge Martin R. Textor prangert in seinem Online-Handbuch Kindergartenpädagogik nicht ohne Grund an, dass Kinder immer stärker normiert, pathologisiert, kaserniert und programmiert werden.
Dass mit dieser Hannelore Kraft dabei ausgerechnet die Ministerpräsidentin am weitesten die Klappe aufreißt, deren Land mangels Kita-Plätzen die mit Abstand niedrigste Betreuungsquote vorweist, ist eine Lachnummer.
Zu faul oder zu unfähig sein, das Recht auf einen Kita-Platz zu realisieren - aber dann einen Kita-Zwang zu fordern... 
Das ist schon sehr dreist.
Deshalb: Röttgen übernehmen Sie!


(Übrigens wären wir auch im Saarland schon bedeutend weiter, wenn nicht ausgerechnet die Landeshauptstadt Saarbrücken und ihre OB'in Charlotte Britz die Entwicklung total verschlafen hätten. In Eppelborn sind wir jedenfalls schon deutlich weiter").
Eltern brauchen Betreuungsangebote. Dringend.
Eine Zwangskita allerdings brauchen sie nicht.

Doch auch das von der CSU gewünschte Betreuungsgeld kann nicht der Weisheit letzter Ratschluss sein - auch wenn es mir politisch immer noch lieber wäre, als eine Kita-Pflicht für Kleinkinder.
Denn bei Lichte betrachtet, soll in bester sozialistischer Manier wieder einmal Geld verteilt werden, das entweder auf Pump oder durch überhöhte Steuern in der Staatskasse gelandet ist.
Dass ausgerechnet die CSU diesem Unsinn das Wort redet, überrascht vor diesem Hintergrund.
Würde der Mehrwertsteuersatz für Windeln und andere Produkte für Kinder auf den Steuersatz für Hundefutter reduziert, wäre vielen Eltern sicherlich besser und nachhaltiger geholfen.
Aber das kriegt - entgegen vollmundiger Ankündigungen - ganz offensichtlich keiner hin.


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