Samstag, 19. Mai 2012

Wenige Tage vor der Eppelborner Pfingstkirmes: Der Grandseigneur der saarländischen Schausteller ist tot.

Unsere saarländischen Schausteller und die Eppelborner Bürger haben einen ganz besonderen Bezug zueinander. Diese Nähe und Verbundenheit verkörperte ein Mann in ganz besonderem Maße:
Georg Spangenberger.
Wenige Tage nach seinem 92. Geburtstag und unmittelbar vor der Eppelborner Pfingstkirmes verstarb der tief in unserer Gemeinde verwurzelte Grandseigneur der saarländischen Schausteller 
Am 7. Mai 1920 waren die Eltern von Georg Spangenberger auf Tour – auf der Mai-Kirmes in Eppelborn. 
Damals fand die beliebteste Kirmes im Illtal noch am ersten Wochenende im Mai statt, erst 1935 beschloss der Gemeinderat von Eppelborn, die Kirmes auf die Pfingstfeiertage zu legen. 
Julius Backes, damals Gastwirt der heutigen „Alten Mühle“ in der Prümburgstraße, bot mit seiner Frau der Familie Spangenberger ein Fremdenzimmer an – und Georg wurde am 7. Mai des Jahres 1920 in diesem Haus, mitten im Herzen Eppelborns, geboren.
Da der für das Baby vorgesehene Taufpate jedoch zuvor tödlich verunglückt war, erklärte sich der Eppelborner Julius Backes bereit, die Patenschaft für den kleinen Georg zu übernehmen. 


Georg Spangenberger (links im Bild) bei der Feier seines 90. Geburtstages vor zwei Jahren mit dem Eppelborner Ortsvorsteher Berthold Schmitt (Bildmitte) und dem Platzmeister 
der Eppelborner Pfingstkirmes Rudi Busch (rechts im Bild).



In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde natürlich noch ein wenig anders Kirmes gefeiert als heute:
Die Schaustellerfamilie Spangenberger spielte damals Kasperle-Theater für die Kinder und veranstaltete Box-Kämpfe, bei denen nicht selten auch junge Eppelborner Heißsporne ihr Glück versuchen und den Mädels imponieren wollten.
 
Später erweiterte die Familie Spangenberger ihr Kirmesangebot zunächst um Schiffsschaukeln, nach dem 2. Weltkrieg wurden moderne Fahrgeschäfte wie die „Himalaya“ präsentiert, dann folgten eine schnelle Schlitten- und eine Raupenbahn, die eine Überdachung bei der Fahrt hochfuhr - zur damaligen Zeit kirmestechnische Meisterwerke. 
Georg Spangenberger wuchs heran,  lernte seine Frau Lena kennen und lieben, die Heirat und die Geburten von drei Söhnen und einer Tochter folgten.
Auch die Kinder setzten die Schaustellertradition fort:  Für jeden der  Söhne musste eine Schlittenbahn her, es folgte der „Musik-Express“, der auch in diesem Jahr in Eppelborn sein wird und schließlich der „Taiga-Jet“, bei dem sich die Gondeln bei der Fahrt hängend drehen.
Bis zum vergangenen Jahr war Spangenberger regelmäßiger Teilnehmer beim "Wutze-Umzug" des Prümburger Bürgerclubs und gerngesehener Gast beim anschließenden Essen.


Nun hat sich für Georg Spangenberger der Kreis geschlossen. Ein ereignisreiches Leben, das einst anno 1920 zur Kirmes in Eppelborn begann, ging heute, wenige Tage vor der Kirmes 2012, zu Ende. 
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen von Georg Spangenberger - eine Familie, der sich auch unser "Eppelborner Kirmesvater", Ortsvorsteher Berthold Schmitt, eng verbunden fühlt.


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