Samstag, 30. Juni 2012

Das Ende des saarländischen Kohlebergbaus.

Nach 250 Jahren endete heute mit einem Festakt und einer Mettenschicht der Kohlebergbau im Saarland.
Über das Für und Wider wurde viel diskutiert.
Doch alle Worte sind gewechselt. 
Die Entscheidung ist gefallen.
Mit dem heutigen Tag geht eine Ära zu Ende.
Die Geschichte des Saarlandes ist untrennbar mit dem Bergbau verbunden.
Sie wäre ohne die Saarkohle anders verlaufen.
Bald werden nur noch Traditionen und Ausstellungen sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Relikte an diesen einst mächtigsten Wirtschaftszweig an der Saar erinnern. 
Bergehalden, Fördertürme, Maschinenhallen - sie werden dauerhafte Zeitzeugen sein.

Den Bergleuten sollte unser Dank gelten.
Ganz besonders heute.
Allen Bergleuten und ihren Angehörigen von ganzem Herzen:
Alles Gute und Glück Auf.


Die Grube Ensdorf ist der Hauptstandort des Bergwerks Saar. 
Hier wurde die letzte saarländische Kohle gefördert. 
Und hier fand heute auch der Festakt zum Bergbauende im Saarland statt.

Der Förderturm der Grube Reden


Leerstehende Halle auf dem Grubengelände Reden

Ein kleines Stück persönliche Geschichte:
Saarbergwerke AG - 
Mein erster Ausbildungsvertrag 1984
für den Beruf des Bergmechanikers

Freitag, 29. Juni 2012

Der Lotse geht von Bord - der Eppelborner Gemeinderat tagte zum letzten Mal unter der Leitung von Fritz-Hermann Lutz

Gestern fand in Eppelborn die letzte Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz statt.
28 Jahre lang hat er unsere Gemeinde geprägt - nun nähert sich der wohlverdiente Ruhestand.
Einst aus Saarbrücken angereist, hat er im Flug die Annerkennung vieler Menschen gewonnen und wurde zur Galionsfigur der Eppelborner Kommunalpolitik.
Unter seiner Ägide wurden unter anderem wichtige Kulturdenkmäler, wie zum Beispiel das aus einem regelrechten Dornröschenschlaf geweckte Schloss Buseck in Calmesweiler oder das alte Bauernhaus in Habach, nicht nur vor dem Verfall gerettet, sondern den Menschen zugänglich gemacht
Lange Jahre schaffte er es in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat für ausgeglichene Haushalte zu sorgen. 
Und selbst, als die Verschuldungsspirale sich immer schneller zu drehen begann, schaffte er es, noch einmal aus diesem Teufelkreis auszubrechen: Gemeinsam mit seinem damaligen geschäftführenden Beamten Hermann Josef Schmidt, dem jetzigen Bürgermeister von Tholey, holte Lutz zu Beginn dieses Jahrtausends die Stadt Saarbrücken als potenten Partner ins Boot und realisierte ein neues und innovatives unternehmerisches Konzept unserer Gemeinde.
Die Gemeindewerke Eppelborn entstanden, der Abfallzweckverband Eppelborn und auch der Abwasserzweckverband Eppelborn.
Gleichzeitig wurde der Schuldenberg pulverisiert und es blieb sogar noch Geld übrig - Geld, das in den Bau unseres kulturellen Aushängeschildes "Big Eppel" investiert wurde.
Das neue unternehmerische Konzept und die Kooperation mit Saarbrücken waren der ganz große Coup des Fritz-Hermann Lutz - ein gelungenes Projekt, das wahrscheinlich nur exakt zum damaligen Zeitpunkt möglich war.

Auch seine letzte Gemeinderatssitzung als Bürgermeister 
managte Fritz-Hermann Lutz (Bildmitte) souverän - unterstützt wie immer von seinen engagierten Fachbereichsleitern

Auch in der Folgezeit versuchte Lutz stets die Finanzen der Gemeinde zusammenzuhalten - wegen eines strukturellen Defizits ein Kampf auf aussichtslosem Posten, den er und seine Verwaltung trotzdem bis heute nie aufgaben.
Trotz schwieriger Kassenlage wurde vieles auf die Beine gestellt - und auf unsere intakte Infrastruktur sind manche Gemeinden in der Umgebung richtiggehend neidisch.
Stets wusste der (noch) 64jährige die CDU an seiner Seite, oft sogar den gesamten Gemeinderat - in aller Regel eine fruchtbringende Zusammenarbeit.
Auch im Naturschutz setzte Lutz Akzente: Das erfolgreiche Projekt zur Renaturierung des Ill und ihrer Nebenbäche trägt auch seine Handschrift.
Eppelborn wurde modern und bürgernah, Eppelborn wurde zur umweltfreundlichsten Gemeinde des Saarlandes.
Ein Liste, die sich fortsetzen ließe: 28 Jahre lang große Projekte, kleine Projekte. Neues wurde geschaffen, manches Alte erhalten.

Weichgespült war unser scheidender Bürgermeister allerdings nie, ist es bis heute nicht.
Wenn ihm etwas nicht passt, kann er zünftig streiten. 
Auch polarisieren und zuspitzen kann er - ist aber gleichzeitig ein absolut verlässlicher Partner, wenn es um eine gemeinsame Idee geht.

Vieles gäbe es zu schreiben über den Losten, der nun von Bord geht. 
Und eigentlich war er ja nicht nur der Loste, sondern Kapitän.
Er kennt manchen Weg, um auch in unsicherem Fahrwasser zum ZIel zu kommen - und er steuerte das Schiff Gemeinde Eppelborn jahrzehntelang so, dass stets der Wind in die Segel blies und zu keinem Zeitpunkt Flaute herrschte.
Dass er nun bald däumchendrehend zuhause sitzen wird, mag keiner ernsthaft glauben.
Ich bin mir sicher, dass es noch immer Aufgaben gibt, die auf jemanden wie Fritz-Hermann Lutz warten.

Fitz-Hermann Lutz uns "seine" Ortsvorsteher - als nicht gerade kleines Abscheisgeschenk gab es für den passionierten Eulen-Sammler eine überlebensgroße Eule aus Holz 
(im Hintergrund zu sehen)

Seiner designierten Nachfolgerin Birgit Müller-Closset, die ihr Amt am 16, August antreten wird sei ein glückliches Händchen gewünscht.
Den Ratschlag, sie solle in seine Fußstapfen treten, wehrt der Lutz jedoch ab: "Wenn Sie nur in meine Fußstapfen treten, werden sie mich niemals überholen können", gibt unser scheidender Bürgermeister ihr mit auf dem Weg.
Auch sie wird ihre Rolle finden, in ihr Amt hineinwachsen und ihre eigenen Akzente setzen.
Gemeinderatssitzungen aber werden in Zukunft anders ablaufen.
So ganz ohne Fritz-Hermann Lutz.
Wir werden sehen.

Eine Verabschiedung ist dieser Blogpost übrigens noch nicht - höchstens ein kleiner und unvollständiger Rückblick.
Die Amtszeit von FHL dauert schließlich noch bis zum 15. August.
Zeit genug, um noch Adieu zu sagen.
Alles Gute wünsche ich ihm allerdings schon jetzt. Denn das ist zu jeder Zeit erlaubt.

Vielen Dank für deine hervorragende Arbeit, Fritz-Hermann!

Mittwoch, 27. Juni 2012

Ein Wasserpark auf altem Grubengelände: Der Garten Reden.

So langsam wird's was in Reden. 
Das Umfeld um Gondwana - Das Prähistorium wird zunehmend attraktiver.
Und die, die einst meckerten und kaum ein gutes Haar an den Projekten auf dem einstigen Bergwerksgelände ließen, lassen sich feiern.
Daran erkennt man: Die politische Entscheidung, den Standort Reden touristisch aufzuwerten, war richtig. 

Sonntag vor acht Tagen wurde Eröffnung gefeiert: Der "Garten Reden" wurde der Öffentlichkeit vorgestellt.
Weil viel darüber geschrieben wurde, hab ich den Sonntagsausflug mit meinem kleinen Doppelpack genutzt, um mir den "Garten Reden" selber einmal anzuschauen.
Und ja - auch wenn's noch kein Garten Eden ist: Es ist schonmal ganz nett geworden.
Die Kinder hatten - bei strahlendem Sonnenschein und wenigstens halbwegs angenehmen Temperaturen - auf jeden Fall eine Menge Spaß.
Und das ist ja schließlich die Hauptsache!
Zugebenermaßen war es aber auch ganz hilfreich, dass gleichzeitig an gleicher Stelle Dorffest und Kirmes gefeiert wurden und ein recht großes Kettenkarussell die Augen meiner Zwillinge zum Leuchten brachte.

Fest steht auf jeden Fall:
Die Fortschritte auf dem ehemaligen Grubengelände sind unübersehbar.
Die Menschen in der Gemeinde Schiffweiler können stolz sein auf ein touristisches Kleinod, das weiter wachsen und sich irgendwann zu einem Publikumsmagneten entwickeln wird - vorausgesetzt, Politik und Investoren gehen auf dem eingeschlagenen Weg weiter und bleiben nicht auf halber Strecke stehen.

Man hat sich Mühe gegeben - nun muss nur das Grün noch ein wenig dichter werden.

Wassersport im Kleinen....

Jede Menge Wasser - auch von oben. 
Jetzt müsst's nur noch sommerlich heiß werden!
Das Wasser aus den Tiefen alter Bergwerksstollen ist übrigens ganz gut vorgeheizt. 
Da stellt sich die Frage, ob man das nicht auch noch anders nutzen könnte....



Dienstag, 26. Juni 2012

Nürnberger Impressionen (2)

Szenen einer Ehe?

Das Nürnberger Ehekarussell: Ob es nun  drastisch vulgär und tatsächlich gar "pseudobarocker Sensualismus" ist oder ob es eines der bedeutendsten neuzeitlichen Kunstwerke in der Frankenmetropole ist, sei einmal dahingestellt: 
Ein Touristenmagnet ist der außergewöhnliche Brunnen am Ende der großen Nürnberger Fußgängerzone auf jeden Fall.
Angelehnt an ein Gedicht des Nürnberger Meistersingers Hans Sachs hat der Bildhauer Jürgen Weber ein Werk geschaffen, das bei seiner Installation anno 1984 durchaus die Gemüter erhitzt hat. 
Das Auf und Ab im Eheleben wird in - wie ich doch sehr hoffe - stark überzeichneter Form dargestellt - drum ist das Kunstwerk auch eher mit Humor als mit bierernster Miene zu sehen. 







Soweit die bunte Bilderschar, nun soll auch das Gedicht nicht unerwähnt bleiben, an das sich die Gestaltung des Nürnberger Ehekarussells anlehnt -
der Originaltext des Meistersingers Hans Sachs aus dem 15. Jahrhundert.

Das bittersüße eh'lich' Leben

Gott sei gelobet und geehrt
Der mir ein frumb Weib hat beschert
Mir der ich zwei und zweinzig Jahr
Gehaust hab, Gott gab länger gar

Wiewohl sich in mein ehlig Leben
Had Süß und Saures oft begeben
Gar wohl gemischt von Freud und Leid,
Erst auf, dann ab, ohn Unterscheid

Sie hat mir nit stets kochet Feigen
Will schwankweis Dir ein Teil anzeigen
Sie ist ein Himmel meiner Seel
Sie ist auch oft mein Pein und Hell,

Sie ist mein Engel auserkoren,
Ist oft mein Fegeteufel woren.
Sie ist mein Wünschelrut und Segen
Ist oft mein Schauer und Platzregen

Sie ist mein Mai und Rosenhag,
Ist oft mein Blitz und Donnerschlag,
Mein Frau ist oft mein Schimpf und Scherz,
Ist oft mein Jammer, Angst und Schmerz,

Sie ist mein Wonn und Augenweid,
Ist oft mein Traurn und Herzeleid
Sie ist mein Freiheit und mein Wahl,
Ist oft mein Gfängnis und Notstall,

Sie ist meine Hoffnung und mein Trost,
Ist oft mein Zweifel, Hitz und Frost.
Mein Frau ist meine Zier und Lust,
Ist oft mein Graun und Suppenwust,

Ist oft mein königlicher Saal,
Doch auch mein Krankheit und Spital.
Mein Frau, die hilft mir treulich nähren,
Thut mir auch oft das Mein verzehren,

Mein Frau, die ist mein Schild und Schutz,
Ist oft mein Frevel, Stolz und Trutz.
Sie ist mein Fried und Einigkeit,
Und oft mein täglich Hebensstreit

Sie ist mein Fürsprech und Erlediger,
Ist oft mein Ankläger und Prediger.
Mein Frau ist mein getreuer Freund,
Oft worden auch mein größter Feind,

Mein Frau ist mietsam oft und gütig,
Sie ist auch zornig oft und wütig.
Sie ist mein Tugend und mein Laster,
Sie ist mein Wund und auch mein Pflaster,

Sie ist meines Herzens Aufenthalt,
Und machet mich doch grau und alt.

Hans Sachs, 1494-1576

Sonntag, 24. Juni 2012

Geschäftszweig Abmahnung. Die Politik ist gefragt!

Das Urheberrecht ist ein schützenswertes Gut.
Mit diesem Satz bin ich grundsätzlich einverstanden. 
Trotzdem ist es dringend notwendig, dass über die Grenzen neu diskutiert wird und Fehlentwicklungen schnell und nachhaltig Einhalt geboten wird.

Dass es Fehlentwicklungen gibt, wird niemand ernsthaft bestreiten. Ganz aktuell wurde eine Bloggerin die ich sehr schätze, von einem Unternehmen namens getty images abgemahnt.
Nicht, weil sie exzessiv Filme und Musik aus dem Netz heruntergeladen hätte.
Und auch nicht, weil sie Texte kopiert oder Fotos illegal eingestellt hätte.
Grund der Abmahnung, in der eine Zahlung von über 1.000 Euro gefordert wird, ist die Tatsache, dass sie in ihrem Blog Kommentare erlaubt hat und die Kommentierenden, wie es bei wordpress und Co. durchaus üblich ist, mit ihrem Avatar erscheinen.
Einer der Kommentierenden hatte nun für sich ein Bild gewählt, dass er - bewusst oder unbewusst - irgendwo aus dem Netz gesaugt hatte.
Er kommentierte - und das Bild erschien (ganz klein) auch im Blog Bachmichels Haus, wo ihr die ganze leidige Geschichte nachlesen könnt.

Das ist übrigens kein "gesaugtes" Foto, sondern mein eigenes! 
Blogger und die Nutzer von Sozialen Netzwerken bewegen sich nicht selten unbewusst in unregulierten Grauzonen. Das Recht hat mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt gehalten und 
- auch das muss man der Ehrlichkeit halber zugeben - 
viele unserer Gesetzgeber leider noch garnicht selbst erleben, 
wie Kommunikation und das ganze Drumherum heute funktionieren.


Selbst mit viel Fantasie und bösem Willen kann man nun der Bloginhaberin keinen Vorwurf machen. 
Sie hat das Bild weder gemopst noch selbst verwandt.
Verwendet hat es jemand anders - und das hätte getty images mit einem Klick herausfinden können.
Aber das wollten die offensichtlich garnicht.
Die wollen kassieren. 
Und nichts anderes.
Das kann damit zu zun haben, das die Bilder besagten Unternehmens (wie ich persönlich finde) zu einem großen Teil beliebig und austauschbar sind und versucht wird, den Umsatz auf andere Art und Weise zu steigern.
Bewusst wird dabei in Kauf genommen, dass sie sich selbst auf dünnem Eis bewegen und die geforderte Summe nicht erhalten werden, wenn der abgemahnte User die Nerven behält und seinerseits zunächt einmal eine rechtliche Beratung in Anspruch nimmt.
Die Abmahn-Ritter kalkulieren das ein - aber auch, dass viele aus Angst vor den zum Teil martalisch angedrohten Folgen einer Nichtzahlung oft den gefordertet Betrag überweisen.

Das zeigt: 
Unternehmen wie diesen geht es nicht wirklich um das Urheberrecht. 
Sie wollen Kasse machen.
Und das muss unterbunden werden.
So schnell wie möglich.
Die Politik ist gefragt. 

Aus gutem Grund nutze ich nur noch meine eigenen Fotos - und auch in der Vergangenheit habe ich neben eigenen Kreationen allenfalls Bilder aus kostenlosen Bilddatenbanken genutzt (sie dann aber entsprechend gekennzeichnet!).
Auch die jetzt abgemahnte Bloggerin aus meiner Heimatgemeinde hat dies stets so gehalten. Und trotzdem kam nun dieser Brief mit der "Bitte zur Kasse".
Das zeigt: Niemand ist vor dem Geschäftsmodell Abmahnung ganz gefeit.

Der Inhaberin des wirklich immer wieder lesenswerten Blogs "Bachmichels Haus" drücke ich deshalb umso mehr ganz fest die Daumen. Ich bin mir sicher, dass die ganze Geschichte für sie gut ausgehen wird und sich die Abmahnritter an ihr und ihren Freunden die Finger verbrennen werden.

32. Wiesbacher Kulturtage - das bunteste Dorffest in Eppelborn

Wie faszinierend die Wiesbacher Kulturtage jedes Jahr sind, konnte man im EppelBlog in den vergangenen Jahren bereits hier, hier und hier nachlesen.
Und auch in diesem Jahr sind sie wieder ein Highlight im Veranstaltungskalender unserer Großgemeinde.
Buntes Treiben lockte heute zur Eröffnung der 32. Wiesbacher Kulturtage erneut Gäste aus Nah und Fern.
Weil aber nicht immer jeder da sein kann, der vielleicht gerne da sein würde, gibt es für die Daheimgebliebenen gibts ein paar Impressionen:

An der Spitze des traditionellen Festzuges sorgte der Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr kräftig für Remmi Demmi...

... und die "Landfrauen" ermöglichten mit ihrem "Buttermobil" einen Blick in die Butterherstellung früherer Jahre.

Wenn's um den wertvollen Tropfen aus unserer heimischen Großwald-Brauerei geht, packt der Chef auch selber mit an: Brauerei-Chef Alexander Kleber (rechts im Bild) war als Schirmherr des 32. Wiesbacher Kulturtages bestens gelaunt.

Auch unser "Bürgermeister-Pärchen", der scheidende Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz und seine designierte Nachfolgerin, die Wiesbacher Ortsvorsteherin Birgit Müller-Closset, waren gut aufgelegt und flachsten sogar ein wenig auf der Bühne herum....

...bevor es doch tatsächlich zur Feier des Tages auch noch ein Küsschen in Ehren gab.
Für beide waren es die letzten Kulturtage in ihrem jeweils bislang ausgeübten Amt.

Prost!

Die Wiesbacher Kulturtage sind immer auch ein Highlight kulinarischer Vielfalt. Neben der weiteren bunten Auswahl sind vor allem die Haxen und der Grillschinken der Wiesbacher Ringer....

...aber auch die Pilzpfanne der SPD drei Traditionsgerichte auf den 
Wiesbacher Kulturtagen.

Das Fest dauert noch bis in die späten Abendstunden des heutigen Sonntags. 
Wenn sie also noch nix vorhaben und sie zu Hause Hunger, Durst und Langeweile plagen: In Wiesbach gibts ein buntes Programm und allerlei lukullische Freuden.


Donnerstag, 21. Juni 2012

Tobias Hans neuer CDU-Kreisvorsitzender - Pauline Kohler wurde zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt

Tobias Hans ist der neue Kreisvorsitzende der CDU im Landkreis Neunkirchen. Rund 98 Prozent der Delegierten  stimmten für den dynamischen Landtagsabgeordneten aus Münchwies.
Der 34jährige ist Nachfolger von Gaby Schäfer, die das höchste Parteiamt im CDU-Kreisverband mehr als fünf Jahre bekleidete und nun den Weg für einen Generationswechsel freimachte.


Die neue Riege der Kreisvorstandsmitglieder aus dem CDU-Gemeindeverband Eppelborn mit dem frisch gekürten Kreisvorsitzenden Tobias Hans: (v.l.) Berthold Schmitt, Thomas Bost, Margit Drescher, die neue stellvertretende Kreisvorsitzende Pauline Kohler, CDU-Kreischef Tobias Hans sowie die bisherige Kreisvorsitzende Gaby Schäfer.


Auch nach dem Wechsel an der Spitze des Kreisverbandes werden wir Christdemokraten aus der Illtalgemeinde Eppelborn weiter in bester Weise im Kreisvorstand vertreten sein:
Die Habacher Ortsrätin Pauline Kohler wurde zur neuen stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden gewählt, Margit Drescher aus Hierscheid wurde als Schriftührerin erneut in ihrem Amt bestätigt und gehört somit ebenfalls dem geschäftsführenden Kreisvorstand an.
Referent für Grundsatzfragen ist auch in Zukunft Dr. Hans-Wilhelm Deutscher vom CDU-Ortsverband Bubach-Calmesweiler Macherbach und auch Berthold Schmitt, Fraktionsvorsitzender im Eppelborner Gemeinderat ist weiterhin als Beisitzer im Kreisvorstand vertreten.
Komplettiert wird die Riege der Kreisvorstandsmitglieder aus dem CDU-Gemeindeverband Eppelborn durch den Dirminger CDU-Ortsvorsitzenden Thomas Bost, der erstmals in dieses Gremium gewählt wurde.


Neue Wege, bürgerliches Engagement und Stärkung der Ortsverbände
In seiner Antrittsrede erklärte Tobias Hans, dass er den CDU-Kreisverband für mehr bürgerliches Engagement öffnen und dabei mit dem Kreisvorstand auch neue Wege gehen werde. Bis zur Kommunalwahl 2014 will Tobias Hans die Struktur der Ortsverbände stärken und zugleich neue Mitwirkungsmöglichkeiten für Bürger außerhalb der Partei erproben. Dabei sollen die neuen Möglichkeiten des Internets und bewährte Methoden der Parteiarbeit miteinander kombiniert werden.
Mit der Neuwahl des Kreisvorstandes wurden die Weichen gestellt, damit der CDU-Kreisverband Neunkirchen auch in den kommenden Jahren stark und schlagkräftig sein wird. Ein gut aufgestelltes Team, in dem Alt und Jung, Frauen und Männer, ihre Kenntnisse und Erfahrungen einbringen können, soll auch weiterhin den Kreisverband nach vorne bringen und insbesondere die im Jahre 2014 anstehenden Kommunalwahlen erfolgreich meistern.

Dienstag, 19. Juni 2012

Nürnberger Impressionen

Ich finde, Nürnberg ist eine beeindruckende Stadt.
Ein Kurzaufenthalt in der Frankenmetropole nutzte ich deshalb zu einer kleinen Fotosafari zu den mittelalterlichen Stätten der alten Kaiserstadt an Flüsschen Pegnitz.

Am Rande des Hauptmarkes steht ein sehr schön gestalteter Brunnen 
aus dem 14. Jahrhundert. 
Konsequenterweise heißt er deshalb sehr treffend 
(wenn auch wenig einfallsreich): Schöner Brunnen.


Das Fleischtor auf der Fleischbrücke,
die zu den bedeutensten Brückenbauwerken der Renaissance zählt. 
Fast bemerkenswerter ist jedoch der ganz besonders geistreiche lateinische Spruch
 unter dem Ochsen, der das Fleischtor ziert:
Übersetzt lautet er: 
"Alle Dinge haben einen Anfang und ein Wachstum, aber siehe: 
Niemals ist der Ochse, den du hier siehst, ein Kalb gewesen.“. 
Laut Wikipedia hat der Ochse es dank der ihn zierenden Inschrift auch 
in den Nürnberger Sprachgebrauch geschafft: 
„Das hätte mir der Ochse auf der Fleischbrücke auch sagen können“ 
ist in Nürnberg heute noch oft eine Erwiderung auf eine sinnlose Antwort" 
heißt es in der freien Enzyklopädie.


Blicke auf die Henkersbrücke 
Es darf vermutet werden, dass solche Blicke im Mittelalter nicht selten mit einem Schaudern verbunden waren und man den Henkersturm, die dazugehörige Brücke und auch den sich anschließenden Henkerssteg nur zu gerne aus weiter Ferne sah.
Raubritter Eppelein wüsste davon ganz sicher ein Lied zu singen, auch wenn er den Nürnbergern zumindest einmal ein Schnäppchen schlagen konnte.



Blick auf die Pegnitz und die Fronveste, die das Flüsschen überspannt.

 Natürlich gibts noch viel mehr historische Bauten in der Frankenmetropole Nürnberg.
Aber das würde den Rahmen eines Blogposts bei weitem sprengen.
Vor allem der Ehebrunnen und natürlich die Kaiserburg sind Sehenswürdigkeiten, die jeweils einen eigenen Artikel verdienen.
Und genau deshalb heißt es an dieser Stelle:

Fortsetzung folgt.....


Montag, 18. Juni 2012

Bürger-Energie-Genossenschaft Eppelborn: Erstes Treffen einer Gründungsgruppe



Einstimmig hatte der Gemeinderat beschlossen, eine Gründungsgruppe in Leben zu rufen, die das Projekt Bürger-Energie-Genossenschaft Eppelborn vorbereiten und forcieren soll.
Am vergangenen Samstag war es nun soweit: Eine Gründungsgruppe aus Fachleuten sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft traf sich zum ersten Mal.
Ziel war die Schaffung einer gemeinsamen Wissensbasis und ein erster Informations- und Erfahrungsaustausch mit Gründern bestehender Energiegenossenschaften.




Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Berthold Schmitt (CDU) übernahm in Vertretung des Bürgermeisters die Sitzungsleitung und führte in die Thematik ein.
Er erhoffe sich durch die Bürgerenergiegenossenschaft eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung beim Ausbau regenerativer Energien, sagte Schmitt. "Ich begrüße sehr, dass diese Initiative parteiübergreifend vom gesamten Gemeinderat unterstützt wird."
Die designierte Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD) betonte, dass auch die Gemeinde Eppelborn einen Beitrag zur Energiewende leisten wolle. Auch sie hoffe, dass durch Beteiligungsmöglichkeiten die Akzeptanz von Windenergieanlagen in der Bürgerschaft verbessert werde
Sie könne sich darüberhinaus aber auch vorstellen, das die Bürger-Energie-Genossenschaft aber auch auf anderen Felder tätig sein könne. So könne sie sich vorstellen, dass ein Nahwärmesystem die noch vielfach vorhandenen Elektrospeicher-Heizungen im Eppelborner ersetzt.


Als kompetenter Referent war der Losheimer Jürgen Millen zu Gast. Millen war einer der federführenden Köpfe bei der Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft Hochwald (beg Hochwald) und ist heute deren Aufsichtsratsvorsitzender.
Sehr anschaulich und powerpoint-gestützt erläuterte er die Entwicklung und die Gründungsvorbereitungen der beg Hochwald. 
Ausdrücklich lobte Millen die Gemeinde Eppelborn. Es sei bemerkenswert, dass diese hier die Initiative ergreife und den Anschub für eine Energie-Genossenschaft gebe. In Weiskirchen/Losheim sei die Initiative ausschließlich von einer Gruppe von Bürgern ausgegangen. 
"Die Bürger-Energie-Genossenschaft ist die Chance der Bürger unabhängiger zu werden und die Energieerzeugung zu rekommunalisieren" betonte Jürgen Millen. 
Die Genossenschaft habe derzeit 158 Mitglieder die zusammen 270 Anteile zeichneten, berichte er aus dem Hochwald. Damit sei die beg schon jetzt eine Erfolgsgeschichte, berichtete der Losheimer. 
Ein Anteil ist laut Satzung beschränkt auf 500 Euro, drei Anteile sind pro Person möglich (maximal also 1.500 Euro). 
Es wurden viele Fragen gestellt, insbesondere auch zum Gründungverfahren, den Kosten, der Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsverband usw. 
Auch über die Dividendenausschüttung wurde gesprochen, denn die Investition soll sich schließlich ja auch lohnen. Jürgen Millen empfahl zudem die Gründung einer Betreiber-KG. Eine Beteiligung an Projekten sei mit deutlich weniger Risiken behaftet als eine eigene Projektierung, die nicht selten teure Verfahren und Gutachten bei möglicherweise ungewissem Ausgang erfordere, so der Genosse aus dem Hochwald.


Zu Gast bei diesem ersten Treffen unserer Gründungsgruppe war auch eine Gruppe Interessierter aus dem Bliesgau. Auch sie wollen eine Bürger-Energie-Genossenschaft gründen, denken im Gegensatz zu den Hochwäldern allerdings an eine eigene Projektierung.


Die Gründungsgruppe kam überein, sich nach den Sommerferien noch einmal zu treffen, bis dahin sollte ein Satzungsentwurf erstellt werden sowie bereits ein eventuell der erste Entwurf eines Business-Plans. 
Geplant ist der nächste Treff am Mittwoch, 22. August 2012 um 19.00 Uhr.  

Freitag, 8. Juni 2012

Gaumen - und Gurgelfest in Bubach-Calmesweiler

Heute abend wurde auf dem Bubacher Dorfplatz unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz das traditionelle Gaumen- und Gurgelfest auf eröffnet.
Bis Sonntagabend kommen drei Tage lang - wie der Name schon sagt - weder die Gaumenfreude zu kurz, noch kann sich die Gurgel beklagen, sie habe zu wenig an köstlichem Nass zu schlucken.


Doch vor dem Genuss des frischen Bieres stand zunächst die Eröffnung, die Ortvorsteher Werner Michel mit musikalischer Unterstützung des Bubacher Musikvereins wie bereits in den vergangenen Jahren gekonnt zelebrierte.
Dabei konnte Werner Michel wie immer zahlreiche Gäste aus seinem Heimatdorf und aus der Großgemeinde begrüßen.


Unserem scheidenden Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz, einem passionierten Sammler von Eulen, überreichte Werner Michel zu seiner letzten Schirmherrschaft über das traditionelle Bubacher Gaumen- und Gurgelfest als kleines Präsent eine Eule.

Während der Musikverein zünftig aufspielte...

...gelang der Fassanstich, den Schirmherr Lutz an Peter Andler, einen der Organisatoren des Festes, delegierte, in Perfektion.

Na denn Prost!

Und dafür, dass es zwischendurch noch eine kräftige Dusche von oben gab, revanchierte sich Petrus mit einer schönen Licht-Show am Abendhimmel.







Donnerstag, 7. Juni 2012

Makroaufnahmen sind garnicht mal so einfach...

... aber sie machen Spaß!

Heut hab' ich mal kurzerhand die Kamera meiner Herzallerliebsten geschnappt und probiert, ob ich Makro-Aufnahmen mit der neuen Nah-Linse auch hinkrieg.
Das ist garnicht mal so einfach.
Draußen.
Bei Wind.
Und Tieren, die krabbeln.




Fronleichnam - Ein guter Grund zu feiern

Heute ist Fronleichnam. 
Doch was ist die Bedeutung dieses Festes, das wir Katholiken jedes Jahr am Donnerstag nach dem Dreifaltikeitstag feiern?
Im Rahmen seiner Reihe "Ein guter Grund zu feiern" wollte das ZDF den heutigen Feiertag näher beleuchten und ihn auf diese Weise wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken.
Sie hätten für diese Aufgabe kaum einen Besseren finden können, als den Grimme-Preisträger Willi Weitzel, der vor allem Kindern und jungen Eltern aus seiner Reihe "Willi will's wissen" bestens bekannt ist.
In seiner unnachahmlichen und sympathischen Art schafft er es zusammen mit Minh Khai, dieses hohe Fest der katholischen Christen zu erklären und seine tiefe Bedeutung wieder in vielen Herzen zu verankern.

Auch in Eppelborn wurde heute Fronleichnam gefeiert.
Mit einem Gottesdienst und einer Prozession bei schönstem Wetter.
Die Eppelborner Unternehmerin Andrea Juchem hat das Fest mit ihrer Fotokamera begleitet und für ihren Blog Bachmichels Haus einige sehr schöne Impressionen zu Fronleichnam in unserer Pfarrgemeinde gesammelt.

Heute: DLRG-Fest auf dem Schulhof der Koßmannschule


Mittwoch, 6. Juni 2012

Schlecker schließt auch in Eppelborn und Dirmingen. Zeit zum Handeln!

In meinem Blogpost vom 14. Mai 2012 äußerte ich bereits die Sorge, dass nach der Schlecker-Filiale in Wiesbach mittelfristig auch die beiden Läden der insolventen Drogeriemarkt-Kette in Eppelborn und Dirmingen vor dem Aus stehen könnten.
Leider, leider wurde diese Befürchtung viel zu schnell zur Realität.
Das Aus ist beschlossen, wie auch bereits gestern in der Saarbrücker Zeitung zu lesen war.


Das bedeutet nicht nur einen neuen, einen weiteren Leerstand im Ortskern von Eppelborn und Dirmingen.
Nein - die Folge sind schlimmer.
Eppelborn hat nun keinen vollwertigen Drogeriemarkt mehr.
Als ich bereits vor Jahren in vielen Gesprächen gedrängt habe, wir müssten uns aktiv um die Ansiedlung eines weiteren Drogeriemarktes wie dm oder Rossmann bemühen, wurde ich nicht ernstgenommen.
Die größte Befürchtung meiner jeweiligen Gesprächspartner war unisono, dass dann zu große Konkurrenz für die St.-Martini-Drogerie und den Schlecker-Markt entstünde. 
Das könne womöglich die beiden Läden in ihrem Bestand gefährden, hieß es damals.
Die Realität hat uns schnell eingeholt:
Heute ist einer bereits geschlossen, der andere wird geschlossen.
Ganz ohne große Konkurrenz vor Ort.
Das sollte uns und vor allem auch die Gewerbetreibenen in Eppelborn eines lehren:

Es bringt nichts, wenn das Augenmerk nur darauf liegt, wer den größten Krümel vom Kuchen bekommt.
Besser wäre es, einfach gemeinsam einen größeren Kuchen zu backen.
Dann würden vielleicht auch die Stücke größer.
Wir verfügen in der Gemeinde Eppelborn über Kaufkraft im Bereich Gesundheitsprodukte und Körperpflege - also im klassischen Drogeriebereich - von mehr als 16 Millionen Euro (Quelle: GfK).
Nur bleibt die nicht in Eppelborn. Die fährt weg.
Vor allem fährt sie mittlerweile nach Lebach. Dort gibt es nämlich einen krachneuen dm und einen ebenso krachneuen Rossmann.
Bei uns gibt's die nicht. 
Und von alleine kommen die auch nicht, befürchte ich.
Deshalb müssen wir sie locken.
Nicht mit Geld. Das haben wir nicht. Und das wäre auch ein ruinöser Wettbewerb.
Aber es gibt andere Chancen und Möglichkeiten.

Wir müssen uns in Eppelborn wieder besser und strategischer aufstellen.
Gemeinsam.
Es geht nicht nur um einen Drogeriemarkt.  Es geht um das Ganze.
Es gibt eine immense Kaufkraft in unserer Gemeinde - einer Gemeinde, in der die Menschen traditionell über ein höheres Durchschnittseinkommen verfügen als in andern Kommunen.
Diese Kaufkraft müssen wir wieder viel stärker bei uns binden.
Dafür müssten allerdings alle an einem Strang ziehen: Handel, Gewerbe und Verwaltung.
Nicht nur verbal in Sonntagsreden, sonden tagtäglich und mit voller Kraft.
Von Ehrenamtlichen ist das alles nicht zu leisten.
Es bedarf einer Koordinationsstelle, die ganz oben im Rathaus angesiedelt sein sollte.
Dass unsere Gemeindeverwaltung schon jetzt - gerade auch im Gewerbeamt - hervorragende Mitarbeiter hat, die jedem Unternehmensgründer wirklich gerne mit Rat und Tat zu Seite stehen, weiß ich aus eigenem Erleben.
Aber das alleine reicht nicht.
Wir brauchen eine Stelle, die zu einem großen Stück eigenverantwortlich handeln darf und unmittelbar beim Bürgermeister bzw. bei der Bürgermeisterin angesiedelt sein sollte.
Eine Stelle, deren Aufgabe nicht das Verwalten sondern das Gestalten ist und deren Mitarbeiter aktiv auf Unternehmen auf Unternehmer zugehen, für unsere Gemeinde werben und verhandeln dürfen.
Ein Vorschlag, den sich unsere künftige Bürgermeisterin dringend einmal durch den Kopf gehen lassen sollte.





Gelesen: "Und übrigens noch was..." von Eoin Colfer

Die Fortsetzung der vierteiligen Trilogie in fünf Bänden 
"Per Anhalter durch die Galaxis".


Es ist ja immer so eine Sache, wenn man in die Fußstapfen anderer treten will.
Vor allem, wenn es ziemlich große Fußstapfen sind.
Fußstapfen, wie sie beispielsweise Douglas Adams hinterlassen hat.
Mit allen fünf Bänden seiner vierteiligen Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" faszinierte Adams seine Leser und schaffte eine weltweite Fan-Gemeinde, die mit dem Towel-Day, dem Handtuchtag, sogar einen eigenen Gedenktag am 25. Mai jedes Jahres zelebriert.


Eoin Colfer hat den Schritt in diese großen Fußstapfen trotzdem gewagt.
Der Autor der "Artemis Fowl" -Serie hat tatsächlich den sechsten Teil der fünfbändigen Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" herausgebracht.
"Und übrigens noch was..." lautet der Titel seines 2009 erstmals aufgelegten und 2011 als Taschenbuch erschienen Werkes, mit dem er an die Tradition von Adams' fantastischer Bestseller-Serie und damit an das bisherige Schicksal des unabsichtlich weltraumreisenden Arthur Dent anknüpfen will.


Worum in dem sechsten Teil geht, verrät wie immer kurz und knackig der Klappentext:
"Arthur Dents zufällige Beziehung zum außergewöhnlichen Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ blieb nicht gänzlich ohne Zwischenfälle. Arthur hat den bekannten (und unbekannten) Weltraum bis in die letzten Winkel und darüber hinaus bereist, nachdem sein Haus (und der gesamte Planet Erde) an einem furchtbar dummen Donnerstag einer Hyperraum-Schnellstraße weichen musste. Nach diversen Eskapaden im Raum-Zeit-Kontinuum landet er schließlich zu Hause auf der geliebten Erde – die gleich darauf wieder in die Luft fliegt. Arthurs Aussichten auf eine gemütliche Tasse Tee sind nicht gerade rosig …In „Und übrigens noch was ...“ bekommen wir es unter anderem mit arbeitslosen Göttern zu tun, abtrünnigen galaktischen Präsidenten, verliebten grünen Aliens, lästigen Computern und einer ziemlich großen Scheibe Käse."


Ich war ziemlich überrascht, als mir dieses Buch in Hände fiel.
Dass Douglas Adams viel zu früh einem Herzinfarkt erlegen war, wusste ich.
Somit schien klar: Das war's mit der Serie "Per Anhalter durch die Galaxis".
Dass sich Eoin Colfer, von dem bereits einige Ausgaben der "Artemis Fowl" - Serie meine kleine  Bibliothek zieren, nun an einer Fortsetzung versuchte, war mir doch tatsächlich entgangen.


Towel Day - Keine Panik


Trotz großer Skepsis kaufte ich das Buch - und wurde angenehm überrascht.
Denn obwohl die Handlungsfolge insgesamt deutlich voraussehbarer war als bei Douglas Adams, ist es Eoin Colfer gelungen, eine recht gute Fortsetzung der Erfolgsgeschichte zu schreiben.


Natürlich: 
Wer nicht die gesamte Reihe der Anhalter-Romane kennt, wird mit "Und übrigens noch was..." nicht glücklich werden. 
Sie zuvor gelesen zu haben, ist ein unbedingtes Muss.
Erst dann und nur dann werden Sie sich auf Anhieb in dieser Geschichte zurechtfinden, die immer wieder auf Ereignisse und Schilderungen der Vorgängerromane Bezug nimmt.
Teil 6 der fünfbändigen Trilogie ist weitgehend im Stil der anderen Bände geschrieben.
Ironie und sozialkritische Untertöne sind auch hier wieder bestens in die Handlung eingebettet.
Allerdings hatte ich manchmal ein wenig das Gefühl,  dass sich der Autor aus Respekt vor Douglas Adams selbst deutlich zurückgenommen hat.
Trotzdem gelingt es ihm noch, seine eigene Handschrift zu hinterlassen.
Vor allem der Ausflug in die nordische Götterwelt macht Spaß und sorgt für Überraschungsmomente.
Leider muss sich das Buch als Fortsetzung an seinen Vorgängern messen lassen.
Das schmälert meine Begeisterung, denn es ist ein Spiel, dass auch der beste Schriftsteller nur schwer gewinnen kann.
Eoin Colfer ist eben nicht Douglas Adams. Das merkt man.
Aber das ist wahrscheinlich auch gut so.


Mein Fazit: 
Kurzweilig, ironisch. 
Und trotz kleiner Einschränkungen absolut lesenswert.



Dienstag, 5. Juni 2012

Am Wahlrecht wird herumgedoktert. Ersetzt wieder einmal die Juristerei die Politik?

Eine Meinung? Meine Meinung!

Nun ist es wieder soweit. 
In Karlsruhe wird über unser Wahlsystem beraten. 
Was lange gut genug war und unserem Land gleichzeitig stabile Mehrheiten UND ein verhältnismäßig buntes Parteienspektrum bescherte, wird wieder einmal in Frage gestellt.

Zunächst einmal vorneweg: Sowohl das Mehrheitswahlrecht als auch das Verhältniswahlrecht bieten Vor- und Nachteile.
Das zeigen Gegenwart und Geschichte gleichermaßen.
Mit Besonnenheit und Weitsicht wurde deshalb ein Mischsystem mit drei (!) Eckpfeilern gewählt.
Bei näherem Hinschauen zeigt sich nämlich, dass in Deutschland nämlich gerade nicht eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht gilt (wie irrtümlich sogar manchmal an Schulen gelehrt wird).
Sondern eigentlich ein personalisiertes Verhältniswahlrecht.
Zwar haben die Wählerinnen und Wähler in Deutschland die Möglichkeit, in relativer Mehrheitswahl mit ihrer sogenannten Erststimme eine Direktkandidatin bzw. einen Direktkandidaten zu wählen.
Das ist der erste Eckpfeiler unseres Wahlrechts.
Darüber, wie sich der Bundestag zusammensetzt und wie viele Sitze eine Partei erhält, entscheidet jedoch ganz alleine der Anteil an Zweitstimmen.
Das ist der zweite Eckpfeiler unseres Wahlrechts.
Wenn nun jedoch eine Partei mehr Direktmandate für sich erringen kann, als ihr nach dem Anteil der Zweitstimmen Sitze im Bundestag zustehen würden, entstehen Überhangmandate.
Der dritte Eckpfeiler.
Die Abgeordnetenzahl im Bundestag erhöht sich um die Zahl der Überhangmandate - was dann zugegebenermaßen tatsächlich Mandate sind, die aus einer Mehrheitswahl entstehen.
Alle anderen Sitze entstehen durch eine Verhältniswahl und werden lediglich - zum Teil -durch eine realtive Mehrheitswahl besetzt.
Das klingt vielleicht ein wenig verwirrend. 
Und es mag kompliziert erscheinen.
Aber dieses Wahlrecht wurde bewusst so ausgeklügelt konstruiert und hat sich jahrzehntelang nicht nur bewährt, sondern gilt in manch anderen Ländern dieser Erde als DAS Musterbeispiel für demokratische Wahlen.
Es ist ein immenses Plus an Demokratie, denn es verbindet einerseits die jeweiligen Vorteile unterschiedlicher Wahlsysteme und ermöglicht es den Wählerinnen und Wählern zudem auch noch taktisch zu wählen, in dem man Erst- und Zweitstimme unterschiedlich vergibt.

Nun wird das System  angegriffen.
Auch von denen, die vorher durchaus davon profitiert haben.
Juristisch wird in Frage gestellt, was mit großer Weitsicht und Vernunft entstanden ist.
Argumentiert wird mit dem Wortkonstrukt "Negatives Stimmgewicht".
Doch das wird es in unserem Wahlsystem immer geben.
Unterschiedlich stark vielleicht.
Doch trotzdem immer.
Egal was sich die Juristen ausdenken.
Wer das bestreitet, bestreitet dies wider besseres Wissen.

Und doch:
Bei allen taktischen und juristischen Winkelzügen - unterschätzt die Menschen in Deutschland nicht.
Wahlen können - und das bleibt hoffentlich auch so - auch künftig gottseidank nicht am Richtertisch entschieden werden.






Montag, 4. Juni 2012

Ausflugsziel Burg Lichtenberg in der Pfalz. Nur einen Steinwurf hinter'm Saarland.

Stolz und bereits von weither sichtbar ragt der Bergfried der Burgruine Lichtenberg in den Himmel.
Er ist das Herz des noch immer höchst lebendigen alten Gemäuers.


Laut Wikipedia ist die Burg Lichtenberg mit einer Länge von 425 Metern die längste Burgruine Deutschlands. Zu finden ist sie - unübersehbar - oberhalb des Dorfes Thallichtenberg im Landkreis Kusel.
Die Burg beherbergt zwar keine Ritter, Herzöge und Edelleute mehr, dafür aber umso mehr Kinder und Jugendliche: Bereits seit 90 Jahren befindet sich hier eine Jugendherberge, die seit ihrer Sanierung und Erweiterung 1993 auch den heutigen hohen Anforderungen genügt.



Von der eigentlichen Burg ist noch derart viel erhalten, dass es dem Besucher leichtfällt, sich das mittelalterliche Leben vorzustellen und in Gedanken die längst vergangenen Zeiten wiedererstehen zu lassen. 
Hohe Mauern, Mauerreste, Tore, Durchgänge und Fensterbögen lassen den Zuschnitt der Burg und die Bedeutung der unterschiedlichen Bereiche auch heute noch bestens erkennen.







Ob es einen Hungerturm auf Burg Lichtenberg gab, weiß ich nicht. Dass aber niemand mehr heutzutage auf Burg Lichtenberg in der Pfalz verhungern muss, steht fest:
Das Burgrestaurant lockt - wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann - mit wohlschmeckenden aber auch mit ausgefallenen Gerichten aus durchaus gehobener Küche.


Zwischen den Tagen lauter Musik (z.B. beim Castle Rock-Open-Air) oder lärmenden Trubels (z.B. bei den mittelalterlichen Märkten) ist auch die stille Einkehr auf Burg Lichtenberg möglich: 
Die Schlosskapelle, in der auch der schweizerische Reformator Ulrich Zwingli auf seiner Reise nach Marburg betete, ist auch heute noch bestens erhalten. Zwingli traf sich übrigens in Marburg mit Martin Luther zu einer Diskussion über die Bedeutung des Abendmahles.



Die Burg Lichtenberg in der Pfalz ist, obwohl sich hier heute nicht mehr das höfische Leben der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken abspielt, noch immer einen Besuch wert - ein lohnendes Ausflugsziel für die ganze Familie direkt vor den Toren des Saarlandes.