Freitag, 2. November 2012

Glosse: Weihnachten in Eppelborn? Fällt aus!

Noch nicht lange im Amt, plant die neue Bürgermeisterin der Gemeinde Eppelborn bereits Großes:
Weihnachten wird abgeschafft!
Im ersten Schritt zwar noch nicht vollständig, aber mit den Weihnachtsbäumen fängt sie schon mal an.



"Romantische Adventsstimmung hin oder her - eine moderne säkulare Kommune braucht solchen Schnickschnack nicht!", dachte sie sich wohl und wies den gemeindlichen Bauhof an, mit dem Aufstellen von Weihnachtsbäumen bereits in diesem Jahr kürzer zu treten.
Ganz offensichtlich hat sie ein mächtiges Sparpotenzial ausgemacht, will durch das Abdrehen der Lichterketten und das ersatzlose Streichen vorweihnachtlichen Brimboriums den Haushalt unserer Gemeinde wieder auf solide Christbaumständer Füße stellen.

Ja - zugegeben: Es gibt Nachbargemeinden, die gehen einen anderen Weg. 
Einen ganz anderen.
Die machen sogar in lauen Sommernächten die Lichter an; 
beleuchten Burgen, beleuchten Türme.
Und beleuchten sogar noch ganz andere Sachen.
Aber das ficht die wackere Sozialdemokratin nicht an.
In Eppelborn soll Finsternis herrschen.
(Noch) Nicht ganz so wie in Mordor.
Aber die Richtung stimmt.
Gute Nacht.

Kommentare:

  1. Thomas Birkenwälder3. November 2012 um 00:42

    Brillant auf den Punkt gebracht!
    Ich bin mir sicher, Madame züchtet bereits die ersten Orks und Uruk-hai zur gänzlichen Unterwerfung des Illtals ;-)
    Aber sich an Weihnachtsbäumen zu vergreifen.... ts, ts.... das Vernachlässigen alter Sitten und Gebräuche schon andernorts in die Hose gegangen!

    Viele Grüße
    Thomas

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  2. Will die wirklich an den paar Weihnachtsbäumen sparen?
    Das ist ja peinlich...
    Dass man ja auch auf LED's umstellen und wie die Illinger markante Bäume in der Gemeinde beleuchtet, wäre eine etwas innovativere Idee als einfach ersatzlos die wenigen Weihnachtsbäume einzusparen. Aber abgucken ist bei Lehrerinnen bestimmt verpönt....

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  3. Immerhin heißt uns're Partnerstadt doch FINSTERwalde ;-)

    Es gibt wirklich sinnvoller Einsparmöglichkeiten als weihnachtliche Bleuchtung. Diese bringt schließlich, auch fernab religiöser Gefühle, eine gewisse gemütliche und heimelige Atmosphäre. Jedenfalls sicher den meisten Bürgern.

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  4. ...die bäume werden sich wehren...wer hat denn letztendlich in isengard gesiegt!

    lg A.K.

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    1. Die Kosten der dekatenten Verabschiedung unseres Ex-Bürgermesters u. w. müssen ja eingespart werden.
      Hoffentlich wird Weihnachten nicht noch abgesagt!!!
      Schießlich hat der Verfasser dieses Bloggs, große Erfahrungen in Absagen von schönen Veranstaltungen!!!

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    2. Tja... wer schöne Veranstaltungen auf die Beine stellt, persönlich viel Zeit und Arbeit investiert und sich so richtig für eine Sache engagiert, darf auch mal eines dieser Events verschieben, wenn die Begleitumstände einmal gar so widrig sind.
      Aber wie gesagt: Dazu muss man eben erst einmal selbst etwas auf die Beine stellen...
      Und einen Zapfenstreich mit einer musikalischen Höchstleistung eines unserer tollen Musikvereine als "dekadent" zu bezeichnen... nun, da erübrigt sich wohl jeder Kommentar.
      Das verbuchen wir einfach mal in einer etwas anderen Kategorie.

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    3. Tja der anonym, lästert nur aus dem Hinterhalt und labert nur Sch... . Er könnt sich ja auch mal einbringen mit seine Ideen. Falls er welche hat.

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  5. Hallo Alwin,

    m. E. brauchst Du Dich nicht zu rechtfertigen für ein Kommentar, das jemand nicht mal mit seinem Namen unterschreibt!

    Bzgl. der Bäume könnten alle die immer nach dem Staat schreiben auch selbst Bäume aufstellen. Vielleicht denken wir in dieser Zeit mal an unsere griechischen Mitbürger (nur so zum Vergleich!).

    Liebe Grüße

    Carsten Schmitt

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  6. P.S. schreien nicht schreiben...

    Ich denke bei Griechenland an die Mehrzahl der Menschen die nun an den Suppenküchen und Tafeln des Landes anstehen... und wir regen uns über Politiker auf die beginnen zu sparen... Wenn die Schuldenbremse aktiv wird, werden noch ganz andere Einsparungen m. E. notwendig werden...

    Carsten

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    1. Hallo Carsten - es geht nicht um's Sparen. Das ist notwendig und wird auch gemacht.
      Die eigentlich Frage ist vielmehr, wo ich spare, wie ich spare und wie transparent ich genau dieses Sparen mache.
      Der richtige Weg - und das ist eine Mindestanforderung die ich vor allem an hauptberufliche Mandatsträger und Mandatsträgerinnen auf kommunaler Ebene stelle - wäre es, mit den Menschen vor Ort, mit den Verantwortlichen vor Ort, zunächst einmal den Kontakt zu suchen und gemeinsam die beste Lösung zu finden.
      Es kann nicht sein, dass ein Ortsvorsteher beispielsweise eher durch Zufall erfährt, dass in seinem Dorf weniger Weihnachtsbäume als im Vorjahr aufgestellt werden.
      Möglicherweise wäre man ja schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, hätte Ideen entwickelt wie man unter Mithilfe der ehrenamtliche Institutionen in unseren Dörfern trotzdem noch ein wenig weihnachtliches Flair schafft.

      Aber ein wirkliches Miteinander ist nicht gewünscht: Stattdessen schafft man nur scheinbar Transparenz und schafft neue Hinterzimmer-Gremien, ganz nach dem Motto: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, mach ich einen Arbeitskreis.
      Die neue Bürgermeisterin geht in dieser Frage erkennbar leider nur soweit, wie es ihr selbst nutzt. Das ist schade, zumal sie damit an Althergebrachtes anknüpft.
      Schon jetzt werden bei den ehrenamtlichen Mandatsträgern in den Dörfern erste Stimmen laut, die bemängeln, dass der Informationsfluss sich weiter verschlechtert hat und sie noch stärker von der Diskussion ausgeschlossen werden.

      Dabei wäre es gerade in der Frage der Schuldenbremse wichtiger denn je, auch die Ortsräte richtig und ernstgemeint mit in die Diskussionen einzubeziehen.
      Fakt ist jedoch leider:
      Jeder der das versucht, wird von der obersten Spitz der Hierarchie zurückgepfiffen. Noch schneller als unter dem vorherigen Bürgermeister.

      Doch selbst wenn wir uns in Eppelborn beim Sparen bis zur Selbstaufgabe kasteien würden: Niemals könnten wir die Millionen, die uns die Kreisumlage jedes Jahr kostet, kompensieren.
      Nur mal zur Information: In den kommenden 10 Jahren werden wir voraussichtlich satte 80 Millionen Euro an den Landkreis Neunkirchen abführen müssen - das sind mehr als 4.700 Euro für jeden Eppelborner - vom Kind bis zum Greis.
      Darüber verliert die neue Bürgermeisterin kein Wort. Kein Einziges.
      Weil sie ja sonst ihrer Busenfreundin im Landratsamt zu nahe treten müsste....
      Also sparen wir lieber an den Weihnachtsbäumen...

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  7. Thomas Birkenwälder4. November 2012 um 16:24

    Schade, dass man solche Zahlen so selten zu hören bekommt.
    80 Millionen kostet diese "Kreisumlage" in den nächsten zehn Jahren?
    Nur in Eppelborn? 8 Millionen pro Jahr?
    Da bleibt mir die Spucke weg....

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