Donnerstag, 23. Januar 2014

"Europäische Solidarität oder Schuldenunion?" Wolfgang Bosbach zu Gast in Saarbrücken

Er ist einer der profiliertesten politischen Köpfe Deutschlands, er ist ein gefragter Redner und Diskussionspartner.
Und der ist einer, dem man gerne zuhört.
Auch gestern Abend im Haus der Union-Stiftung in Saarbrücken zog Wolfgang Bosbach die Zuhörer in seinen Bann. Der Saal war bestens gefüllt, viele Zuhörer mussten die Rede und die anschließende Diskussion vom Foyer und von den Fluren aus verfolgen.

Bereits zu Beginn der Veranstaltungen hatte Bosbach die Sympathien auf seiner Seite: Als Dr. Wolfgang Bosbach begrüßt, stellte er sogleich klar, dass er keinen Doktortitel habe - und auch noch nie einen besessen habe: 
"Das muss man ja heute schon dabei sagen", konstatierte der Bergisch-Gladbacher mit einem Augenzwinkern und in seinem besten rheinischen Dialekt und man merkte: Dem Mann haben auch Jahrzehnte in der Bundespolitik seinen Humor nicht rauben können. 
Obwohl das Thema des Abends ja durchaus einen wirklich ernste Hintergründe hat, war der Vortrag des heute 61jährigen zu keinem Zeitpunkt trocken.
Im Gegenteil: Er brachte die Fakten derart treffend und anschaulich auf den Punkt, dass dazwischen immer auch Platz für eine kleine Anekdote rund um das Thema blieb.




Bosbach machte auch gestern aus seinem Herzen keine Mördergrube: Er, der dem zweiten Hilfspaket für Griechenland und einer Ausweitung des europäischen Rettungsschirmes aus Gewissensgründen und tiefer Überzeugung nicht zugestimmt hat, machte auch bei der Union-Stiftung deutlich, dass es dafür gute Gründe gab und gibt.
"Wenn Ihnen einer tausend Euro bietet, wenn Sie eine auf 2 Meter gelegte Latte überspringen und sie schon von vorne herein wissen, dass Sie das nicht schaffen können - was nutzt es dann, wenn er Ihnen 2.000 Euro bietet und dafür dann die Latte auch noch auf 2,20 Meter legt?"
Besser kann man die Problematik der Griechenland-Hilfspakete kaum auf den Punkt bringen.
Bosbachs Argumente leuchten ein. Und ich glaube, es war richtig, dass er so abgestimmt hat, wie er abgestimmt hat. Das gilt im Übrigen - wie ich finde - genauso auch für unseren saarländischen Bundestagsabgeordneten und Freund Alexander Funk, der ebenfalls diese Meinung vertritt.
Für diejenigen, die einen Blick hinter die Kulissen der Europäischen Finanzpolitik werfen wollten, war es gestern ein interessanter Abend.
Und für diejenigen, die einen charismatischen Bundespolitiker live und in Farbe erleben wollten, erst Recht.


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