Freitag, 3. Januar 2014

Pofalla der Bahn-Millionär? Ein Stück aus dem Tollhaus.

Nein - ich habe nichts dagegen, dass Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn AG wechselt.
Die Bahn ist ein Staatsunternehmen, auch wenn sie sich Aktiengesellschaft nennt. Wenn ein ehemaliger Kanzleramtsminister dort Verantwortung übernimmt, muss das nicht unbedingt schlecht sein.
Wahrscheinlich mehr noch als in jedem anderen politischen Amt sollte ein Kanzleramtsminister ja schließlich ein Strippenzieher, ein Manager, ein Moderator sein. 
Und jemand mit Durchblick und Verständnis für Zusammenhänge tut der Deutschen Bahn sicherlich gut.
Pofalla hat, wenn man mal von seiner völlig unsinnigen Erklärung, die NSA-Bespitzelungsaffäre sei beendet, absieht, in seinem Job als rechte Hand der Kanzlerin ja ganz gute Arbeit geleistet. 

Wenn nun aber davon die Rede ist, sein künftiges Gehalt betrage zwischen 1,3 und 1,8 Millionen Euro, dann muss man sich schon an den Kopf fassen. 
Die Kanzlerin verdient runde 250.000 Euro im Jahr.
Das ist eine Menge Geld, aber nicht nur Peer Steinbrück ist erklärtermaßen der Ansicht, dass es für jemanden, der die Politik eines ganzen Landes, mit allen Folgen für mehr als 80 Millionen Einwohner steuert und gestaltet, ruhig ein bissel mehr sein könnte.
Dass aber ein Bahnvorstand das vier-, fünf- oder sechsfache eines Bundeskanzlerinnengehaltes oder gar noch mehr dafür bekommen soll, dass er das Bindeglied zwischen Eisenbahnverkehr und Politik spielen soll, ist in meinen Augen bekloppt. 
Führt man sich dann auch noch vor Augen, dass neben Ronald Pofalla und Bahn-Chef Grube noch sechs weitere Vorstandsmitglieder derart fürstlich entlohnt werden, so versteht man schnell, wieso trotz der ständig steigenden Fahrkartenpreise das Geld nicht langt, um die unzähligen maroden und nicht selten völlig versifften Bahnhöfe, Bahnsteige oder Fahrkartenautomaten wenigstens halbwegs in Ordnung zu halten.


Meine Monatskarte, ein Jobticket von Eppelborn nach Saarbrücken, kostet rund 95 Euro. 
Sollte Ronald Pofalla also künftig wirklich das laut mehreren Medien durchschnittliche Bahnvorstandssalär von 1,8 Millionen Euro im Jahr einstreichen, müssten alleine für sein Gehalt satte 18.974 Monatskarten in dieser Preislage vertickt werden.
Die Kritik darüber als bloße Neiddebatte abzutun, ist meiner Meinung nach zu kurz gesprungen.
Hier stimmt das Verhältnis nicht mehr. 
Und zwar ganz grundsätzlich.



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