Donnerstag, 17. Juli 2014

Milchmädchen-Rechnungen haben dieses Jahr bei Eppelborner Ratsmitgliedern Konjunktur.

Hihi.... da hat sich doch tatsächlich jemand daran gemacht und - in vermutlich mühsamer Kleinarbeit - folgendes ausgerechnet:
 

"55,7% der Eppelborner Bürger haben nicht CDU oder FDP gewählt."

Doch upps... da hat er sich ja verrechnet. 

Kann ja mal passieren.
Schade, dass er in seinem facebook-Eintrag (den er nach der Veröffentlichung dieses Blogposts bestimmt gleich zumindest bei den Zahlen korrigiert) jedoch noch öfter daneben liegt:
Zum einen durften in Eppelborn nicht nur die Bürger, sondern auch die Bürgerinnen wählen. In Zeiten, in denen sozialdemokratische Bundes-Staatssekretärinnen pressewirksam ihre Dienstausweise wegen fehlender weiblicher Form zurückschicken, sollte man diesem sehr erfreulichen Umstand doch gerade als Sozialdemokrat ein Mindestmaß an Beachtung schenken.

Von den Eppelborner Bürgerinnen und Bürgern, die dann zur Wahl gingen, haben 44,2 Prozent die CDU und 1,7 Prozent die FDP gewählt. Das sind nach Adam Riese zusammen 45,9 Prozent.
Zieht man diese von den 100% der abgegebenen gültigen Stimmen ab, so zeigt sich, dass tatsächlich 54,1 Prozent der Eppelborner nicht CDU oder FDP gewählt haben.
Würde er - was er ja nicht tut - die FDP ganz beiseite lassen, so haben 55,8 Prozent nicht CDU gewählt.

Das ist dann nur knapp neben seiner  Rechnung.
Aber auch knapp daneben ist letztlich daneben.

Tatsache ist: Jeder und jede darf die Partei und die Kandidaten wählen, die er/sie für die besten Vertreter seiner bzw. ihrer Interessen hält.
Bei einer großen Mehrheit war das auch dieses Mal in der Gemeinde Eppelborn die CDU, weshalb die CDU erneut zur stärksten Fraktion im Gemeinderat wurde.
Klingt einfach und ist auch einfach.
Oder?

Nun weiß ich ja, was mit solchen MilchmädchenRechnungen beabsichtigt ist: 
Man will verdeutlichen, dass die Menschen in Eppelborn ja einen Politikwechsel wollten und was auch immer sonst noch. Und genau deshalb muss ich Sie jetzt doch persönlich ansprechen, lieber neuer Gemeinderatskollege Stefan Groß von der SPD, denn ich habe ganz viele Fragen:

  • Wenn Sie so rechnen, lassen Sie da nicht ein paar Dinge völlig außer Acht?

  • Die Kandidaten der SPD wollten doch noch deutlich weniger Eppelborner an der Spitze sehen, sonst hätte Ihre Partei wohl kaum 6,2 Prozent, also 517 Stimmen weniger als die CDU. Oder?

  • Ist ihnen bewusst, dass im zentralen Ort Eppelborn, dort wo  die Wählerinnen und Wähler unmittelbar zwischen dem von Ihnen so arg geschmähten Berthold Schmitt und den Kandidatinnen und Kandidaten Ihrer Partei wählen konnten, bei weitem noch nicht einmal halb soviele Wählerinnen und Wähler für die SPD gestimmt haben als für die CDU und für Berthold Schmitt (1.412 zu 616 Stimmen)? 

  • Sind diese sehr guten Zahlen für Berthold Schmitt nicht eher die Wahlergebnisse eines Kümmerers als die eines "Gutsherren"?
  • Und glauben Sie allen Ernstes, dass Sie mit solchen beschämenden Spielchen, wie sie in der vergangenen Woche unter aktiver Mitwirkung der SPD im Gemeinderat geboten wurden, die Menschen in unserer Gemeinde für unsere Demokratie begeistern können?
  • Warum glauben Sie, liegt in den drei Dörfern unserer Gemeinde mit einer SPD-Mehrheit die Wahlbeteiligung so deutlich (im Schnitt über 5 Prozent) niedriger als in den anderen Dörfern?
  • Noch eine letzte Frage: Warum schaffen es vier von fünf der im Rat vertretenden Parteien zusammenzuarbeiten und nur eine nicht? 

Wenn Sie es schaffen, diese Fragen alle richtig zu beantworten, könnte Ihre erste Legislaturperiode vielleicht doch noch für unsere Gemeinde und für die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit im Gemeinderat von Nutzen sein.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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