Montag, 27. April 2015

Frisch gelesen: "Heilige Kuh" von David Duchovny

Bild: Heyne Verlag
Ich habe gerade David Duchovnys “Heilige Kuh” (Originaltitel: Holy Cow) gelesen. Und bin begeistert. 
Der “Akte X”- und “Californication’-Hauptdarsteller hat eine moderne Fabel erdacht und zu Papier gebracht, die berührt und die zum Nachdenken über gleich mehrere Fragen anregt:
Was essen wir?
Wo kommt das Essen her?
Was haben Kühe, Popkultur und der Palästina-Konflikt miteinander zu tun?

Letztlich erfahren wir auch, was die die Kuh Elsie von Hamburgern, der Truthahn Tom von Thanksgiving sowie das zum Judentum konvertierte Schwein Schalom von Spare Rips halten. 
Aus dem Englischen übersetzt wurde "Holy Cow" von dem Journalisten und Autor Timur Vermes ("Er ist wieder da"), erschienen ist das 224-seitige Büchlein im Heyne Verlag.

Doch worum geht es in dieser Geschichte?
Eine junge Kuh namens Elsie macht mit ihrer besten Freundin Mallory einen nächtlichen Ausflug zu den jungen Stieren ihres Hofes. Als sie am Fenster des Wohnhauses vorbeikommt, wird sie auf das Flimmern des "Schachtelgottes" (des Fernsehers) aufmerksam und wirft einen Blick in die gute Stube der Bauernfamilie. Im TV läuft gerade eine Dokumentation über "industrielle Mastbetriebe" - die moderne Tierhaltung und die Fleischverarbeitung.
Dieser Moment verändert Elsies Leben; ihre bis dato heile Welt geht in die Brüche.
Und so beschließt sie, den Hof zu verlassen, ein festes Ziel vor Augen:
Indien.
Das Land, in dem Kühe heilig sind.
Zwei weitere Hofbewohner schließen sich ihr an: Jerry das Schwein, das zum Judentum konvertiert und sich fortan Schalom nennt, möchte nach Israel - ein Land, in dem niemand auf die Idee käme, ein Schwein zu essen.
Und dann noch Tom, der smartphone-affine Truthahn. Er möchte nicht als Thanksgiving-Braten enden und hält deshalb strenge Diät. Sein Ziel lautet Türkei, auf englisch Turkey. "In einem Land, das nach einem Truthahn benannt ist, wird es ihm sicherlich nicht schlecht ergehen," denkt er sich.
Und so machen sich die drei auf eine abenteuerliche Reise, bei der sich letztlich man überraschende Erkenntnis durchsetzt.

Man darf bei dieser doch sehr fantastischen Geschichte nicht über jedes Detail nachdenken. Über einiges muss man großzügig hinwegsehen und viel mehr die Philosophie hinter der Geschichte zum Dreh- und Angelpunkt machen.
So ist das eben bei einer Fabel
Wenn das gelingt, hat man mit diesem Buch nicht nur viel Spaß, sondern kommt auch ein wenig ins Grübeln, ob manches, was "Mensch" so tut und isst, noch mit einem guten Gewissen vereinbar ist.

"Heilige Kuh" erhält in meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf Sternen und eine glatte Leseempfehlung!

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