Samstag, 17. Oktober 2015

Gemeinderat zeigt Wertschätzung für Initiativen der Jugend: Deutliche Mehrheit für JUZ Bahnhofstraße

"Wir erleben hier einen Eiertanz" formulierte es Michael Hoffmann, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Eppelborner Gemeinderat, recht treffend in Richtung der Sozialdemokraten. Diese suchten auch dieses Mal wieder alle möglichen Gründe und Ausflüchte, um ein neues Jugendzentrum in der Bahnhofstraße zu verhindern. Alle anderen Fraktionen und auch die jungen Leute vom JUZ-Orga-Team hatten dieses Gezerre erkennbar satt. Und so fiel nun mit einer deutlichen Mehrheit von achtzehn zu zwölf Stimmen die Entscheidung, die von der Bauaufsicht geforderten Gutachten für die geplanten Räumlichkeiten endlich auf den Weg zu bringen.


Zentral gelegen, ideal räumliche Voraussetzungen.
Den Vorwurf der Untätigkeit hatte Bürgermeisterin Müller-Closset ja bereits in einer der letzten Ratssitzungen weit von sich gewiesen. Die Tatsache aber, dass sie es auch in dieser Frage nicht geschafft hat, nach fast zwei Jahren dem Rat endlich eine entscheidungsreife abschließende Vorlage auf den Tisch zu legen, kann niemand ernsthaft bestreiten.
Nicht wenige Ratsmitglieder waren deshalb irritiert, als nun neben dem im Grundsatz bereits beschlossenen Standort in der Bahnhofstraße erneut drei weitere Alternativen zur Diskussion gestellt wurden. Neben den - auch meiner Meinung nach denkbar schlecht geeigneten Räumlichkeiten im Keller des Hallenbades - wurden nun eine Container-Lösung sowie ein ausrangierter Bahnwaggon als "Stein der Weisen" präsentiert. Nicht eine der Alternativen war jedoch bis zum Ende durchdacht und konnte der Diskussion zu keinem Zeitpunkt ernsthaft standhalten.


Ich freue mich, dass nun mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung getroffen wurde, am Standort Bahnhofstraße die Maßnahmen für den Brandschutz zu untersuchen.
Ich kann nur hoffen, dass auch Bürgermeisterin Müller-Closset und die SPD endlich ihren Widerstand aufgeben und helfen, dieses Projekt zu einem zügigen und guten Ende zu bringen.
Es ist spürbar: DIe Fraktionen im Gemeinderat suchen die Zusammenarbeit. Es wäre schön, wenn auch die Sozialdemokraten endlich mitmachen würden.



Vielleicht hilft es ja, wenn sie einen Blick in den aktuellen Kinder- und Jugendbericht des Saarlandes werfen. Dort ist treffend dargelegt, wie wichtig gerade die Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit im ländlichen Raum sind:


"Vor allem in ländlichen Regionen wachsen Kinder immer häufiger kaum noch mit Gleichaltrigen auf, die im Entwicklungsprozess eine erhebliche Rolle spielen. Gleichaltrige trifft man häufig nur noch in der Schule oder eigens geschaffenen Angeboten der offenen oder verbandlichen Jugendarbeit. Daraus ergeben sich ganz neue Aufgaben für die Familienpolitik sowie die Kinder- und Jugendhilfe. Die Ausgestaltung einer kinder- und familienfreundlichen Lebenswelt wird angesichts des demographischen Wandels zu einer zentralen gesellschaftspolitischen Frage, die sich aus dem Randbereich der weichen und wenig beachteten Politikfelder zu einem elementaren Kernbereich entwickelt. (...)
Etwa jeder dritte junge Mensch nutzt heute die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit (z. B. Jugendhaus)."

Ein Jugendzentrum ist heute mehr, als nur ein Rückzugsort für Jugendliche. Es ist ein Ort, an dem die jungen Menschen lernen, neue Verantwortungen zu übernehmen.
Es ist ein Bildungsort, an dem Schulungen zum Beispiel zum Erwerb der Jugendleitercard Juleica durchgeführt werden . Und ja - es ist auch ein Raum, in dem alternative Möglichkeiten der Freizeitgestaltung genutzt werden können.
Ich glaube fest daran, dass diese jungen Leute, die sich heute so engagiert für ein JUZ einsetzen, kein Gängelband brauchen. 

Oder um es frei nach Bismarck zu sagen: Setzen wir das Projekt endlich auf's Pferd. Reiten wird es schon können!"

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