Samstag, 17. Oktober 2015

Mein Wochen-Highlight: Die Frankfurter Buchmesse 2015

Mein erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse brachte gleich schon die Erkenntnis: Ein Tag reicht bei weitem nicht aus. Nicht nur die ausgestellten Bücher sorgten dabei für vielfältige Eindrücke, noch weitaus interessanter waren die vielen Veranstaltungen, Diskussionsrunden, Vorträge und Lesungen auf der weltgrößten Messe rund um Buch und Literatur.

Kaum angekommen, lief uns - sehr zur Begeisterung der beiden, mich begleitenden Schülerzeitungs-Reporterinnen Noelle und Maja - bereits eine bekannte Youtuberin über den Weg, die natürlich auch gleich in ein Gespräch verwickelt wurde.
Ein wenig später im Lesezelt, als als Kai Meyer aus seinem neuen Buch "DIE SEITEN DER WELT" vorlas, saß mit peachgalore wohl eine der bekanntesten Youtouberinnen zum Thema Bücher neben den Mädels. Leider kann man in Lesungen so schlecht jemanden ansprechen, so dass hier keine Chance zum Austausch bestand. "Die Seiten der Welt" wurde übrigens bereits auf der Leipziger Buchmesse als Bester Phantastischer Roman 2015 ausgezeichnet. Kai Meyer erhielt den Preis bereits zum zweiten Mal, zuletzt 2013 für ASCHE UND PHÖNIX.
Da die Interessen altersbedingt zum Teil sehr unterschiedlich waren, vereinbarten wir einen Treffpunkt, ehe sich unsere Wege vorübergehend trennten. So konnte ich beispielsweise entspannt und interessiert zuhören, wie theoretisch doch oft Argumente von Politikern bleiben und wie fern der Realität manche diskutieren. In diesem Fall war es der gescheiterte hessische Ministerpräsidentenkandidat Schäfer-Gümbel, der sich an der Frage Flüchtlingskrise und Ehrenamt versuchte. Nun ja... offenbar kommt es manchmal einfach auf den Blickwinkel an....

Deutlich interessanter war da schon die Diskussion mit Albrecht von Lucke über dessen Buch "Die schwarze Republik und das Versagen der deutschen Linken". Ein Buch, das ich mir ganz sicher noch zulegen werde.
Auch die Diskussion zum Thema "Wie kann Inklusion im Sport gelingen?" war sehr spannend. Die Diskutanten im Podium waren sich einig darin, dass die Teilhabe der Menschen mit und ohne Behinderungen am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben eine elementare Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft ist. Unterschiedliche Aspekte zeigten im Ergebnis, welche Rolle die Inklusion nicht nur im Unterricht in der Schule spielen sollte, sondern auch im Schul-Sport sowie im Sport in Sportvereinen und Sportverbänden. Die Diskussion machte aber letztlich auch deutlich, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit in dieser Frage noch auseinanderklaffen.


Überraschend trafen wir dann noch mit Adnan Maral zusammen. Der Schauspieler (Türkisch für Anfänger, Die wilden Kerle, Einmal Hans mit scharfer Soße) entpuppte sich als sehr sympathischer und offener Gesprächspartner, der seine Zuhörerinnen und Zuhörer innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann zog. Er sprach nicht nur über sein neues Buch "Super unkühl, Alter!", sondern auch über seine Film- und Fernsehrollen und wie sehr er sich darüber freut, dass er nicht mehr nur auf Rollen festgelegt wird, bei denen sein Migrationshintergrund rollenprägend ist. Als eine Zuhörerin äußert, er sei ja zwischen den Kulturen zuhause, widerspricht er sofort, auch den Begriff Multikulti lehnt er zum Beispiel in Bezug auf die Fußballnationalmannschaft vehement ab. Man sei in der Kultur zuhause, in der man lebe, in der man sich zuhause fühle - und für die man in diesem Falle auf dem Platz stehe. Natürlich müsse man sich intergrieren, aber natürlich bringe man auch etwas mit, bringe etwas ein. Kulturen lebtem immer auch davon, sich weiterzuentwickeln, so Maral. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, wie ich finde.

Ich könnte hier endlos über den einen Tag Buchmesse Frankfurt schreiben, so vielfältig sind die Eindrücke, die Begegnungen. Ob Enie van de Meiklokjes, Ulrich Wickert, Henryk M. Broder, der sehr sympathischen Kerstin Gier, dem Zuschauermagneten Thomas Gottschalk und den vielen anderen, denen ich zuhören konnte, die mir über den Weg liefen, sie alle machten diesen Tag interessant.
Dass ich ganz nebenbei auch noch meine Lieblingsnichte traf, war ebenso eine tolle Sache wie die signierten Bücher, die meine beiden Begleiterinnen anschließen im Gepäck hatten.

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