Montag, 4. November 2013

Die Energiewende: Unsere kommunale Chance, auf die Gewinnerseite zu wechseln

Eppelborn befindet sich in bester Gesellschaft:
Immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise nehmen die Energiewende selbst in die Hand.
Auch für mich persönlich geht es als Gemeinderatsmitglied um nichts weniger als um die Frage, ob wir mutig und zukunftsorientiert genug sind und es schaffen, auch Eppelborn zu einer Energiekommune zu machen. 

Nur dann können auch die Dörfer unserer Gemeinde und letztlich auch unsere Bürgerinnen und Bürger von der Wertschöpfung in einer neuen Energielandschaft profitieren.
Wer sich nämlich die Mühe macht, hinter die Kulissen der aktuellen Strompreisdiskussionen zu blicken, spürt sehr schnell, dass einige der Argumente nicht so ganz schlüssig sind und dass nur die wenigsten Diskussionsbeiträge durch reine Menschenfreundlichkeit motiviert sind.
Die Wahrheit liegt - wie so oft - im Auge des Betrachters.
Reduziert auf einige wenige Fakten wird deutlich, was hinter den Diskussionen und den verschiedenen Sichtweisen steckt und wie unterschiedlich Interessen doch verteilt sein können.

Tatsache ist: Mit der Energieerzeugung ist Geld zu machen.
Wo aber fließt dieses Geld hin?
Bisher flossen immense finanzielle Mittel mangels eigener großer Rohstoffressourcen in den Import von Kohle, Gas, Öl und Uran. Und damit ins Ausland und in die Kassen der Rohstoffspekulanten.
Bei der Erzeugung und dem Stromverkauf hatten zudem vier Energieriesen Deutschland unter sich aufgeteilt - und damit fast eine Lizenz zum Gelddrucken. 
Doch die Parameter haben sich durch den Beginn der realen Energiewende verschoben - und die Mitglieder dieser Allianz sind darüber nur begrenzt erfreut. 
Wer aber am Ende des Tages auf der Gewinnerseite stehen wird, ist noch lange keine ausgemachte Sache. Mut und Entscheidungen sind gefragt.

Gewinner oder Verlierer?
Das Magazin "Der Gemeinderat" bringt in seiner aktuellen Ausgabe auf den Punkt, was droht, wenn wir die Teilhabe an der Energiewende verschlafen: "Regionen ohne eine eigene dezentrale Energieversorgung könnten schon bald zu den Verlierern dieses Strukturwandels gehören."
Gerade als Gemeinde im ländlichen Raum können wir nun durch unser hohes Flächenpotenzial sogar zum Gewinner der Energiewende werden.
Wir können Wertschöpfung bei uns vor Ort generieren und unser Geld wieder stärker bei uns im ländlichen Raum binden - so wie es schon der große Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen forderte: "Das Geld des Dorfes dem Dorfe".

Die Basis ist bereits geschaffen - nun sind mutige und zukunftsorientierte Entscheidungen gefragt
Mit der Gründung unserer Bürgerenergiegenossenschaft (BEE eG) und der mittelfristig angestrebten stärkeren Kooperation mit den Gemeindewerken Eppelborn haben wir bereits eine wichtige Basis geschaffen, um das Ziel "Energiegemeinde" zu erreichen. Mit der Beteiligung an der neuen Windenergieanlage Elmersberg II ist die BEE in das erste große Projekt eingestiegen - das erste echte Bürgerwindrad in der Gemeinde Eppelborn (siehe Foto)
Das Projekt läuft erfolgreich, die Arbeiten sind im Zeitplan.
Spätestens zur Mitte des kommenden Jahres wird das Windrad offiziell ans Netz gehen.
Mit der erfolgreichen Realisierung des Solarparks Bubach, der bereits im Januar des kommenden Jahres ans Netz gehen soll, würde der Wechsel unserer Gemeinde auf die Gewinnerseite der Energiewende endgültig zementiert.
In dieser Woche wird der Gemeinderat entscheiden, ob er endgültig grünes Licht für den Bau des Solarparks Bubach gibt - und damit für ein Leuchtturmprojekt für unsere Gemeinde, für die BEE und für die Menschen vor Ort in unseren Dörfern.









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