Mittwoch, 10. Dezember 2025

A8: Erste Brückenhälfte der neuen Kasbruchtalbrücke wird in Betrieb genommen - mit vorübergehenden Verkehrseinschränkungen muss gerechnet werden.

Der Ersatzneubau der Kasbruchtalbrücke auf der Autobahn A8 schreitet voran — und in Kürze wird der Verkehr auf die erste neue Brückenhälfte (Richtung Luxemburg) umgelegt. Das teilt die Autobahn GmbH (Niederlassung West) in ihrer aktuellen Pressemitteilung mit. Kurzzeitig kann es dabei zu Einschränkungen im Straßenverkehr auf der A8 kommen.

🔹 Was passiert?

  • Zwischen den Anschlussstellen (AS) Wellesweiler (25) und Neunkirchen-Oberstadt (24) wird der Verkehr in Richtung Luxemburg künftig über die neue Hälfte der Kasbruchtalbrücke geführt.

  • Für die Umlegung der Verkehrsführung werden ab Donnerstag, dem 11.12.2025 (ca. 08:00–13:30 Uhr), vorbereitende Arbeiten mit einspuriger Verkehrsführung durchgeführt.

  • Eine Vollsperrung der Richtungsfahrbahn Luxemburg ist geplant von Freitag, 12.12.2025, 20:00 Uhr bis Sonntag, 14.12.2025, ca. 10:00 Uhr. Danach wird der Verkehr über die neue Brückenhälfte geleitet.

In der Folge beginnt der Rückbau der alten Brückenhälfte (RB Luxemburg), und später – nach Umbauten – auch der Neubau der zweiten Hälfte (RB Pirmasens). Die endgültige Verkehrsführung mit zwei Fahrstreifen je Richtung auf der neuen Brücke ist für die darauffolgenden Monate geplant. 


🛠 Hintergrund: Der große Umbau der A8 im Neunkirchener Raum

Der Ersatz der Kasbruchtalbrücke ist Teil eines groß angelegten Projekts: der Grundhafte Erneuerung der A8 zwischen Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz Neunkirchen. In diesem Zusammenhang werden Fahrbahn, Entwässerung, zahlreiche Brückenbauwerke und Lärmschutzanlagen umfassend erneuert. 

  • Gesamtlänge: etwa 6 km Ausbauabschnitt. 

  • Investitionsvolumen: ca. 136 Millionen Euro.

  • Baubeginn: Februar 2022. Voraussichtliches Fertigstellungsjahr: 2031. 

Darüber hinaus umfasst das Projekt unter anderem: Neubauten von Brücken (u.a. auch der benachbarten Landertalbrücke), neue bzw. erhöhte Lärmschutzwände, modernisierte Entwässerungs- und Rückhalteanlagen sowie landschaftspflegerische Maßnahmen z. B. im Bereich Wasserschutzgebiete. 

Auch für die Anwohner in betroffenen Gebieten — z. B. Furpach, Wellesweiler, Neunkirchen und Umgebung — soll der Lärm durch neue Schallschutzwände reduziert werden. 


✅ Was bedeutet das für Verkehrsteilnehmer — und was sollte man jetzt wissen?

  • In der Zeit vom 12.–14. Dezember kann es in Richtung Luxemburg zu Vollsperrungen und Umleitungen kommen — am besten vor Fahrtantritt informieren (Radio, Navigationsdienste).

  • Nach der Umlegung wird der Verkehr zunächst eintstreifig über die neue Brückenhälfte geführt — mit Einschränkungen ist also vorerst zu rechnen.

  • Die Umleitungen führen unter anderem über die L 114 / Limbacher Straße / Zweibrücker Straße durch Furpach zur AS Neunkirchen-Oberstadt.

Für Pendler und Anwohner in der Region heißt das konkret: rechtzeitig losfahren, Umleitungen einplanen, auf Live-Verkehrsmeldungen achten — und sich auf mittelfristig deutlich bessere Verkehrsverhältnisse freuen.


🔭 Ausblick

  • Im Frühjahr 2026 steht der Abriss der alten Brückenhälfte (RB Luxemburg) an und danach der Neubau der zweiten Hälfte — bis dahin bleibt die neue erste Hälfte unter Verkehr. 

  • Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Strecke vierstreifig mit durchgehenden Standstreifen und moderner Infrastruktur zur Verfügung stehen — mehr Sicherheit, weniger Lärm, bessere Verkehrsführung. => Ein echter Gewinn für die Region.

Montag, 8. Dezember 2025

Wärmeplanung im Saarland: Warum wir jetzt Klarheit und echte Unterstützung brauchen

Mit meiner aktuellen Kleinen Anfrage (Drucksache 17 / 1910) möchte ich von der Landesregierung wissen, wie weit unsere Städte und Gemeinden bei der kommunalen Wärmeplanung tatsächlich sind. Denn eines ist klar: Die Wärmewende entscheidet sich nicht in Berlin, sondern bei uns vor Ort.

Warum Wärmeplanung so wichtig ist

Die kommunale Wärmeplanung beantwortet zentrale Fragen für alle Bürgerinnen und Bürger:

  • Wie heizen wir in Zukunft – und zu welchen Kosten?

  • Kommt ein Wärmenetz in meine Straße?

  • Welche Lösungen sind für mein Haus langfristig sinnvoll?

Damit das gelingt, hat der Bund klare Vorgaben gemacht, und das Saarland hat mit dem Wärmeplanungsumsetzungsgesetz (WPUG) die landesrechtliche Grundlage geschaffen. Doch ein Gesetz allein reicht nicht:
Die Kommunen brauchen Unterstützung – fachlich, organisatorisch und finanziell.

Andere CDU-geführte Länder machen vor, wie es geht

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, wie Wärmeplanung erfolgreich unterstützt werden kann:

  • Schleswig-Holstein hat ein eigenes Wärmekompetenzzentrum aufgebaut. Dort bekommen Kommunen Beratung, Daten, Leitfäden und konkrete Hilfen bei Ausschreibungen.

  • Hessen verteilt die Bundesmittel transparent an die Kommunen und ergänzt sie durch eigenes Landesgeld – damit das Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird.

  • Nordrhein-Westfalen stellt digitale Werkzeuge und Fortbildungen bereit, mit denen Mitarbeitende in den Rathäusern die komplexe Aufgabe professionell bewältigen können.

Diese Beispiele zeigen: Die CDU setzt überall auf Unterstützung statt Überforderung.

Was bedeutet das für das Saarland?

Auch bei uns stehen die Kommunen vor großen Herausforderungen: Daten sammeln, Bestände analysieren, Potenziale bewerten, Beteiligungsprozesse organisieren – das ist für viele Gemeinden ohne Hilfe kaum zu stemmen.

Mit meiner Kleinen Anfrage möchte ich daher klären:

  • Welche Kommunen haben bereits mit der Wärmeplanung begonnen?

  • Welche Fördermittel sind geflossen – und reicht das aus?

  • Welche Unterstützung bietet das Land konkret an?

  • Plant die Landesregierung ähnliche Angebote wie andere erfolgreiche Bundesländer?

Denn aus Sicht der CDU ist eindeutig:

1. Die Kommunen dürfen nicht allein gelassen werden.

Nur mit kompetenter Begleitung können Wärmepläne entstehen, die den Menschen wirklich helfen.

2. Bundesmittel müssen bei den Städten und Gemeinden ankommen.

Geld, das für Wärmeplanung gedacht ist, darf nicht im Landeshaushalt versickern.

3. Wir brauchen auch im Saarland ein „Wärmekompetenzzentrum“.

Ein zentraler Ansprechpartner würde Kommunen massiv entlasten.

Fazit: Wärmewende gelingt nur mit starken Kommunen

Die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Handwerk und Wohnungswirtschaft brauchen Planungssicherheit. Dazu gehört eine klare Linie des Landes und echte Unterstützung für die Rathäuser – nicht zusätzliche Bürokratie.

Mit unserer Kleinen Anfrage schaffen wir Transparenz und setzen ein deutliches Zeichen:

Die CDU im Saarland will eine Wärmewende, die machbar, bezahlbar und gut geplant ist. Dafür müssen wir unsere Städte und Gemeinden stärken – nicht überfordern.

Freitag, 5. Dezember 2025

Photovoltaik auf Landesliegenschaften: Warum das Umweltministerium selbst vorangehen muss

Mit meiner aktuellen Landtagsanfrage zur Nutzung von Photovoltaik auf den Liegenschaften des saarländischen Umweltministeriums möchte ich eines deutlich machen: Die Energiewende gelingt nur, wenn diejenigen, die sie politisch einfordern, sie auch selbst konsequent vorleben.

Das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz (MUKMAV) verwaltet – gemeinsam mit seinen nachgeordneten Behörden und Landesbetrieben – eine große Zahl an Gebäuden, Freiflächen, Dachflächen und Parkplätzen. Genau diese Flächen bieten enormes Potenzial, um erneuerbare Energien im Saarland weiter auszubauen und den eigenen Energiebedarf klimafreundlich zu decken.

Warum ich nachfrage – und warum es wichtig ist

Die öffentliche Hand hat eine Vorbildfunktion. Wenn die Landesregierung von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen erwartet, in Photovoltaik zu investieren, dann muss sie auch selbst zeigen, wie es geht.

Mit der Anfrage möchte ich Transparenz schaffen:

  • Welche Gebäude und Flächen gehören überhaupt zum Verantwortungsbereich des Ministeriums?

  • Wie viel davon eignet sich grundsätzlich für Photovoltaik?

  • Wo wurde bereits gehandelt – und wo nicht?

  • Warum werden bestehende Potenziale bisher nicht ausgeschöpft?

Diese Fragen sind entscheidend, um zu verstehen, wie ernst das Umweltministerium seine eigenen energiepolitischen Ansprüche tatsächlich nimmt.

Potenziale erkennen – und endlich nutzen

Dass die Landesverwaltung große Flächen besitzt, ist unstrittig. Doch erst durch eine systematische Erfassung wird sichtbar, wie viel Photovoltaik dort eigentlich möglich wäre. Von Dachflächen über Parkplätze bis zu Freiflächen wie Grün- oder Ausgleichsflächen – überall könnte Sonnenstrom erzeugt werden.

Umso wichtiger ist die Frage, die ich der Landesregierung stelle: Welcher Anteil dieser Flächen wird bereits genutzt, welche werden geplant – und warum bleibt der Rest ungenutzt?

Gerade als Umweltministerium sollte das MUKMAV hier den Maßstab setzen, statt hinterherzuhinken. Jede ungenutzte Fläche bedeutet auch eine verpasste Chance:

  • für mehr Klimaschutz,

  • für geringere Energiekosten,

  • für mehr Unabhängigkeit von konventionellen Energieträgern.

Klimapolitik beginnt nicht auf dem Papier, sondern auf dem eigenen Dach

Die Antwort der Landesregierung wird zeigen, ob das Ministerium das Thema ernsthaft und strukturiert angeht – oder ob es bei politischen Appellen bleibt, während große Potenziale brachliegen.

Wer die Energiewende gestalten will, muss sie vorleben.
Gerade ein Umweltministerium darf hier nicht Beobachter sein, sondern muss Motor sein.

Ich werde im EppelBlog weiter über die Ergebnisse berichten – und natürlich auch darüber, was sich nach dieser Anfrage politisch bewegen lässt.

Ein Tag der tiefen Trauer und der stillen Verbundenheit in Bexbach-Höchen

Der heutige Tag hat uns alle im Saarland, besonders aber die Menschen in Bexbach-Höchen, schwer belastet. Unter dichtem Nebel und in nahezu greifbarer Stille nahmen Hunderte Abschied von Obergerichtsvollzieher Christoph Jost, dem auf so unfassbare Weise im Dienst sein Leben genommen wurde. Schon am Morgen legten Bürgerinnen und Bürger Kerzen und Blumen vor der evangelischen Kirche nieder – Zeichen des Mitgefühls, der Fassungslosigkeit und des Respekts.

Die Kirche füllte sich bis auf den letzten Platz, und doch mussten viele draußen verweilen, um über Lautsprecher am Gottesdienst teilzunehmen. Polizeiseelsorger Hubertus Kesselheim fand bewegende Worte, die Trost spenden sollten – Worte, die dennoch nicht verdecken konnten, wie tief der Schmerz sitzt. Besonders ergreifend war der Moment, als Bundesjustizministerin Stefanie Hubig in ihrer Ansprache kurz die Stimme versagte. Auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger würdigte das Leben und Wirken von Christoph Jost und betonte, dass das ganze Saarland in dieser schweren Zeit an der Seite der Familie steht. Ein Trompetensolo von „My Way“ verlieh dem Abschied eine Eindringlichkeit, die wohl niemand so schnell vergessen wird.

Im Anschluss bewegte sich ein langer Trauerzug zum Friedhof – angeführt, auf ausdrücklichen Wunsch, von der Familie, die in diesen Stunden besonderen Schutz und Respekt verdient. Hinter ihr reihten sich rund 400 Menschen ein: Kolleginnen und Kollegen aus der Justiz, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft, zahlreiche Wegbegleiter aus Bexbach und der Umgebung. Ein Großteil des Dorfes war auf den Beinen, um einem Menschen die letzte Ehre zu erweisen, der sich beruflich, gesellschaftlich und privat dem Dienst am Gemeinwohl verpflichtet gefühlt hat.

Auch mein Fraktionskollege Dr. Christopher Salm und ich begleiteten als Mitglieder des Ausschusses für Justiz, Verfassung und Recht die Trauerfeier und die Beisetzung. Gemeinsam mit unserem Landes- und Fraktionsvorsitzenden Stephan Toscani sowie CDU-Generalsekretär Frank Wagner standen wir in stiller Anteilnahme an der Seite der Angehörigen. Christoph Jost war nicht nur ein geschätzter Obergerichtsvollzieher, sondern auch Mitglied unserer CDU – ein Mensch, der für seine Aufgabe und seine Mitmenschen einstand. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke.

Die brutale Tat, die ihm das Leben nahm, hat uns alle erschüttert und macht erneut deutlich, welchen Gefahren Menschen ausgesetzt sind, die täglich Verantwortung tragen und für den Rechtsstaat eintreten. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen, Solidarität zeigen und den Hinterbliebenen den Rückhalt geben, den sie jetzt so dringend brauchen. In Gedanken sind wir bei der Familie, den Freunden und allen, die um Christoph Jost trauern. Möge er in Frieden ruhen.

🎬 Die saarländischen Kinos brauchen Planungssicherheit – Landesregierung bestätigt Probleme beim Zukunftsprogramm Kino

Die Kinos im Saarland sind weit mehr als Orte der Unterhaltung – sie sind kulturelle Treffpunkte, unverzichtbar für lebendige Innenstädte und für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ländlichen Räumen des Saarlandes. Für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Alltags. Gemeinsam mit meiner Kollegin Jutta Schmitt-Lang habe ich die Landesregierung gefragt, wie es aktuell um unsere Kinolandschaft steht und wie das „Zukunftsprogramm Kino“ im Saarland genutzt wurde.
Die nun vorliegende Antwort zeigt deutlich:
Unsere Kinos leisten Großartiges – aber sie brauchen endlich Verlässlichkeit.


🏛️ Kinolandschaft im Saarland: (noch) stabil, engagiert und vielfältig

Insgesamt 16 Kinounternehmen mit 20 Kinos versorgen die Menschen im Saarland mit Filmkunst – vom Multiplex bis zum kleinen, liebevoll geführten Programmkino.
Erfreulich: Die Zahl der Kinos ist über die letzten zehn Jahre offenbar relativ stabil geblieben.

Das liegt nicht zuletzt am großen Engagement der Betreiberinnen und Betreiber, die ihre Häuser immer wieder modernisieren und neu ausrichten.


💡 Zukunftsprogramm Kino: gut genutzt – aber vom Bund nun leider ausgebremst

2023 und 2024 konnten saarländische Kinos das Bundesprogramm „Zukunftsprogramm Kino“ in Kombination mit einer Landes-Ko-Förderung nutzen.
Ergebnis:

  • 2023: 4 Anträge – alle bewilligt

  • 2024: 3 Anträge – alle bewilligt

Mit diesen Mitteln wurden viele wichtige Investitionen ermöglicht: neue Server und Projektoren, modernere Bestuhlung, Lüftungsanlagen, Online-Ticketing-Systeme und vieles mehr.

Doch ein zentrales Problem bleibt: Der Bund hat das Zukunftsprogramm 2025 nicht mehr in seinen Haushalt aufgenommen.
Die Folge: massive Unsicherheit für viele Häuser.

Besonders bemerkenswert: Der Fördertopf des Bundes war 2024 innerhalb von 20 Sekunden überzeichnet. Das zeigt, wie groß der Bedarf ist – und wie dringend eine Verstetigung wäre.


💶 Landesregierung springt ein – aber das reicht nicht

Das Saarland hat 2023 und 2024 insgesamt rund 194.000 Euro an Co-Fördermitteln bereitgestellt und will ab 2026 eine eigene investive Kinoförderung aufbauen. Das ist richtig und wichtig.

Aber klar ist auch: Ohne eine verlässliche Bundesförderung werden viele kleinere Kinos zukünftig Schwierigkeiten haben.

Gerade im ländlichen Raum sind Kinos oft kulturelle Leuchttürme – sie dürfen nicht aufgrund politischer Unsicherheiten geschlossen werden.


Das Saarland setzt sich auf Bundesebene ein

In Gesprächen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat das Saarland wiederholt gefordert, das Programm fortzuführen und finanziell zu verstetigen. Die Länder wünschen sich ein jährliches Budget – etwa 40 Millionen Euro, wie von Filmverbänden vorgeschlagen.
Leider blieb man in Berlin bislang untätig. Das ist enttäuschend, denn Kultur braucht Verlässlichkeit.


🎯 Mein Fazit

Die saarländischen Kinos stehen gut da – dank engagierter Betreiberinnen und Betreiber und guter Nutzung der bisherigen Förderprogramme.
Aber: Ohne verlässliche und langfristige Unterstützung durch den Bund droht die positive Entwicklung ins Stocken zu geraten.
Ungeachtet dessen kann ich nur empfehlen: Geht ins Kino und unterstützt so insbesondere auch die kleineren Kinos in den ländlichen Räumen unseres Landes. Kultur und Kulturförderung dürfen sich nicht nur auf die Ballungsräume konzentrieren.
Sie ist ein elementares Fundament für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Neue Entwicklungen zur Zukunft des Kohlhofs: Bürgerinitiative gegründet & Sondersitzung des Kreistages

Die Diskussion um die Zukunft der Klinikstrukturen im Landkreis Neunkirchen bewegt weiterhin viele Menschen in unserer Region. Und das zeigt sich nicht nur an der breiten öffentlichen Debatte und den Kundgebungen der vergangenen Tage, sondern nun auch an zwei sehr aktuellen Entwicklungen: Die Gründung einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Marienhaus-Klinik auf dem Kohlhof und eine außerordentliche Sondersitzung des Kreistages zur Krankenhausplanung. Beide Ereignisse unterstreichen: Die Menschen wollen Antworten – und vor allem faire, transparente und vernünftige Lösungen für unsere Region.

Bürgerinitiative für den Erhalt der Marienhaus-Klinik gegründet

Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, hat sich jetzt offiziell eine Bürgerinitiative gebildet, die für den Erhalt des Kohlhofs kämpfen will. Diese Initiative steht stellvertretend für das, was ich seit Wochen überall spüre: Die Menschen der Region wollen ihre Kinderklinik, ihre Geburtshilfe, ihre Gynäkologie und ihr SPZ nicht verlieren.

Und sie haben gute Gründe dafür:

  • Der Kohlhof ist die modernste Klinik des Saarlandes – erst vor rund 15 Jahren für 20 Millionen Euro saniert.

  • Die Klinik ist medizinisch hervorragend aufgestellt und genießt weit über Neunkirchen hinaus einen exzellenten Ruf.

  • Tausende Kinder und Familien sind jedes Jahr auf kurze Wege und schnelle, vertraute Versorgung angewiesen.

  • Ein Verzicht auf diese Strukturen wäre für Beschäftigte, Patienten und Eltern ein schwerer Schlag.

Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich – zu Recht – von der bisherigen Kommunikation des Gesundheitsministeriums überrumpelt. Ihnen wurde suggeriert, dass bereits weitreichende Entscheidungen gefallen seien, obwohl selbst die Klinikträger klargestellt haben, dass lediglich verschiedene Varianten geprüft werden.
Die Bürgerinitiative sendet ein wichtiges Signal: Die Menschen wollen mitreden – und sie wollen ernst genommen werden.
Das erste öffentliche Treffen der Bürgerinitiative findet am 11. Dezember um 19 Uhr im Gasthaus Sorg, Limbacher Straße 11 in Kohlhof statt.

Sondersitzung des Kreistages: Ministerium und Träger sollen Rede und Antwort stehen

Heute Abend findet zudem eine außerordentliche Sitzung des Kreistages statt, in der die Krankenhausplanung für den Landkreis Neunkirchen im Mittelpunkt steht. Vertreter des Gesundheitsministeriums – hoffentlich auch der Minister selbst – sowie Vertreter der beiden Träger sollen die Pläne erläutern und sich der Diskussion stellen.
Die Sitzung ist öffentlich.

Für die CDU-Kreistagsfraktion ist die Position glasklar:
Die Schließung der Kinderklinik am Kohlhof und die Verlagerung zentraler Strukturen sind nicht akzeptabel. Die Pläne des Ministers müssen grundlegend überarbeitet werden.

Auch für mich steht fest:

  • Die Kommunikation des Ministeriums war voreilig, unausgereift und hat Beschäftigte sowie Familien unnötig verunsichert.

  • Die Darstellung einer „beschlossenen“ Struktur hat sich als falsch herausgestellt – die Träger selbst mussten widersprechen.

  • Die Versorgung im Landkreis Neunkirchen würde durch eine Verlagerung spürbar geschwächt.

  • Die Bedeutung des SPZ, der Geburtshilfe und der Kinderklinik für die Region wurde in den bisherigen Plänen völlig unterschätzt.

Die heutige Sitzung ist eine Chance, endlich Transparenz in den Prozess zu bringen und nachvollziehbar aufzuzeigen, auf welcher Grundlage das Ministerium seine bisherigen Aussagen getroffen hat. 

Die Menschen im Landkreis erwarten Klarheit – keine Hinterzimmerpolitik

Die letzten Wochen haben deutlich gemacht, dass eines nicht mehr funktionieren wird: Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg. Die Sorge der Beschäftigten, die Empörung vieler Familien und die Expertise der Ärztinnen und Ärzte sind ernst zu nehmen – und dürfen nicht mit einem politisch motivierten „Zukunftsszenario“ abgetan werden.

Es geht hier nicht um Verwaltungsstrukturen.
Nicht um Zuständigkeiten.
Nicht um politische Schlagzeilen.
Es geht um Kinder. Familien. Hebammen. Pflegekräfte. Ärztinnen und Ärzte. Chronisch kranke Kinder. Patientinnen in Not.

Und es geht um eine Region, die nicht erneut eine Verschlechterung ihrer Gesundheitsversorgung hinnehmen will.
Dass sich eine Bürgerinitiative gründet und dass der Kreistag eine Sondersitzung einberuft, zeigt eines ganz deutlich: Die Zukunft des Kohlhofs ist keine Randnotiz. Sie betrifft den Kern unserer regionalen Versorgung.

Ich werde mich mit meinen Möglichkeiten weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass:

  • die Kinderklinik am Kohlhof erhalten bleibt,

  • die Geburtshilfe nicht aus Neunkirchen verschwindet,

  • das SPZ in seiner gewachsenen Struktur gesichert wird,

  • und dass der Minister endlich für die Transparenz sorgt, die in diesem Prozess längst überfällig ist.

Die Region ist wachsam. Die Menschen sind engagiert. Und das ist gut so.



Dienstag, 2. Dezember 2025

Neue rechtliche Klarheit im Krankenhauswesen – und eine Chance für mehr Fairness? Was bedeutet die aktuelle Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts für unsere Krankenhauslandschaft?

Die Krankenhauslandschaft in Deutschland befindet sich in einer der größten Umbruchphasen seit Jahrzehnten. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, hohe Anforderungen an Qualität und Digitalisierung sowie notwendige Investitionen in Gebäude und Ausstattung setzen alle Häuser unter Druck – kommunale ebenso wie frei-gemeinnützige und private. Vor diesem Hintergrund sorgt eine aktuelle Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Fachkreisen für viel Aufmerksamkeit, auch bei uns im Saarland.

Worum geht es?
Das Gericht hat am 12. November 2025 entschieden, dass Streitigkeiten über kommunale Zuschüsse an einzelne Krankenhäuser künftig vor Verwaltungsgerichten ausgetragen werden müssen. Auch wenn es dabei ausdrücklich keine inhaltliche Bewertung solcher Zuschüsse vorgenommen hat, erkennt das Gericht damit an, dass einseitige finanzielle Hilfen eine grundrechtliche Dimension haben können. Damit ist der Weg für eine genauere rechtliche Prüfung solchen Handelns grundsätzlich geöffnet.

Diese Entscheidung wird beispielsweise vom Deutschen Evangelischen Krankenhausverband als Impuls für „mehr Wettbewerbs- und Chancengerechtigkeit“ begrüßt. Denn frei-gemeinnützige Kliniken sehen sich häufig dann im Nachteil, wenn kommunale Häuser Defizite ausgeglichen bekommen, während andere Träger mit ähnlich wichtigen Leistungen leer ausgehen.

Doch worum geht es tatsächlich – und was bedeutet das für die Versorgung hier bei uns im Saarland?


1. Keine Anklage gegen kommunale Kliniken – sondern eine Stärkung der Transparenz

Wichtig ist zunächst:
Die Entscheidung richtet sich nicht gegen kommunale oder landeseigene Krankenhäuser.

Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung. Kommunale Kliniken tragen oft die Hauptlast in Notfällen, dienen als Ausbildungspartner oder tragen besondere medizinische Pflichtleistungen. Dass die öffentliche Hand Verantwortung übernimmt, ist nicht nur legitim, sondern notwendig.
Das Bundesverwaltungsgericht sagt aber: Wenn eine Kommune oder ein Land finanzielle Hilfen vergibt, müssen diese rechtlich überprüfbar und nachvollziehbar begründet sein. Und sie dürfen nicht automatisch nur einem Träger zugutekommen, wenn andere Häuser mit ähnlicher Bedeutung ebenfalls Unterstützung benötigen.

Es geht also nicht um „Kommunal gegen frei-gemeinnützig“, sondern um faire, transparente Entscheidungen.


2. Eine Chance für mehr Stabilität im gesamten Versorgungssystem

Aus der Entscheidung ergibt sich vor allem eines: Eine Chance, die Krankenhausversorgung dauerhaft zu stabilisieren.
Denn jetzt entsteht deutlich mehr Klarheit darüber,

  • welche Kriterien öffentliche Stellen anwenden sollten,

  • wie Hilfen begründet werden müssen,

  • und wie die verschiedenen Träger – kommunale, landeseigene und frei-gemeinnützige – künftig gleichberechtigter in Strukturentscheidungen eingebunden werden können.

Für ein kleines Bundesland wie das Saarland, in dem alle Häuser eng miteinander verflochten sind und regionale Versorgung nur gemeinsam gelingt, kann das ein echter Vorteil sein.

Wenn Zuschüsse und Strukturentscheidungen klar, nachvollziehbar und trägerneutral begründet werden, stärkt das die Akzeptanz bei allen Beteiligten und verhindert unnötige Konflikte. Gerade angesichts der großen Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem steht, brauchen wir ein Klima der Zusammenarbeit statt Konkurrenzkämpfe.


3. Warum trotzdem Handlungsbedarf besteht

Die Entscheidung des Gerichts zeigt zugleich deutlich: Wir stehen vor grundsätzlichen Fragen, die die Politik beantworten muss.

a) Strukturelle Nachteile frei-gemeinnütziger Häuser

Die Analyse des ehemaligen Präsidenten des Bundessozialgerichts, Prof. Rainer Schlegel, hat gezeigt:
Im derzeitigen Krankenhausrecht gibt es keine echte Absicherung des Subsidiaritätsprinzips. Das bedeutet:
Frei-gemeinnützige Kliniken, die häufig in christlicher Trägerschaft arbeiten und einen wichtigen Beitrag zur Grund- und Regelversorgung leisten, haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Ausgleichshilfen, selbst wenn sie denselben Versorgungsauftrag wie kommunale Häuser erfüllen.

Dabei sind gerade diese Kliniken vielerorts unverzichtbar – auch im Saarland.

b) Unterschiedliche Ausgangslagen der Träger

Während kommunale Häuser in finanziellen Notsituationen teilweise von ihren Trägern gestützt werden können, fehlt diese Möglichkeit frei-gemeinnützigen Einrichtungen in der Regel.
Das führt nicht zu einem fairen Wettbewerb, sondern zu einer strukturellen Schieflage, die auf Dauer auch für die Patientinnen und Patienten Folgen haben kann.

c) Hoher Reformdruck im Saarland

Wir stehen vor großen Investitionsaufgaben, unter anderem beim UKS und weiteren Standorten. Zugleich kämpfen viele Häuser mit Personal- und Finanzproblemen.
Eine tragfähige Krankenhausplanung muss deshalb sicherstellen, dass alle Träger – egal ob öffentlich oder frei-gemeinnützig – nach denselben Maßstäben bewertet werden.


4. Was jetzt notwendig ist: Ein fairer Rahmen für alle

Aus dem Beschluss lässt sich klar erkennen, was für das Saarland jetzt wichtig wird:

✔ Transparente Kriterien für öffentliche Hilfen

Wenn öffentliche Gelder fließen, müssen die Gründe dafür offen, verständlich und nachvollziehbar sein.

✔ Trägerneutrale Unterstützung bei Versorgungsrelevanz

Entscheidend darf nicht die Trägerschaft sein, sondern der Beitrag eines Hauses zur Versorgung.

✔ Ein gemeinsamer Dialog über die Krankenhauszukunft

Kommunale, frei-gemeinnützige und private Kliniken müssen gemeinsam an Strukturen arbeiten – und die Politik muss diesen Prozess stärken.

✔ Mehr Rechtssicherheit

Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass Entscheidungen auf einer stabilen gesetzlichen Grundlage stehen. Das stärkt die Planungssicherheit und verhindert, dass am Ende Gerichte entscheiden müssen, was politisch lösbar wäre.


5. Was bedeutet das für die Menschen im Saarland?

Für die Bürgerinnen und Bürger ist die zentrale Botschaft positiv:

Die Versorgung kann stabiler und gerechter gestaltet werden, wenn künftig klarere Regeln gelten.

Denn:
Wenn alle Krankenhäuser – unabhängig von ihrer Trägerschaft – verlässliche Rahmenbedingungen haben, können sie sich besser auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren: auf die medizinische Versorgung der Menschen.

Und genau das sollte im Mittelpunkt stehen.


Fazit: Eine Einladung, die Krankenhauslandschaft gemeinsam weiterzuentwickeln

Der Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts ist kein Urteil über „richtig“ oder „falsch“, und er stellt keine Klinikgruppe an den Pranger.
Er ist vielmehr ein Signal für neue Chancen:

  • mehr Transparenz,

  • mehr Chancengerechtigkeit,

  • mehr Stabilität in der Gesundheitsversorgung.

Für uns im Saarland ist das eine Gelegenheit, die Krankenhauspolitik so aufzustellen, dass alle Träger ihren Beitrag leisten können – und die Menschen weiterhin auf eine verlässliche, wohnortnahe medizinische Versorgung bauen dürfen.
Die vergangenen Monate – etwa die Diskussionen um die Kinderklinik und die Geburtshilfe am Kohlhof – haben gezeigt, wie wichtig verlässliche und frühzeitige Kommunikation der Landespolitik ist. Gerade deshalb kommt dem Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung eine besondere Verantwortung zu, die jetzigen Entwicklungen transparent und nachvollziehbar zu begleiten.
Nur eine offene Kommunikation bietet die Grundlage dafür, dass alle Beteiligten - und da meine ich wirklich alle Beteiligten! - gemeinsam an stabilen Lösungen arbeiten können.

Wenn wir diesen Impuls nutzen, können wir unser Krankenhauswesen stärken, statt Träger gegeneinander auszuspielen. Genau das ist der Weg, den wir gehen sollten.

Das Saarland steckt im Kita-Drama – Neue Zahlen bestätigen massiven Handlungsbedarf

Aktuelle Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeichnen ein alarmierendes Bild: Im Saarland fehlen 18,5 Prozent der benötigten Betreuungsplätze – ein trauriger Spitzenwert im westdeutschen Vergleich. Während der Bundesschnitt bei rund 14 Prozent liegt, rutscht unser Land, das seit 2012 bildungspolitisch von der SPD geführt wird, immer weiter ab.
Meine Kollegin Jutta Schmitt-Lang, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und bildungspolitische Sprecherin, bringt es in ihrer Einschätzung klar auf den Punkt:

„Die neuen Zahlen bestätigen frühere Erhebungen in aller Deutlichkeit: Das Saarland steckt mitten in einem handfesten Kita-Drama und liegt am unteren Ende der westdeutschen Länder – sowohl beim Ausbau der Betreuungsplätze als auch bei zentralen Qualitätsmerkmalen wie einem kindgerechten Betreuungsschlüssel.“

Besonders kritisch bewertet sie die Haltung der Landesregierung, die weiterhin einseitig auf Beitragsfreiheit setzt:

„Trotz dieser alarmierenden Warnsignale fährt die SPD-Alleinregierung weiter blindlings ihren Kurs: komplette Beitragsfreiheit, koste es, was es wolle. Das ist keine verantwortungsvolle Politik, sondern reine Symbolpolitik. Während andere Länder investieren, ausbauen und Qualität sichern, ignoriert das Bildungsministerium seit 2012 hartnäckig die Realität in unseren Einrichtungen.“

Schmitt-Lang weist darauf hin, dass Beitragsfreiheit keine fehlenden Plätze ersetzt und keine Qualitätsprobleme behebt. Die Folgen bekommen Eltern und Fachkräfte im Alltag immer deutlicher zu spüren:

„Dass es in einigen SPD-geführten Landkreisen für bis zu 25 Prozent der Kinder keinen Kitaplatz gibt, ist nicht hinnehmbar und ein bildungspolitischer Offenbarungseid.“

CDU: Verlässlichkeit, Qualität und echte Entlastung für Familien

Als CDU-Fraktion setzen wir auf pragmatische Lösungen, die sowohl Qualität sichern als auch Familien unterstützen. Dazu gehören flexible Fördermöglichkeiten für Kommunen und freie Träger, um schneller auf steigende Bedarfe reagieren zu können.

Unsere Position ist klar:

Jedes Kind soll Anspruch auf einen beitragsfreien Kita-Platz bis zu 30 Stunden pro Woche haben.
Damit entlasten wir Eltern spürbar – und schaffen gleichzeitig die Grundlagen für mehr Verlässlichkeit und echte Qualität in der frühkindlichen Bildung.

Schmitt-Lang betont deshalb abschließend: „Die neuen Zahlen bestätigen uns deutlich darin, diesen Kurs konsequent und mit Nachdruck weiterzuverfolgen.“

Montag, 1. Dezember 2025

„Arbeitgeber bekämpfen? Alles Ernstes? – Warum Bärbel Bas mit ihrer Juso-Rede eine Grenze überschritten hat

Es gibt Momente in der Politik, da verschlägt es einem schlicht die Sprache.
Der jüngste Auftritt von Bärbel Bas bei den Jusos gehört ganz eindeutig dazu. Eine Bundesarbeitsministerin — also eine der wichtigsten Vertreterinnen der Arbeitnehmer UND der Arbeitgeber in diesem Land — stellt sich auf eine Bühne und sagt öffentlich, man müsse „gegen die Arbeitgeber kämpfen“.
Entschuldigung, aber geht’s noch?

Wer in Regierungsverantwortung steht, hat die Aufgabe zu einen, zu vermitteln, zu gestalten. Nicht zu spalten. Und schon gar nicht, ganze gesellschaftliche Gruppen zu Feindbildern zu erklären.
Arbeitgeber sind keine anonyme, finstere Macht im Hintergrund. Es sind unsere lokalen Handwerker, die Mittelständler von nebenan, der Familienbetrieb, der Ausbildung ermöglicht, der Industriebetrieb, der unseren Wohlstand trägt.
Ohne Arbeitgeber gibt es keine Arbeitsplätze, keine Löhne, keine Sozialversicherungsbeiträge, keine wirtschaftliche Basis für soziale Politik.
Wer Arbeitgeber pauschal zum Feind erklärt, erklärt letztlich auch den eigenen Wohlstand zum Feind.
Eine Arbeitsministerin sollte deshalb Brücken bauen – statt Mauern hochzuziehen.

Bärbel Bas hat nicht als eine Juso-Funktionärin gesprochen, die erst noch lernen muss, dass Geld erst verdient werden muss, bevor man es wieder verteilen kann.
Sie hat als 
stellvertretende Vorsitzende einer Regierungspartei und als Bundesarbeitsministerin gesprochen.
Ihre Worte haben Gewicht, innenpolitisch wie international.
Und was signalisiert sie? 
Misstrauen statt Zusammenarbeit! 
Kampf statt Dialog. 
Polarisierung statt Lösungen.

Das mag beim Juso-Nachwuchs für Applaus sorgen — aber für ein Land, das im globalen Wettbewerb steht, in dem Betriebe um Fachkräfte kämpfen und Arbeitsplätze sichern müssen, ist es ein fatales Signal.
Diese plumpe Klassenkampfrhetorik aus der Mottenkiste des Sozialismus ist nicht nur unklug – sie ist unverantwortlich.

Wer von „bekämpfen“ spricht, betreibt eine politische Eskalation, die unser Land nicht braucht. Wir stehen vor massiven Herausforderungen: Transformation der Industrie, Bürokratieabbau, Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck.
Und in dieser Lage gießt die zuständige Ministerin Öl ins Feuer?

Statt konkrete Lösungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu liefern, setzt man lieber auf reflexhafte Feindbildrhetorik. Das ist billig, populistisch und schadensstiftend.

Sozialpartnerschaft ist kein Kampfschauplatz. Deutschland lebt vom Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern — nicht vom Gegeneinander.
Die alte, die einst erfolgreiche SPD hat diesen Grundsatz noch in ihrer Regierungsarbeit hochgehalten.
Heute gilt es offensichtlich nur noch, wenn es gerade in die parteipolitische Stimmung passt. 

Fazit: Wer so spricht, hat das Prinzip Verantwortung nicht verstanden.



Technologieoffenheit statt Verbote: Ein wichtiges Signal für unsere Automobilregion

Die Entscheidung der Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene klar für die Zulassung hocheffizienter Verbrennungsmotoren auch nach 2035 einzusetzen, ist ein längst überfälliges und ausgesprochen wichtiges Signal – gerade für uns im Saarland. Damit folgt Berlin endlich der gemeinsamen Linie, die insbesondere die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und die Ministerpräsidenten bereits seit Monaten einfordern: mehr Technologieoffenheit, weniger Ideologie.

Warum dieser Schritt so wichtig ist

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte in ihrer aktuellen Position deutlich gemacht, dass es für die Zukunftsfähigkeit des europäischen Automobilstandortes entscheidend ist, die EU-Flottenregulierung noch einmal zu überprüfen. Übergangstechnologien wie Plug-in-Hybride (PHEV), Elektrofahrzeuge mit Range Extender (EREV) und hocheffiziente moderne Verbrenner leisten einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität – und müssen daher auch nach 2035 zugelassen bleiben.

Gleichzeitig setzt sich die Union für eine gezielte Förderung ein, die vor allem Familien mit kleinen und mittleren Einkommen zugutekommt. Die Förderung von E-Autos und Plug-in-Hybriden soll unbürokratisch und sozial ausgewogen sein, mit klaren Einkommensgrenzen und einem familienfreundlichen Bonus je Kind. Klimaneutrale Mobilität darf kein Luxus sein – sie muss für alle erreichbar bleiben.

Starkes Signal aus Brüssel – wichtige Entscheidung für das Saarland

Auch die CDU-Landtagsfraktion im Saarland begrüßt die Verständigung der Berliner Koalition ausdrücklich. Unser Fraktionsvorsitzender Stephan Toscani stellte in seiner Pressemitteilung klar:

„Es wurde höchste Zeit, dass die Bundesregierung zu einer klaren, einheitlichen Linie gefunden hat. Genau diese Klarheit braucht Deutschland, um in Brüssel mit einer geschlossenen und verlässlichen Position aufzutreten. (…) Das Verbot des Verbrennungsmotors ab 2035 muss aufgehoben werden. Gerade für uns im Saarland, wo die Arbeitsplätze so stark wie in keinem anderen Bundesland am Verbrennungsmotor hängen, ist das eine ganz wichtige Entscheidung.“

Dieser Einschätzung kann ich mich als Leiter des Arbeitskreises Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz voll und ganz anschließen. Die einseitige Fixierung auf rein batterieelektrische Antriebe hat unsere Industrie in eine schwierige Lage gebracht. Technologieoffenheit ist kein Rückschritt, sondern die Voraussetzung dafür, Klimaschutz mit wirtschaftlicher Vernunft zu verbinden.

Klimaziele erreichen – aber ohne Deindustrialisierung

Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen und wir werden die Klimaziele erreichen. Aber das kann nur gelingen, wenn wir die Innovationskraft unserer Industrie nutzen und unterschiedliche technische Lösungen zulassen. Verbote führen in die Sackgasse – Offenheit für neue Wege führt zum Ziel.

Gerade das Saarland als Automobil- und Zulieferregion braucht diese Perspektive. Hunderttausende Menschen in Deutschland – tausende allein bei uns – arbeiten in Bereichen, die eng mit dem Verbrennungsmotor verbunden sind. Ihnen eine realistische Zukunftsperspektive zu geben, ist nicht nur industriepolitisch klug, sondern auch sozial verantwortlich.

Mein Fazit

Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich – auch als Leiter unseres Arbeitskreises Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz der CDU-Landtagsfraktion. Die Rücknahme des Verbrennerverbots und die Rückkehr zu echter Technologieoffenheit sind ein wichtiger Schritt für Klimaschutz mit Vernunft, für Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unserer Region und für eine zukunftsfähige Mobilität.


Sonntag, 30. November 2025

Humanitäre Verantwortung ja – aber nicht ohne außenpolitische Vernunft

In den vergangenen Tagen wurde Kritik laut, weil das Auswärtige Amt seine Strukturen neu ordnen und dabei auch die bisherige Abteilung für Krisenprävention, Stabilisierung, Friedensförderung und Humanitäre Hilfe neu aufstellen will. Eine NGO namens CARE Deutschland spricht sogar von einem „Affront gegen Menschen in Not“ und wirft der Bundesregierung vor, künftig stärker nach deutschen Interessen zu handeln.
Ehrlich gesagt: Diese Empörung ist nicht nur überzogen – sie ist Ausdruck eines politischen Anspruchsdenkens, das sich unser Land in dieser Form weder leisten kann noch sollte.

1. Interessenpolitik ist kein Tabu – sie ist staatliche Pflicht

Es gehört zu einer verantwortungsvollen Außenpolitik, Entscheidungen nicht im luftleeren Raum, sondern aus der Perspektive des eigenen Landes, seiner Bürgerinnen und Bürger und seiner internationalen Verantwortung zu treffen.
Dass Deutschlands Partnerschaften künftig klarer an strategischen Interessen ausgerichtet werden sollen, ist nichts Anstößiges, sondern ein notwendiger Schritt hin zu mehr Realismus und Handlungsfähigkeit.

Andere Staaten tun das seit Jahrzehnten – und niemand kommt auf die Idee, sie dafür zu kritisieren.

2. Wer staatliches Handeln fordert, muss auch staatliche Realität anerkennen

Humanitäre Hilfe ist wichtig – aber sie ist nicht grenzenlos finanzierbar und darf auch nicht von außenstehenden Organisationen ultimativ diktiert werden.

Deutschland hat eines der großzügigsten humanitären Budgets weltweit – trotz eigener Haushaltsprobleme, wachsender globaler Krisen und enormen innenpolitischen Herausforderungen. Wenn in solchen Zeiten Strukturen angepasst oder Mittel stärker priorisiert werden müssen, ist das kein moralisches Versagen, sondern seriöse Politik.

CARE tut so, als sei jeder Euro Kürzung und jede strukturelle Veränderung ein Angriff auf die Humanität.
Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

3. Reformen machen Hilfe nicht schwächer, sondern zielgerichteter

Ein Staat muss sich die Frage stellen dürfen, ob Strukturen noch funktionieren, ob Entscheidungen schnell genug getroffen werden und ob die eingesetzten Mittel tatsächlich Wirkung entfalten.

Wenn eine Neuordnung dazu führt,

  • dass Entscheidungswege kürzer werden,

  • Verantwortung klarer verteilt ist und

  • Mittel dorthin fließen, wo sie sicher gebraucht UND effektiv eingesetzt werden,

dann ist das kein Rückschritt, sondern ein Fortschritt.

4. Humanität und Interessen sind keine Gegensätze

CARE konstruiert einen Gegensatz, den es in der Realität so nicht gibt.
Natürlich bleibt humanitäre Hilfe bedarfsorientiert.
Natürlich wird Deutschland weiterhin dort helfen, wo Not am größten ist.

Aber: Hilfe leisten heißt nicht, eigene Interessen auszublenden.
Es bedeutet, Verantwortung mit Vernunft zu verbinden.

Deutschland ist keine neutrale Hilfsorganisation.
Deutschland ist ein souveräner Staat mit Pflichten – auch gegenüber der eigenen Bevölkerung.

5. Schluss mit der moralischen Überhöhung

Wer jetzt behauptet, Deutschland „gebe Humanität zugunsten strategischer Interessen auf“, betreibt eine Dramatisierung, die mit der Realität wenig zu tun hat.

Die Bundesregierung setzt mit der Reform kein schlechtes, sondern ein klares und realistisches Signal:
Wir helfen – aber wir handeln verantwortungsbewusst, strategisch und im Interesse unseres Landes.
Wir übernehmen Verantwortung – aber nicht ohne Maß und Mitte.
Wir bleiben humanitär – aber nicht naiv.

So muss moderne Außenpolitik aussehen.

Samstag, 29. November 2025

A8: Ausfahrt Neunkirchen-Oberstadt mehrere Tage gesperrt – Verkehr wird umgeleitet

Auf der A8 kommt es in der kommenden Woche zu spürbaren Verkehrseinschränkungen im Bereich der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt in Fahrtrichtung Luxemburg. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH setzt ihre bekannten Baumaßnahmen fort und muss dafür die Ausfahrt an der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt vorübergehend sperren.

Sperrung der Ausfahrt – vom 1. bis 6. Dezember 2025

Ab Montag, 1. Dezember 2025, ca. 8:00 Uhr, bis voraussichtlich Samstag, 6. Dezember 2025, 20:00 Uhr, steht die Ausfahrt in Fahrtrichtung Luxemburg nicht zur Verfügung.

Der Verkehr wird in dieser Zeit über die Anschlussstelle Neunkirchen-Spiesen umgeleitet; die entsprechende Umleitungsstrecke ist ausgeschildert.

Zusätzliche einspurige Verkehrsführung

Zwischen Dienstag, 2. Dezember, und Freitag, 5. Dezember 2025, wird im Bereich der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt täglich von 8:00 bis 13:30 Uhr eine einstreifige Baustellenverkehrsführung eingerichtet.

Diese Einschränkung ist für den Baufortschritt und die aufwendige Baustellenlogistik zwingend notwendig.

Hinweise zur Verkehrslage

Wie bei allen Arbeiten unter Verkehr gilt: Der geplante Zeitraum steht unter dem Vorbehalt geeigneter Witterung. Trotz der Durchführung in verkehrsärmeren Zeiten lassen sich Verkehrsbeeinträchtigungen nicht vollständig vermeiden.

Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sollten:

  • Verkehrsmeldungen im Blick behalten

  • mögliche Störungen bei der Routenplanung berücksichtigen

  • gegebenenfalls mehr Fahrzeit einplanen

Die Autobahn GmbH bittet außerdem um eine besondere Vorsicht im Baustellenbereich sowie um Verständnis für die unvermeidbaren Einschränkungen.