Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie für die Zukunft unseres Industriestandortes – gerade auch für das Saarland. Umso wichtiger wäre es ja eigentlich, dass die Landesregierung hier mit klarer Strategie, Verlässlichkeit und konkreten Ergebnissen arbeitet.
Die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage meiner Kollegen Bernd Wegner, Stefan Thielen, Tobias Hans und Dr. Christopher Salm zur sogenannten „Wasserstoff-Soirée“ wirft allerdings ein anderes Licht auf die Realität.
Viel Anspruch – keine Umsetzung
Die Landesregierung selbst beschreibt die Wasserstoff-Soirée als wichtiges Format, um den Aufbau einer europäischen Wasserstoff-Infrastruktur politisch zu unterstützen und Akteure aus Wirtschaft und Politik zusammenzubringen.
Umso erstaunlicher ist:
Diese Veranstaltung hat am Ende schlicht nicht stattgefunden.
Zunächst wurde sie verschoben, dann ganz abgesagt. Und das, obwohl sie nach eigener Darstellung genau der Ort sein sollte, an dem zentrale Weichen für die Zukunft gestellt werden.
Das passt nicht zusammen.
Zu groß gedacht – zu schwach umgesetzt
Besonders aufschlussreich ist die Begründung:
Die Veranstaltung sei so angelegt gewesen, dass sie nur mit hochrangiger politischer Beteiligung – also etwa auf Ebene nationaler Regierungen – sinnvoll gewesen wäre.
Diese Zusagen blieben aber aus.
Das eigentliche Problem liegt auf der Hand:
Hier wurde ein Format politisch sehr groß aufgezogen – ohne es organisatorisch ausreichend abzusichern.
Wer nur dann liefern kann, wenn alle anderen auf höchster Ebene mitspielen, macht sich abhängig – und am Ende handlungsunfähig.
Widersprüche in der Argumentation
Noch kritischer wird es bei der inhaltlichen Einordnung:
Die Landesregierung bestreitet einen Zusammenhang mit Verzögerungen oder Unsicherheiten bei Wasserstoffprojekten.
Gleichzeitig verweist sie selbst darauf, dass ein noch nicht abgeschlossenes Ausschreibungsverfahren bei einem konkreten Wasserstoffvorhaben die Terminplanung erschwert hat.
Das ist mindestens widersprüchlich – und politisch schwer vermittelbar.
Absage auf den letzten Metern
Die endgültige Absage erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Termin.
Das wirft Fragen auf:
- War die Lage so lange unklar?
- Oder wurde eine Veranstaltung künstlich am Leben gehalten, obwohl die Voraussetzungen längst nicht mehr gegeben waren?
Beides spricht nicht für ein gutes Projektmanagement.
Ersatzveranstaltungen sind keine Lösung
In ihrer Antwort verweist die Landesregierung auf andere Formate, Veranstaltungen und Initiativen rund um das Thema Wasserstoff.
Das mag alles sinnvoll sein – ersetzt aber nicht das konkret angekündigte Format.
Vor allem bleibt offen:
Was ist daraus konkret entstanden?
Welche Projekte wurden angestoßen?
Welche Partnerschaften geschlossen?
Sichtbarkeit allein reicht nicht. Entscheidend ist, was am Ende tatsächlich umgesetzt wird.
Kleine Kosten – großes Problem
Finanziell hält sich der Schaden mit rund 1.200 Euro Stornokosten zwar in Grenzen.
Das eigentliche Problem ist aber ein anderes:
Selbst bei einem derart zentralen Zukunftsthema wirkt vieles nicht sauber vorbereitet – weder organisatorisch noch haushalterisch.
Auch das passt nicht zu dem hohen Anspruch, den die Landesregierung selbst formuliert.
Mein Fazit
Wasserstoff ist zu wichtig, um ihn mit Symbolpolitik zu behandeln.
Was wir brauchen, ist:
- eine klare Strategie,
- verlässliche Planung,
- echte Ergebnisse.
Die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage meiner Kollegen zeigt leider:
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft derzeit noch eine deutliche Lücke.
Gerade für ein Industrieland wie das Saarland können wir uns das auf Dauer nicht leisten.








