Freitag, 13. Mai 2022

Beste Betreuung unserer Kinder im Mittelpunkt - Kita-Personal streikt für leistungsfähige und gute Bildungs- und Betreuungeinrichtungen

"Mehr braucht mehr": Unter dieser Überschrift gingen gestern die Erzieherinnen und Erzieher unserer Kitas und Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes auf die Straße. Sie streiken, um ihren berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen. 
Der Ruf "Mehr braucht mehr" lässt sich dabei keineswegs nur auf die aktuellen Gehaltsforderungen reduzieren, sondern ist vielmehr das ganz grundlegende Signal: "So geht es nicht mehr weiter!" 
Es fehlt massiv an Personal, es fehlt an Zeit für die Kinder. Wenn von unseren Kitas als Bildungseinrichtung gesprochen wird, dann müssen sie auch entsprechend ausgestattet sein.
Zu Recht fordern unsere Erzieherinnen und Erzieher in den Tarifverhandlungen in erster Linie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Das verschweigen die Arbeitgeber allerdings in ihren Verlautbarungen und versuchen, den Tarifstreit alleine auf die (ebenfalls berechtigte) finanzielle Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu reduzieren.


Gemeinsam mit meinen beiden Kolleginnen Jutta Schmitt-Lang und Tanja Pavel zeigte ich deshalb Flagge an der Seite der Beschäftigten in unseren Kitas und nahm  gestern gerade auch in meiner Eigenschaft als kinderpolitischer Sprecher unserer CDU-Landtagsfraktion sowohl an der Demo als auch an der anschließenden Kundgebung auf dem Tblisser Platz in Saarbrücken teil.

Immer wieder legen wir als CDU-Fraktion den Finger in die Wunde und machen deutlich, dass Beitragsfreiheit alleine noch längst keine Reform für die Kitas im Saarland ist. Die Qualität für Angestellte und Kinder muss dringend – unter anderem durch einen höheren Betreuungsschlüssel – gesteigert werden. 
Wir brauchen mehr Personal in den Kitas!
Gestern und heute streiken die Erzieherinnen und Erzieher im Saarland erneut, um genau darauf aufmerksam zu machen. 
Für die Eltern, die die Betreuung umorganisieren müssen, ist das teilweise ärgerlich – aber nicht zuletzt kämpfen die Erzieherinnen und Erzieher auch für die bestmögliche Betreuung von allen Kindergartenkindern und den Kindern in der Nachmittagsbetreuung. 
Hier muss sich dringend etwas ändern!


Donnerstag, 12. Mai 2022

Kampf gegen Kindesmissbrauch: EU-Kommission präsentiert Gesetzesvorschlag zum Schutz von Kindern

Die EU-Kommission hat gestern neue EU-Rechtsvorschriften zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet vorgeschlagen Das ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt, denn wie die Kommission in ihrer Begründung selbst schreibt, ist der sexuelle Missbrauch von Kindern allgegenwärtig.
Allein im Jahr 2021 seien weltweit 85 Millionen Bilder und Videos mit Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch gemeldet worden, so die EU-Kommission. Und sie ergänzt: "Die Dunkelziffer ist hoch!" Die COVID-19-Pandemie habe dabei das Problem noch verschärft: Nach Angaben der Internet Watch Foundation ist die Zahl der bestätigten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 64 % gestiegen. "Mit den derzeitigen Regelungen, die auf eine freiwillige Aufdeckung und Meldung durch die Unternehmen setzen, werden Kinder nachweislich nicht ausreichend geschützt", macht die EU-Kommission in einer Mitteilung deutlich und weist darauf hin, dass selbst die bereits bestehenden Möglichkeiten zur Aufdeckung entsprechender Inhalte nicht mehr zur Verfügung stehen werden, wenn die gegenwärtige Übergangslösung ausläuft.
Der Gesetzgebungsprozess muss deshalb jetzt zügig zum Abschluss gebraucht werden, damit wir so schnell wie möglich zu einem verlässlichen Rechtsrahmen kommen. Datenschutz darf nicht noch mehr zum Täterschutz werden!

Lena Düpont (CDU), innenpolitische Sprecherin unserer CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, macht zu Recht deutlich: „Missbrauchsdarstellungen haben ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Videos, auf denen Kindern Unvorstellbares angetan wird, fluten das Internet. Dass wir Unternehmen künftig verpflichten, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu erkennen und zu melden, ist ein wichtiger und überfälliger Schritt im Kampf gegen Kindesmissbrauch und dessen sexualisierte Darstellung im Internet. Wir können nicht zulassen, dass Ermittlung und Aufklärung ausgerechnet hier an Grenzen stoßen. Aufklärung, Prävention und Opferschutz sind richtig und wichtig. Eine eindeutige und robuste Rechtsgrundlage um eklatante Lücken in der Aufdeckung und Verfolgung dieser grausamen Verbrechen zu schließen unverzichtbar. Unsere Ermittlungsbehörden brauchen die nötigen Instrumente, um gegen diese Verbrechen vorzugehen. Die Stärkung von Europol und das eigens zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs geschaffene EU-Zentrum werden die Zusammenarbeit unserer Strafverfolgungsbehörden effektiver und rechtssicher machen.“ 

In ihrer Pressemitteilung zu dem aktuellen Vorstoß für mehr Kinderschutz betont die EU-Kommission: "Damit Online-Dienste nicht für den sexuellen Missbrauch von Kindern genutzt werden, braucht es klare Vorschriften mit robusten Bedingungen und Schutzmechanismen. Der neue Gesetzesvorschlag nimmt die Anbieter in die Pflicht: Sie müssen Material über sexuellen Kindesmissbrauch in ihren Diensten aufdecken, melden und entfernen. Außerdem müssen sie das Risiko, dass ihre Dienste missbraucht werden, bewerten und mindern. Die hierzu getroffenen Maßnahmen müssen mit Blick auf das Risiko verhältnismäßig sein und sind an robuste Bedingungen und Schutzmechanismen gekoppelt."

So werde unter anderem ein neues unabhängiges EU-Zentrum für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (EU-Zentrum) die Diensteanbieter in ihren Bemühungen unterstützen. Es diene als Wissenszentrum, das verlässliche Informationen über ermitteltes Material bereitstelle und Meldungen von Anbietern entgegennehme und analysiere, damit Falschmeldungen nicht an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Gleichzeitig sollen einschlägige Meldungen schnell zur Strafverfolgung weitergegeben und die Opfer unterstützt werden.

"Der neue Vorschlag wird dazu beitragen, Kinder vor fortgeführtem Missbrauch zu bewahren, das Wiederauftauchen von Material im Netz zu verhindern und die Täter vor Gericht zu bringen", so die EU-Kommission.

Die Vorschriften beinhalten insbesondere Folgendes:

  • Pflicht zur Bewertung und Minderung von Risiken: Anbieter von Hosting- oder Messenger-Diensten müssen eine Risikobewertung anstellen, inwieweit ihre Dienste für die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch oder für die Kontaktanbahnung („Grooming“) missbraucht werden könnten. Die Anbieter müssen auch Maßnahmen zur Risikominderung vorsehen.

  • Gezielte Aufdeckungspflichten auf Basis von Anordnungen: Die Mitgliedstaaten sollen nationale Behörden benennen, die für die Überprüfung der Risikobewertung zuständig sind. Stellen diese Behörden fest, dass ein erhebliches Risiko bleibt, können sie bei einem Gericht oder einer unabhängigen nationalen Behörde eine Anordnung beantragen, mit der verfügt wird, dass bekanntes oder neues Material über sexuellen Kindesmissbrauch oder Kontaktanbahnungen aufgespürt werden müssen. Diese Anordnungen sind zeitlich befristet und dienen dazu, eine bestimmte Art von Inhalt in einem bestimmten Dienst aufzudecken.

  • Starke Schutzmechanismen bei der Aufdeckung: Unternehmen, die eine Anordnung zur Aufdeckung von Inhalten erhalten haben, dürfen hierfür ausschließlich Indikatoren für sexuellen Kindesmissbrauch nutzen, die vom EU-Zentrum überprüft und bereitgestellt wurden. Die Erkennungstechnologien dürfen nur für die Aufdeckung von sexuellem Kindesmissbrauch eingesetzt werden. Die Anbieter müssen Technologien einsetzen, die nach dem Stand der Technik in der Branche am wenigsten in die Privatsphäre eingreifen und dafür sorgen, dass die Fehlerquote falsch positiver Ergebnisse so gering wie möglich ist.

  • Klare Meldepflichten: Anbieter, die Online-Inhalte mit sexuellem Kindesmissbrauch aufgespürt haben, müssen diese an das EU-Zentrum melden.

  • Wirksame Entfernung: Wird Material über sexuellen Kindesmissbrauch nicht umgehend entfernt, können die nationalen Behörden eine Entfernungsanordnung erlassen. Internetanbieter werden außerdem verpflichtet, den Zugang zu Bildern und Videos zu sperren, wenn diese nicht entfernt werden können, beispielsweise weil sie außerhalb der EU in kooperationsunwilligen Ländern gehostet werden.

  • Besserer Schutz vor „Grooming“: Nach dem Vorschlag müssen App-Stores sicherstellen, dass Kinder keine Apps herunterladen können, die eine erhöhte Gefahr bergen, dass Täter darüber Kontakt zu den Kindern suchen.

  • Solide Kontrollmechanismen und Rechtsbehelfe: Anordnungen zur Aufdeckung von Inhalten werden von Gerichten oder unabhängigen nationalen Behörden erlassen. Um die Gefahr der Falscherkennung und Falschmeldung so gering wie möglich zu halten, werden Meldungen von mutmaßlichem sexuellem Kindesmissbrauch vom EU-Zentrum überprüft, bevor sie an die Strafverfolgungsbehörden und an Europol weitergeleitet werden. Sowohl Anbieter als auch Nutzer haben das Recht, jede sie betreffende Maßnahme vor Gericht anzufechten.

Das neue EU-Zentrum unterstützt 

  • die Anbieter von Online-Diensten insbesondere dabei, ihre neuen Verpflichtungen zur Durchführung von Risikobewertungen sowie zur Aufdeckung, Meldung, Entfernung und Sperrung von Kindesmissbrauchsinhalten zu erfüllen, indem es Indikatoren für die Aufdeckung von sexuellem Kindesmissbrauch bereitstellt und die Meldungen der Anbieter entgegennimmt; 

  • die nationalen Strafverfolgungsbehörden und Europol, indem es die Meldungen der Anbieter überprüft, um sicherzustellen, dass es sich nicht um Falschmeldungen handelt, und indem es sie schnell an die Strafverfolgungsbehörden weiterleitet. Dies wird dazu beitragen, dass Kinder vor
    Missbrauchssituationen bewahrt und die Täter der Justiz zugeführt werden;

  • die Mitgliedstaaten, indem es als Wissenszentrum für bewährte Praktiken im Bereich der Prävention und Opferhilfe dient und einen evidenzbasierten Ansatz fördert;

  • die Opfer, indem es ihnen dabei hilft, dass die betreffenden Missbrauchsdarstellungen entfernt werden.

Montag, 9. Mai 2022

Ein "Stolperstein" erinnert nun an das Schicksal von Rudolf Wohlfart aus Dirmingen

Der Terror und die skrupellose rechte Ideologie der Nationalsozialisten forderten unzählige Opfer. Menschen wurden aus ihrem Leben, aus ihren Familien herausgerissen, weil sie einem anderen Volk angehörten, weil sie einer vermeintlich "anderen Rasse" zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, ihr Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten oder auch nur, weil sie einfach unbequeme Zeitgenossen waren, die den Mund aufmachten und den Parolen und der Willkür der Nazi-Ideologie mutig widersprachen und entgegentraten.
Sie wurden verleumdet, verschleppt, misshandelt, gequält, gefoltert und ermordet. Hunderttausend- und millionenfach. 
Bundesweit und in vielen anderen europäischen Ländern erinnern sogenannte "Stolpersteine" zumindest an einige dieser Menschen, die der unvergleichbaren Unmenschlichkeit der Nazidiktatur zum Opfer fielen. Und seit gestern erinnert ein Stolperstein für den 1902 geborenen und 1941 ermordeten Rudolf Wohlfart aus Dirmingen an eines dieser Opfer auch in unserer Gemeinde. 

Die Verlegung des Stolpersteines, dessen goldglänzende Messingplatte nun aus dem grauen Trottoir der Illinger Straße in Dirmingen hervorsticht, war ein besonderes Ereignis für mich, für zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik und Gesellschaft und vor allem auch für die Familie von Rudolf Wohlfart. 
Unermüdlich hatte sich in den vergangenen Jahren der Sohn des Ermordeten für einen Stolperstein eingesetzt. Nun hat der mittlerweile 95jährige Rudi Wohlfart, der den Namen seines Vaters trägt, gemeinsam mit seiner Tochter Bärbel Wohlfart-Hell und auch mit Unterstützung von Ortsvorsteher Frank Klein und Bürgermeister Andreas Feld dieses wichtige Ziel erreicht.

Der Stolperstein ist ein Gedenkstein und ein Stück weit Rehabilitation seines Vaters von Rudi Wohlfart, vor allem aber ist er die stete Mahnung: "Nie wieder!" 
Eingraviert in die Messingplatte sind der Name und das Geburtsdatum von Rudolf Wohlfart, seine Unterbringung in sogenannten "Heilanstalten" sowie seine Verlegung und Ermordung im Rahmen der "Aktion T4", die dem ideologischen Wahn der Nationalsozialisten folgte. 

Mehr als 90.000 Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig bereits in 21 Ländern Europas verlegt und er ließ es sich nicht nehmen, auch den Gedenkstein für Rudolf Wohlfart in Dirmingen selbst einzupflastern. 
Seine Steine sind zusammengerechnet ein gigantisches dezentrales Denkmal für die Opfer des NS-Regimes. Sie nehmen den Ermordeten die Anonymität und rücken ihre Namen und Geschichten in den Vordergrund. Dort, wo die Menschen lebten und von wo sie unter den neugierigen, ängstlichen und besorgten, oft vielleicht aber auch gleichgültigen Blicken ihrer Nachbarn "weggebracht" wurden, erzeugen die Stolpersteine im besten Falle Betroffenheit und sorgen hoffentlich auch für die Sensibilisierung, die es in heutigen Tagen so dringend wieder braucht. 





Samstag, 7. Mai 2022

"Bergmannspfade" - Buchvorstellung und Lesung in der Wiesbachhalle

Der Weg zur Arbeit war für unsere Bergleute meist lang und beschwerlich. Das galt insbesondere für die wegen ihrer robusten genagelten Schuhe als "Hartfüßler" bekannten Bergmänner aus dem Hochwald - aber auch für die Grubenarbeiter aus dem mittleren Saarland, aus Tholey, Eppelborn, Wiesbach...
Jede Abkürzung wurde da gerne genommen. So entstanden nach und nach die Bergmannspfade, die vom Wohnort der Männer zu den Gruben oder zumindest (wo vorhanden) zum nächsten Bahnhof führten oder die einzelnen Gruben im Saarland und im angrenzenden Lothringen miteinander verbanden.
Oft waren es nur Trampelpfade, die sich auf dem einfachsten und kürzesten Weg durch Wald und Flur schlängelten oder nicht selten auch schnurstracks geradeaus führten. Es gab aber auch befestigte, von den Grubenverwaltungen angelegte Wege oder zumindest Teilstücke, die Zeit und vor allem auch Kraft der Bergleute sparen sollten, denn ein vom langen Weg bei Wind und Wetter erschöpfter Bergmann brachte nicht die Leistung und Produktivität, die sich die Grubenherren wünschten.
Der Bibliothekar Thomas Fläschner hat die Geschichte der Bergmannspfade und auch die weitere Entwicklung mit Fahrrad, Moped oder schließlich auch den "Grubenbussen" nun in jahrelanger Fleißarbeit aufgearbeitet und in seinem Buch "Bergmannspfade - Die Arbeitswege der Bergleute im Saarrevier“ mit historischen Bildern und Dokumenten sowie auch mit alten Karten und Archivmaterial angereichert. Zahlreiche Anekdoten und Überlieferungen lassen das Sachbuch kurzweilig erscheinen und machen es noch interessanter. Gestern stellte Thomas Fläschner sein Buch im bis zum letzten Platz besetzten oberen Schankraum der Wiesbachhalle vor.

Dass die Buchvorstellung in der Wiesbachhalle stattfand, ist kein Zufall, denn zwei engagierte Bürger aus Wiesbach haben einen der alten Bergmannspfade der Vergessenheit entrissen. Peter Stein und Harald Schorr haben mit Schippe und Hacke, mit Fleiß und körperlicher Arbeit, aber auch mit dem nötigen Feingefühl und viel Respekt vor den Erinnerungen, die dieser Ort bietet, einen dieser Pfade freigelegt. Es handelt sich um einen der Wege, die im Auftrag der Grubenverwaltung sogar befestigt und mit Kieswacken gepflastert wurden.
Und natürlich hat auch dieser Weg Eingang in das Buch von Thomas Fläschner gefunden.



Spannend und mit viel Beifall bedacht wurde gestern Abend auch Jakob Hermann, der in der ehrwürdigen Uniform der Bergleute zur Lesung erschien und aus seinem Leben und im Jahre 1956 begonnenen Schaffen auf der Grube einiges zu berichten wusste.
Es war ein spannender, ein interessanter Abend und ich bin dankbar, dass ich von Harald Schorr und Peter Stein im Vorfeld auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurde. Ich freue mich nun darauf, das Buch baldmöglichst zu lesen.







Donnerstag, 5. Mai 2022

Vor Ort beim Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Auch  heute war ich wieder zu wirklich wichtigen Terminen unterwegs und traf engagierte Menschen. Denn anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen machten auch die saarländischen Verbände durch Aktionen auf sich aufmerksam, um für die Belange von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, Barrieren sichtbar und Inklusion erlebbar zu machen.
In diesem Jahr hat die Aktion Mensch mit dem Motto »Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!« die Themen Barrierefreiheit und Mobilität in den Mittelpunkt der Aktivitäten gestellt.


Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. machte durch eine Mahnwache vor dem Landtagsgebäude und durch einen Demonstrationszug zum Rathaus auf die Situation behinderter Menschen und die noch immer herrschenden Defizite bei der Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung aufmerksam. Natürlich nahm ich für die CDU-Landtagsfraktion sowohl an der Kundgebung vor unserem Parlamentsgebäude teil uns begleitete den engagierten Verband bis zum Rathaus, nicht ohne auch das Gespräch und den Austausch mit den Vertretern des Verbandes gesucht zu haben.

Der Aktionstag des Inklusionsbündnisses Saar fand dann ab 15 Uhr auf dem Landwehrplatz statt. Zu dem Bündnis gehören die Special Olympics Saarland und der Special Olympics Saarland Sportverein, die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Saarland, der Landesjugendring Saar, die Lebenshilfe Landesverband Saar, die "Herzrocker", die Fachschule für Heilerziehungspflege der Lebenshilfe LV Saarland, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Saarland, die Lebenshilfe Sulzbach-Fischbachtal, der KITA-Fachkräfteverband Saar und die Lebenshilfe Saarbrücken.
Kurze Diskussionsrunden wechselten sich beim Aktionstag mit einem bunten musikalischen Rahmenprogramm ab, während gleichzeitig die teilnehmenden Verbände an ihren Ständen über ihre Arbeit informierten.
Auch hier nutzte ich natürlich die Gelegenheit zum Austausch, intensivierte bestehende Kontakte und knüpfte neue Kontakte in mein Netzwerk.
 

In puncto Inklusion ist bereits allerhand erreicht worden, aber dort, wo nach wie vor Defizite bestehen, muss immer wieder darauf hingewiesen werden. Der Aktionstag hat also auch in seiner mittlerweile 31. Auflage seine Berechtigung.

Der Abbau von Barrieren ist weiterhin eine der größten Aufgaben in der Politik für Menschen mit Behinderungen. Ob im öffentlichen Raum generell oder bei der Suche nach einer barrierefreien Wohnung – es gibt einfach noch immerzu viele Hürden im Alltag.





Mittwoch, 4. Mai 2022

Hospizteam Illtal e.V. lädt ein zum „Letzte-Hilfe-Kurs“ am 09. Juli 2022 in Eppelborn

Das Hospizteam Illtal e.V. bietet erneut ein Seminar zur Unterstützung und Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase an. Der vierstündige "Letzte-Hilfe-Kurs" richtet sich an alle, die auch am Ende des Lebens weitestgehend selbstbestimmt und in einer vertrauten Umgebung bestmöglich begleitet werden wollen oder andere auf ihrem letzten Lebensabschnitt gut unterstützen möchten. Interessierte und Betroffene erhalten ähnlich wie in „Erste-Hilfe-Kursen“ einen Überblick zu besonders wichtigen und nützlichen Informationen und Verhaltensweisen in der letzten Lebensphase.


Das Lebensende und das Sterben unserer Angehörigen, Freunde und Nachbarn macht uns oft hilflos, denn in unserer schnelllebigen Gesellschaft wurden Krankheit und Tod zunehmend aus der Familie heraus in die Hochleistungsmedizin und in Pflege- und Betreuungseinrichtungen verlegt. Uraltes und immer wieder weiter gegebenes Wissen und eigenes Erleben zum Begleiten von Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden ging auf diese Weise in den letzten Jahrzehnten schleichend verloren.
Um dieses Wissen zurückzugewinnen, bietet das Hospizteam Illtal seine Seminare zur „Letzten Hilfe“ an.

Der nächste Kurs findet am Samstag, dem 09. Juli 2022, von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr in den Seminarräumen des Hospizteams Illtal in Eppelborn statt. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Der Kostenbeitrag beträgt 15,- Euro.

Im Rahmen des Kurses erhalten Sie einen Einblick in die 4 Stufen der „Letzten Hilfe“:

- Sterben ist ein Teil des Lebens

- Vorsorgen und Entscheiden

- Körperliche, psychische, soziale und existenzielle Nöte lindern 

– Abschied nehmen

Nach dem Besuch eines „Letzte Hilfe Kurses“ haben Sie im Umgang mit besonderen Situationen am Lebensende mehr Sicherheit, kennen mehr Gestaltungsmöglichkeiten und sind informiert über die wichtigsten Unterstützungsangebote im Landkreis Neunkirchen.
Das Seminar richtet sich an Menschen, die sich bisher noch nicht oder wenig mit der Thematik beschäftigt haben und soll helfen, im Falle des Falles sicherer im Umgang damit zu sein. 

Unsere Referenten sind Sabine Leinen und Peter Raber.

  • Sabinen Leinen ist zertifizierte Trainerin für "Letzte-Hilfe"- Kurse, sie ist Physiotherapeutin und Koordinatorin beim Hospizteam Illtal e.V. in Eppelborn.

  • Peter Raber ist zertifizierter Trainer für "Letzte-Hilfe"- Kurse, er ist Gesundheitspädagoge und ebenfalls Koordinator beim Hospizteam Illtal e.V. in Eppelborn.


Termin: 09.07.2022 09:00 Uhr – 13:00 Uhr

Ort: Eppelborn, Schlossstraße 85

Referent/in: Sabine Leinen und Peter Raber

Anmeldung: per Mail an info@hospizteam-illtal.de

Telefonisch unter 06881 98 29 800