Freitag, 8. März 2013

Breitband für alle? Leider nicht bei uns. Unsere Gemeinde verliert den digitalen Anschluss.

Bei dieser Podiumsdikussion hätten vielleicht mal besser auch ein paar Vertreter(innen) der Eppelborner Kommunalpolitik im Publikum gesessen: Auf der weltweit größten Technologiemesse, der CeBIT in Hannover, ging's um den Breitbandnotstand in Deutschland.
Den digitalen Notstand, den wir auch in unserer Gemeinde nur zu gut kennen, denn leider hegt auch die neue Bürgermeisterin keine besondere Affinität zum Thema "Schnelles Internet" - alle guten Argumente verhallten bislang ungehört.
Unvergessen bleibt ihr Ausspruch im Gemeinderat, schnelles Internet bediene nur Partukularinteressen.
Eine steigende Zahl von Menschen sieht das auch bei uns im Illtal völlig anders.

Doch zurück zu besagter Podiumsdiskussion:
Wie im Presseportal von news aktuell zu lesen war, diskutierten im sehr gut besuchten Heise-Forum auf der CeBIT acht Fachleute über die Situation des schleppenden Breitbandausbaus in Deutschland. 
Alle Teilnehmer zusammen einte ein Ziel:
Es muss etwas passieren, wenn Deutschland nicht den Anschluss an die digitale Gesellschaft verlieren will. 

Gerade in ländlichen Regionen ist diese digitale Spaltung schon heute zu beobachten. Abgekoppelt von einer leistungsfähigen Infrastruktur sind diese Gebiete unattraktiv für junge Familien oder Arbeitnehmer, die es gewohnt sind, über einen Breitbandanschluss zu verfügen. 
Moderne Formen der Heimarbeit sind ohne ausreichende Bandbreite mittlerweile nicht mehr möglich. 
Auf die wirtschaftlichen Konsequenzen ging auch Constantin Mang vom ifo-Institut ein. Er betonte: "Es gibt handfeste Gründe den Breitbandausbau in Deutschland voranzutreiben. Er ist wichtig für die Wirtschaft und kann ein bis zwei Prozent zusätzliches Wirtschaftswachstum bringen, das zeigen alle unsere Untersuchungen.
Auch die Angst vor einer sozialen Vereinsamung durch zu viel Computernutzung ist unbegründet und empirisch nicht belegbar." 

Diskutiert wurde auch über die Situation in anderen Ländern. Neben Vorzeigenationen wie den skandinavischen und baltischen Staaten wird der Ausbau auch in Frankreich oder Holland massiv vorangetrieben. VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner kritisierte dazu die schwierigen Genehmigungsverfahren in Deutschland: "Wir müssen mehr schauen was die Kunden wollen und nicht nur was die Politik möchte. Wenn wir die Kabel oberirdisch an vorhandenen Masten verlegen könnten, dann hätten wir viele Probleme nicht und es würde viel schneller vorangehen. 60 bis 70 Prozent der Kosten werden alleine durch die Tiefbauarbeiten verursacht."

Viprinet Geschäftsführer Simon Kissel sprach über fehlende Ehrlichkeit der Branche: 
"Es hilft nicht den Kunden etwas vorzulügen. Sie merken es, wenn in einem Shared-Medium wie dem LTE-Netz von den versprochenen 50 MBit/s am Ende nur 1 MBit/s übrigbleiben. Und sie fragen sich auch, warum der Breitbandatlas der Bundesregierung für ihre Stadt eine Anbindung von 50 MBit/s ausweist, in der Realität aber maximal ein DSL-Anschluss mit 3 MBit/s zu bekommen ist." 
Aber die Situation ist nicht durchweg aussichtslos. Einen positiven Ausblick konnte Michael Reiss vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg geben. Er sprach von seinen Erfahrungen und berichtete, dass durch eine gute Planung und die Einbeziehung aller verfügbaren Technologien der Bedarf der Bevölkerung gedeckt werden kann. So verwundert es nicht, dass in Baden-Württemberg 74 Prozent der Bevölkerung über einen Anschluss von 100 MBit/s verfügen. 

Es ist der Blick über den Tellerrand, den so viele kommunalpolitisch Tätige noch immer vermissen lassen. Selbst wenn sie an der Spitze stehen.
Mir ist die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellem Internet in unserer Gemeinde ein Herzensanliegen. Und ich werde keine Ruhe geben.
Wir Christdemokraten werden das Thema "Breitband für alle! - Technologiemix fördern statt behindern" weiter forcieren. 
Weil es wichtig ist.

Die entsprechende Pressemitteilung der Viprinet Europe GmbH findet ihr hier im Original.

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