Samstag, 17. Juli 2010

Das Café Schwätzje in Auersmacher.

Dörflich. Zeitgemäß. Nachahmenswert. Zukunftsfähig.

Das "Café Schwätzje" ist nicht in einem der Dörfer unserer Gemeinde.
Sondern in Auersmacher.
Weil es jedoch eine tolle nachahmenswerte Einrichtung ist, hat es sich einen Eintrag im EppelBlog verdient.

Die alte Remise (der ehemalige Fahrzeug- und Geräteschuppen des Gemeindebauhofes) am Ruppertshof mitten in Auersmacher wurde umgebaut und restauriert - und zu einem regelrechten Dorfgemeinschaftshaus gemacht. 
Das an sich ist nichts ganz Neues: Bei uns in Habach wurde beispielsweise nach der Schulstrukturreform der frühen neunzehnhundersiebziger Jahre die ehemalige Volksschule zum Bürgerhaus umfunktioniert.


Das Bemerkenswerte in Auersmacher ist jedoch die Tatsache, dass jeden Freitag ein kleiner Wochenmarkt vor der Remise stattfindet und das kleine Dorfgemeinschaftshaus zum "Café Schwätzje" wird:
Die Auersmacher Engel, sieben Damen im erfahrenen Alter zwischen 75 und 85 Jahren bieten selbstgebackenen Kuchen, Schnittchen, Kaffee und andere Getränke an. 
Und das Haus ist voll. 
Sogar ein stattlicher Stammtisch trifft sich regelmäßig.
Immer wieder.
Jeden Freitag. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr.

Gestern feierte das "Café Schwätzje" seinen fünften Geburtstag. 
Seit fünf Jahren verwöhnen die rüstigen Rentnerinnen die Auersmacher Bevölkerung mit ihren Leckereien. Und sie haben in dieser Zeit eine stattliche Summe erwirtschaftet: Rund 20.000 Euro!

Zwanzigtausend Euro.
Eine Menge Geld.
Geld, von dem die "Auersmacher Engel" nichts für sich behalten haben.
Von einem Teil der Summe profitierten bedürftige Menschen in Auersmacher. 
Und der größte Batzen floss in die Jugendarbeit der Auersmacher' Vereine.
Besser kann man dieses ehrenamtlich erwirtschaftete Geld garnicht anlegen.



Für das große und erfolgreiche Engagement der rüstigen Rentnerinnen gab es als kleines Dankeschön von Ortsvorsteher Thomas Unnold je eine Rose.




Und auch die weiblichen Gäste gingen nicht leer aus: "Mr. Dorf" persönlich, der überaus engagierte Leiter der Agentur Ländlicher Raum im Wirtschaftsministerium (und Bürgermeisterkandidat in Schiffweiler), verteilte auch an sie je ein Röslein.


Die Saarbrücker Zeitung schrieb im August des vergangenen Jahres: "Als Ort, in dem Zusammenhalt vieles möglich macht, präsentierte sich Auermacher im Wettbewerb 'Unser Dorf der Zukunft'".

Auersmacher ist damit stets ein ernstzunehmender Konkurrent für mein Heimatdorf Habach, das ebenfalls regelmäßig an dem Dorfwettbewerb teilnimmt - einem Wettbewerb, bei dem auch abkupfern ausdrücklich erlaubt ist.
Und das wollen wir uns zu Nutze machen: Auersmacher kann nämlich auch ein Vorbild für die Habach sein.
Das "Café Schwätze" (es darf auch ruhig anders heißen) könnte auch bei uns die Gäste locken - als fester und regelmäßiger Bestandteil eines Dorfladen-Konzeptes.
Ein Dorfladen in Habach. Das wird nicht einfach.
Vielleicht könnte ein funktionierendes "Café Schwätzje" in Habach helfen.

Wie auch immer: Ortsvorsteher Peter Dörr und ich haben es uns in den Kopf gesetzt, dass es irgendwann auch einen Dorfladen in Habach geben wird.

Es werden viele dicke Bretter zu bohren sein, bis das gelingt.
Aber wir sind's  gewohnt:
Der Rad- und Fußweg zwischen Habach und Eppelborn, der Rad- und Fußweg bis zum Haus Hubwald, die verkehrsverlangsamende Einengung am 'Escheborre' und vor allem natürlich unser Dorfplatz: Alles das kam nicht von heute auf morgen. Aber unser gemeinsames Engagement und der feste Wille, unsere Ziele zu erreichen, haben sich irgendwann ausgezahlt. Die Ziele wurden erreicht.
Und mit dem Dorfladen wird es genau so sein. Inklusive "Café Schwätzje".

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