Freitag, 9. Juli 2010

Der Bücherjäger...

hat wieder ein paar Prachtexemplare erlegt ;-)

Nicht immer ganz so einfach - aber auch im Sommer muss Zeit zum Lesen sein.
Weil es sich zur Zeit anbietet: meistens abends auf der Terrasse.
Manchmal vielleicht sogar mit einem kleinen Gläschen Riesling...

Drei Bücher - unterschiedlichster Art - gingen mir in den letzten Wochen ins Netz:



Der Proceß (Franz Kafka)

Das Buch ist keine leichte Kost, der Leser ist auf Gedeih und Verderb dem Protagonisten der Erzählung, Josef K., und seiner Sicht des Geschehens  ausgeliefert.
Die Schwierigkeit dieser Geschichte erwächst aus der zunehmenden Erkenntnis des Lesers, dass K. mit seiner Wahrnehmung der Ereignisse ganz offenbar sehr allein steht. 
Was er für absonderlich hält, empfinden die Personen seiner Umgebung als ganz normal, während sie sich ihrerseits immer wieder über sein - aus ihrer Sicht - sinnloses und unübliches Verhalten wundern.
Doch auch was andere denken, erfährt der Leser ausschließlich von K., so dass die Welt, die vor dem geistigen Auge entsteht, grotesk und unwirklich, geradezu surreal erscheint.

Zur Handlung:
K. wird beschuldigt eines Vergehens, das er selbst nicht kennt und das ihm auch nicht genannt wird.
Er scheint ausgeliefert einer Justizverwaltung, die nur im Verborgenen, in Hinterzimmern, auf schwer erreichbaren Dachspeichern und anderen sehr suspekt wirkenden Örtlichkeiten wirkt und gleichzeitig sowohl irreal als auch offiziell erscheint. Alle Personen - selbst unterschiedlichsten Standes - scheinen miteinander bekannt, miteinander vernetzt und in ihrer Gesamtheit gegen ihn verschworen zu sein.
Und so befindet sich K. zunehmen in einem Strudel von Ereignissen, die stets aufeinander aufbauen und dem er nicht zu entkommen vermag.



Boese Tagebücher (Mirja Boes)

Wer die "Möhre" kennt und mag, wird begeistert sein. 
Und wer dann auch noch selbst in den 80ern seine Jugendzeit erlebte, wird verblüfft sein. Und schmunzeln. Und vielleicht sogar Parallelen entdecken?
Die zahlreichen Fotos aus Kindheit und Jugend von Mirja Boes machen sie nur noch sympathischer.
Boese Tagebücher ist ein witziges Buch. 
Ein Buch, das Spaß macht. 
Ein Buch, zum Zwischendurch-Lesen.
Einfach so: Zum Lachen und zum Entspannen.
Lesenswert!


In Wahrheit wird viel mehr gelogen (Kerstin Gier)

Kerstin Gier schreibt Frauenbücher. 
Zumindest sind ihre Bücher u.a. bei Amazon so getaggt.
Aber weil sie witzig geschrieben sind, lese ich sie auch. 
Ist ja schließlich nicht verboten.

In Wahrheit wird viel mehr gelogen ist mein 5. Buch von Kerstin Gier. Nach Für jede Lösung ein Problem, Die Mütter-Mafia, Die Patin und Gegensätze ziehen sich aus.
Und es ist das Schwächste, das ich bisher gelesen habe. 
Aber es ist nicht schlecht. Keineswegs.
Und zum Zwischendurch-Lesen auch immer noch bestens geeignet.
Aber eben etwas einfacher gestrickt.
Das Buch ist nicht so witzig, wie seine Vorgänger - was vermutlich auch am Auftakt zur Handlung liegt:

Die Protagonistin des Buches - Caroline - ist sechsundzwanzig. Und frisch verwitwet. Ihre große Liebe ist gerade "plötzlich und unerwartet" verstorben. 
Dass sie sich nun mit ihrem Ex-Freund - ausgerechnet dem Sohn des Verblichenen  - um ein nicht gerade kleines Erbe streiten muss, macht die Trauerphase nicht unbedingt einfacher.
Aber ihr stehen Leute zur Seite, denen das Helfen geradezu auf die Stirn tätowiert zu sein scheint - auch wenn die Hilfe dann durchaus auch mal Sinn und Zweck weit verfehlt.

Fazit: Bücher von Kerstin Gier kann ich grundsätzlich empfehlen. Sie sind humorvoll und genau die richtige Sommerlektüre bei diesen Temperaturen. 
Und auch In Wahrheit wird viel mehr gelogen ist durchaus noch immer eine Empfehlung wert.



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