Mit der Teil-Legalisierung von Cannabis im vergangenen Jahr hat sich in Deutschland eine neue Situation ergeben. Für Erwachsene gelten seit dem 1. April 2024 neue Regelungen, während für Kinder und Jugendliche Konsum, Besitz und Erwerb weiterhin verboten sind. Dennoch bleibt eine zentrale Frage: Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die psychische Gesundheit – insbesondere junger Menschen?
Genau dieser Frage bin ich als Abgeordneter der CDU-Fraktion im saarländischen Landtag mit einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung nachgegangen. Die Anfrage ist inzwischen veröffentlicht und kann hier eingesehen werden:
Entwicklung psychischer Erkrankungen seit der Teil-Legalisierung vonCannabis - insbesondere Diagnosen nach ICD-10 F12 insgesamt undF12.5 (cannabisinduzierte psychotische Störungen), insbesondere beiKindern und Jugendlichen
Verantwortung für Kinder und Jugendliche
Als Vater, als Abgeordneter und als gesundheitspolitischer Sprecher ist mir eines besonders wichtig: der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen. Auch wenn der Konsum für Minderjährige verboten bleibt, zeigen Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands, dass sich Entwicklungen im Umfeld der Legalisierung auch indirekt auf junge Menschen auswirken können.
Im Fokus meiner Anfrage stehen daher insbesondere Diagnosen aus dem Bereich der ICD-10-Klassifikation F12, also psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide – darunter auch cannabisinduzierte psychotische Störungen (F12.5). Gerade diese schweren Krankheitsbilder können dramatische Folgen für junge Menschen und ihre Familien haben.
Gibt es Veränderungen seit der Legalisierung?
Eine im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie aus Bayerisch-Schwaben hat gezeigt, dass es im Umfeld der Legalisierung einen Anstieg von Hospitalisierungen und cannabisinduzierten Psychosen gegeben hat. Diese Entwicklung nehme ich sehr ernst.
Deshalb habe ich die Landesregierung gefragt:
Wie sich die Zahl entsprechender Diagnosen im Saarland seit 2019 entwickelt hat
Ob es seit April 2024 auffällige Veränderungen oder Trendbrüche gibt
Wie viele stationäre Fälle – insbesondere bei unter 18-Jährigen – erfasst wurden
Welche Erkenntnisse es aus dem ambulanten Bereich, aus Notaufnahmen und aus kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen gibt
Und ob ausreichende Daten zur Bewertung der Situation überhaupt vorliegen
Denn eine sachliche, faktenbasierte Bewertung ist die Grundlage jeder verantwortungsvollen Politik.
Für eine ehrliche und sachliche Debatte
Mir geht es ausdrücklich nicht um Ideologie oder Polarisierung, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang mit einer sensiblen gesellschaftlichen Entwicklung.
Wir dürfen nicht wegsehen, wenn es Hinweise darauf gibt, dass insbesondere junge Menschen durch Cannabiskonsum gesundheitliche Risiken erleiden. Gleichzeitig brauchen wir eine solide Datenbasis, um angemessene politische Entscheidungen treffen zu können – etwa im Bereich Prävention, Aufklärung und Suchthilfe.
Unser Anspruch: Schutz, Aufklärung und Verantwortung
Als CDU-Fraktion im saarländischen Landtag setzen wir uns dafür ein, dass
Kinder und Jugendliche bestmöglich geschützt werden
Präventions- und Aufklärungsangebote gestärkt werden
Risiken frühzeitig erkannt werden
und die gesundheitlichen Folgen politischer Entscheidungen ehrlich bewertet werden
Die Antworten der Landesregierung auf meine Anfrage werden wir sorgfältig auswerten und daraus die notwendigen Schlüsse ziehen.
Denn eines ist klar: Die Gesundheit unserer jungen Generation darf niemals zum Experiment werden.
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