Wer kennt die Situation nicht: Man informiert sich vorab, plant eine Strecke, fährt guter Dinge los – und steht plötzlich doch im Stau. Nicht, weil ein Unfall passiert ist. Sondern weil gleich mehrere Baustellen parallel eingerichtet sind, oft sogar auf Haupt- und Ausweichstrecken gleichzeitig. Für Pendler, Familien, Handwerker und unsere Unternehmen ist das nicht nur ärgerlich – es kostet Zeit, Nerven und am Ende auch Geld.
Dabei ist eines völlig klar: Straßenbaustellen sind notwendig. Unsere Infrastruktur muss erhalten, saniert und modernisiert werden. Aber ebenso klar ist: Baustellen müssen besser koordiniert werden.
Genau deshalb hat wir als CDU-Landtagsfraktion einen umfassenden Tagesordnungspunkt zum Baustellenmanagement im Saarland für die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses beantragt. Unser Ziel ist es, die Planung und Abstimmung deutlich zu verbessern – und perspektivisch ein institutionelles Baustellenmanagement im Saarland aufzubauen.
Mein engagierter Kollege Sebastian Schorr, Sprecher unserer Fraktion für den ländlichen Raum und Mitglied im Verkehrsausschuss, bringt das Problem auf den Punkt:
„Straßenbaustellen sind notwendig. Es darf aber nicht sein, dass Baustellen unterschiedlicher Baulastträger unabhängig voneinander geplant werden. Wenn Bundes- und Landstraßen, kommunale Straßen und Autobahnen ohne verbindliche Abstimmung gleichzeitig in Bau gehen und im schlimmsten Fall eine Umleitung direkt in die nächste Baustelle führt, sind das momentan leider keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem.“
Und genau das erleben wir derzeit leider viel zu häufig.
Wenn Staus verlagert statt vermieden werden
Auch ich bekomme als Abgeordneter immer wieder Rückmeldungen aus der Region – aus Eppelborn, aus dem Illtal, aus dem ganzen Landkreis Neunkirchen, saarlandweit. Viele Bürgerinnen und Bürger berichten mir von langen Umwegen, unklaren Verkehrsführungen und unnötigen Verzögerungen.
Das Problem ist dabei selten böser Wille. Vielmehr plant oft jeder Baulastträger – ob Bund, Land oder Kommune – für sich. Was fehlt, ist ein verbindlicher Blick auf das große Ganze.
Die Folge:
Staus werden verlagert statt vermieden.
Belastungen entstehen gleichzeitig auf Hauptachsen und Umleitungsstrecken.
Und am Ende leiden Pendler, Anwohner und unsere regionale Wirtschaft gleichermaßen.
Andere Bundesländer machen es vor
Dabei zeigt der Blick über die Landesgrenzen hinaus: Es geht auch anders.
In anderen Bundesländern gibt es bereits zentrale Koordinierungsstellen, die große Baumaßnahmen frühzeitig abstimmen – gemeinsam mit dem Landesbetrieb, der Autobahn GmbH, den Kommunen, der Polizei und den Verkehrsbehörden.
Dort werden:
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ganze Verkehrsachsen betrachtet,
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Umleitungsstrecken von Anfang an mitgedacht,
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Maßnahmen zeitlich entzerrt oder angepasst, wenn sie zu unzumutbaren Belastungen führen würden.
Genau so eine Struktur brauchen wir auch im Saarland.
Unser Vorschlag: Ein institutionelles Baustellenmanagement
Als CDU-Landtagsfraktion setzen wir uns deshalb für ein dauerhaftes, institutionelles Baustellenmanagement im Saarland ein.
Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere:
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eine verbindliche Abstimmung aller Baulastträger,
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ein institutionalisierter runder Tisch mit klaren Zuständigkeiten,
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eine frühzeitige Koordination größerer Maßnahmen,
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die systematische Einbindung der Kommunen,
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sowie eine transparente Information der Öffentlichkeit.
Mit dem Bericht, den wir im Verkehrsausschuss beantragt haben, wollen wir zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme erreichen. Darauf aufbauend werden wir konkrete Vorschläge entwickeln, wie wir das Baustellenmanagement im Saarland nachhaltig verbessern können.
Für weniger Stress im Alltag
Uns ist dabei wichtig: Es geht hier nicht um parteipolitische Profilierung. Es geht um den Alltag der Menschen bei uns im Saarland. Um Pendler, die pünktlich zur Arbeit kommen wollen. Um Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen. Um Handwerksbetriebe, die zuverlässig bei ihren Kunden sein müssen.
Weniger Chaos, mehr Koordination – das ist kein Luxus, sondern eine Frage der Vernunft.
Dafür setzen wir uns ein. Gemeinsam. Und mit dem klaren Ziel, das Leben der Menschen bei uns im Saarland ein Stück einfacher zu machen.

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