Freitag, 30. Januar 2026

L 124 Kuchenbergstraße Neunkirchen: Landesregierung benennt – liefert aber keinen Fahrplan

Seit über zwei Jahren ist die Kuchenbergstraße (L 124) in Neunkirchen nur noch halbseitig befahrbar. Ampel, Stau, Umwege – und bei vielen Menschen wächst der Frust. Umso wichtiger ist, was die Landesregierung jetzt auf eine parlamentarische Anfrage unserer CDU-Landtagsfraktion geantwortet hat. 

Was wir jetzt wissen

Die Antwort ist in einem Punkt deutlich: Der Landesbetrieb für Straßenbau sieht die Ursache des Schadens eindeutig bei Vorarbeiten eines privaten Bauherrn. Demnach wurde das angrenzende Grundstück 2022 vertieft, ohne ausreichende Sicherung – der Straßenkörper habe „die erforderliche Stütze verloren“, es kam zu Verformungen und Rissen, weshalb eine Fahrbahnseite seit Dezember 2022 gesperrt werden musste.
Auch die später errichtete Spritzbetonwand hat das Problem offenbar nicht gelöst. Zwar hätten sich die Verformungen verlangsamt, doch ein entscheidender Baustein fehlt weiterhin: der Standsicherheitsnachweis, der eine sichere Befahrung beider Fahrtrichtungen erlaubt. 

Wo die Antwort enttäuscht

So klar die Ursachenbeschreibung ist – so unbefriedigend ist der Ausblick. Denn auf die zentrale Frage „Wann ist endlich Schluss mit der Ampel?“ kommt sinngemäß: Man kann es nicht sagen. Die Umsetzung der städtischen Anordnung (Monitoring, Konzept, Hangsicherung) sei zeitlich „nicht abschätzbar“.
Das ist nach Jahren der Einschränkungen zu wenig. Wer täglich im Stau steht, braucht keine Zuständigkeitsketten, sondern eine Perspektive.

„Keine Alternativen“ – wirklich?

Besonders dünn ist die pauschale Aussage, es gebe „keine Alternativen“ zur Sperrung. Wenn das stimmt, muss man erklären, was konkret geprüft wurde: provisorische Maßnahmen, zusätzliche Sicherungen, Optimierung der Ampelschaltung, Spitzenzeitenkonzepte, Messungen zu Rückstau und Umleitungsverkehr. All das findet sich in der Antwort nicht.

Die L 124 ist keine Nebenstraße

Mit rund 13.700 Fahrzeugen pro Tag ist die L 124 eine zentrale Verkehrsachse. Die Antwort sagt, Wartezeiten seien „zwangsläufig“ und es seien keine nennenswerten Verkehrsverlagerungen bekannt. Auch hier fehlen Daten, die die Lage für Bürger transparent machen würden.

Was jetzt passieren muss

Aus meiner Sicht braucht es drei Dinge:

  1. Einen verbindlichen Fahrplan bis zur vollständigen Wiederfreigabe – mit Meilensteinen und Zuständigkeiten.

  2. Eine Taskforce L 124 (LfS, Stadt, Bauaufsicht), die monatlich berichtet, damit Transparenz entsteht.

  3. Ein sofortiges Verkehrsmanagement, um die Belastung an der Engstelle spürbar zu reduzieren.

Niemand bestreitet: Sicherheit geht vor. Aber Sicherheit bedeutet nicht Stillstand. Nach Jahren der Sperrung ist es Aufgabe der Verantwortlichen, nicht nur das Problem zu beschreiben – sondern es sichtbar zu lösen.

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