Mittwoch, 23. März 2011

Gelesen: "Deutsche Eiche, made in China" von Klaus Brill


Globalisierung ist eines der ganz großen Reizwörter unserer Zeit.
Ein Schreckgespenst, das mancher nur zu gerne in schaurigsten Farben ausmalt.
Für andere aber auch Hoffnung und Chance.
Was verbirgt sich dahinter? Kann sie beides sein?
Schreckgespenst und Chance zugleich?
Um diese Frage zu beantworten muss man die Lupe auspacken, denn Globalisierung beginnt bereits im Kleinen.
Dort wo man sie vielleicht am allerwenigsten erwartet:
Im Dorf - der Keimzelle unser Zivilisation.

Klaus Brill, langjähriger Auslandskorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“, hat die Lupe ausgepackt, entdeckt Überraschendes.
Skurriles.
Und allzu Menschliches.

In seinem Buch „Deutsche Eiche. Made in China“ beschreibt der gebürtige Saarländer die Globalisierung am Beispiel eines deutschen Dorfes – seines Heimatdorfes Alsweiler.
Eine Ortschaft mit knapp 2.200 Einwohnern im Osten des europäisch vernetzten Saarlandes.
Tief ins eigentliche Herz des Dorfes dringt der Autor vor, schöpft Erinnerungen der Alten ab, führt Gespräche und beschwört gedanklich Bilder seiner eigenen Jugend herauf.
Er beschreibt, wie Globalisierung, demografischer Wandel, wachsende Mobilität, neue Technologien und veränderte logistische Möglichkeiten sein Dorf verändern, Traditionelles in Frage stellen und gleichzeitig aber auch neue Chancen schaffen.
Brill schildert, wie saarländischer Fleischkäs in Moskau zum Schlangestehen verführt und was Alsweiler mit Hollywood zu schaffen hat. Zur Sprache kommen Stolpersteine der Kommunalpolitik, Animositäten und Kirchturmdenken ebenso wie Courage und politische Standfestigkeit.


„Deutsche Eiche. Made in China“ – treffender als in diesem Buch kann man die Globalisierung kaum auf den Punkt bringen. Völlig unvoreingenommen.
Und ganz nebenbei ist „Deutsche Eiche. Made in China“ eine liebevolle Hommage an das kleine Dorf Alsweiler im St. Wendeler Land, an seine Geschichte an seine Menschen.
Ein Buch über die ganze Welt. Und darüber, wie alles mit allem zusammenhängen kann.

„Deutsche Eiche. Made in China“
von Klaus Brill
Gebundene Ausgabe, 352 Seiten
Erschienen im Karl Blessing Verlag




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