Samstag, 22. September 2012

Der Kirchenaustritt, die logische Konsequenz und noch ein paar Worte mehr...

Der deutsche Blätterwald rauscht mal wieder,
die Gazetten versuchen sich in ihren Schlagzeilen zu überbieten.
"Katholische Bischöfe ächten Steuerverweigerer" titelt DIE WELT und die Frankfurter Rundschau schreibt gar von "Wolfsgeheul aus Rom".

Martialisch mutet es an, was in Leitartikeln und Kommentaren geschrieben steht - dabei wurden von der katholischen Kirche lediglich die Folgen eines Kirchenaustrittes noch einmal klargestellt.
Mitnichten eine Glaubensfrage ist es, sondern einfach nur eine logische Konsequenz:
Wer nicht zur Gemeinschaft der Katholiken gehören möchte, kann eben auch nicht erwarten, dass ihn (oder sie) ein katholischer Pfarrer traut, beerdigt oder ihm/ihr z.B. Patenbescheinigungen ausstellt.
Das hat nichts mit "Sanktionen" zu tun, sondern ist einfach nur Fakt.


Lasst die Kirche im Dorf...!

Es gibt nur zwei Gründe, weshalb jemand aus seiner Kirche austritt:
Entweder man möchte mit ihr nichts mehr zu tun haben - dann sind einem vermutlich auch die Folgen des Austritts egal.
Oder man möchte schlichtweg Steuern sparen und entsolidarisiert sich aus materiellen Gründen. 
Dann muss man eben die Konsequenzen akzeptieren.
Das ist der Preis dieser Entsolidarisierung.
Es ist leider so, dass für immer mehr Menschen in unserem Land nur noch der Satz aus der Postbank-Werbung gilt:
"Unterm Strich zähl ich!".
Ganz vergessen wird dabei, dass der Einbruch der kirchlichen Einnahmen (übrigens bei beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland gleichermaßen) auch Folgen für die Allgemeinheit hat:

Die Kirchen müssen sich aus vielen wichtigen caritativen und sozialen Bereichen zurückziehen. Die Schließung von Kindergärten ist da nur ein Beispiel....
In fast allen Fällen muss der Staat einspringen. 

Das geht - vor allem bei den Kommunen - nur auf Kosten sogenannter freiwilliger Leistungen. Darunter leidet in der Folge namentlich die Vereins- und Jugendförderung ebenso, wie die Unterhaltung von Schwimmbädern, Sportstätten, Bürgerhäusern und Hallen. Und noch vieles andere mehr.
Genau aus diesem Grunde scheue ich mich nicht, in diesem Zusammenhang das Wort Entsolidarisierung zu gebrauchen.

P.S.:
Manchmal - und das muss ich einfach am Rande erwähnen, auch wenn es mit dem Thema dieses Blogeintrags nicht direkt etwas zu tun hat - gibt es dann ausgerechnet in meiner Heimatgemeinde sogar noch Kommunalpolitiker, die funktionierende kirchliche Einrichtungen trotz Kosten in Millionenhöhe kommunalisieren wollen.
Allen absehbaren Folgen zum Trotz.

Das halte ich für falsch.
Es ärgert mich.
Und deshalb kann und werde ich meine Hand nicht heben, wenn dieser Irrweg wirklich beschritten werden sollte.