Montag, 5. Januar 2026

📌 JahresrĂŒckblick 2025 – Mein politisches und gesellschaftliches Jahr: DER APRIL 2025

📅 April 2025 – Verantwortung ĂŒbernehmen, Klartext reden, Zusammenhalt stĂ€rken

Der April 2025 war ein politisch wie gesellschaftlich intensiver Monat. Er hat mir erneut gezeigt, wie breit das Spektrum politischer Verantwortung ist: von wirtschaftlichen Weichenstellungen ĂŒber soziale und gesundheitspolitische Fragen bis hin zu Erinnerungskultur, Ehrenamt und innerer Sicherheit. Dabei ging es mir stets darum, RealitĂ€ten nicht zu beschönigen, sondern Probleme klar zu benennen und Verantwortung einzufordern.


📉 Alarmierende Wirtschaftsdaten – das Saarland darf nicht weiter zurĂŒckfallen

Gleich zu Beginn des Monats habe ich mich mit den aktuellen Wirtschaftszahlen fĂŒr das Saarland beschĂ€ftigt – und diese Zahlen geben Anlass zur Sorge. Das Bruttoinlandsprodukt ist rĂŒcklĂ€ufig, die Arbeitslosenquote bleibt hoch, und die Zahl der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten sinkt. Im bundesweiten Vergleich landet das Saarland erneut auf einem der hinteren PlĂ€tze.

Diese Entwicklung ist kein Zufall und kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis einer Politik, die zu oft verwaltet statt gestaltet. Gerade in einem Land, das sich mitten im Strukturwandel befindet, brauchen wir eine aktive Wirtschaftspolitik, die Innovationen fördert, Investitionen erleichtert und UnternehmensgrĂŒndungen ernsthaft unterstĂŒtzt. Schönreden hilft niemandem – wir brauchen einen ehrlichen Blick auf die Lage und den Mut zu Kurskorrekturen.


🏞️ Umwelt, Forst & Naturschutz: Starker Austausch und klare Positionierung

Im April stand außerdem der Austausch mit Forstleuten und Umweltakteuren im Fokus. Bei der Jahresversammlung des Bundes Deutscher Forstleute Saar habe ich die Bedeutung einer modernen, gut ausgestatteten und gut bezahlten Forstarbeit betont. Die Herausforderungen durch Klimawandel, BiodiversitĂ€tsschutz und nachhaltige Holznutzung machen deutlich: Der Wald braucht Zukunft – und diese beginnt mit der richtigen politischen UnterstĂŒtzung. eppelblog.blogspot.com


Ebenso nahm ich an der Umweltsprechertagung 2025 teil, bei der wir lĂ€nderĂŒbergreifend ĂŒber Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Industriepolitik diskutierten – mit wichtigen Impulsen fĂŒr das Saarland. eppelblog.blogspot.com
Solche Tagungen sind mehr als nur ein Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. Sie sind ein wichtiges Forum, um ĂŒber die LĂ€ndergrenzen hinweg voneinander zu lernen, gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und Positionen abzustimmen. Mit der „Wiesbadener ErklĂ€rung“, die wir nach intensiver Diskussion verabschiedet haben, setzen wir ein starkes Signal fĂŒr eine bĂŒrgernahe, wissenschaftsbasierte und technologieoffene Umweltpolitik in Deutschland.



đŸ’Œ CISPA in St. Ingbert – große Chance, falsche Schwerpunkte

Vor diesem Hintergrund habe ich mich im April auch intensiv mit der geplanten CISPA-Ansiedlung in St. Ingbert befasst. Dieses Projekt hat das Potenzial, ein echter Motor fĂŒr den Strukturwandel zu werden – mit hoher Wertschöpfung, neuen ArbeitsplĂ€tzen und einer starken Verbindung von Forschung, Innovation und Wirtschaft.

Umso unverstĂ€ndlicher ist es, dass sich die Landesregierung zeitweise mehr mit Namensfragen und Außendarstellung beschĂ€ftigt als mit der konsequenten Umsetzung. Entscheidend ist nicht, wie ein Projekt heißt, sondern ob es funktioniert: mit guten Rahmenbedingungen, schneller Umsetzung, Raum fĂŒr AusgrĂŒndungen und einer klaren Strategie fĂŒr den Wissenstransfer in die Wirtschaft.


đŸ‘©‍đŸ« Berufliche Schulen: Wegschauen ist keine Option

Ein weiteres zentrales Thema im April war die Situation an den beruflichen Schulen im Saarland. Berichte ĂŒber Gewalt, Überforderung und strukturelle Defizite nehmen zu. Gemeinsam mit meiner Kollegin Jutta Schmitt-Lang habe ich deutlich gemacht: Wer ĂŒber FachkrĂ€ftesicherung spricht, darf die berufliche Bildung nicht vernachlĂ€ssigen.

Wir brauchen sichere Schulen, ausreichend Personal, moderne Ausstattung und Konzepte, die junge Menschen wirklich auf das Berufsleben vorbereiten. Alles andere ist kurzsichtig – und wird uns langfristig teuer zu stehen kommen.


📬 Mehr harte Drogen im Saarland – ein Warnsignal

Sehr nachdenklich haben mich im April auch die aktuellen Zahlen zum Konsum harter Drogen im Saarland gemacht. Der Anstieg bei Amphetamin, Kokain und Ketamin ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Als gesundheitspolitischer Sprecher sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf.

PrĂ€vention, AufklĂ€rung, Suchtberatung und verlĂ€ssliche Hilfsstrukturen dĂŒrfen nicht unter ideologische Debatten geraten. Es geht um Gesundheit, um Schutz – vor allem junger Menschen. Eine Politik, die Risiken verharmlost oder ignoriert, wird ihrer Verantwortung nicht gerecht.



đŸ„ Krankenhausneubau in Lebach – Hoffnung fĂŒr die wohnortnahe Versorgung

Ein positiver Termin im April war der Besuch des Krankenhausneubaus in Lebach. Das Projekt macht sichtbar Fortschritte und steht fĂŒr eine moderne, patientenorientierte medizinische Versorgung im lĂ€ndlichen Raum. Genau solche Investitionen brauchen wir, wenn wir die Daseinsvorsorge sichern wollen.

Gleichzeitig bleibt klar: Krankenhauspolitik darf nicht von Unsicherheit und wechselnden Signalen geprĂ€gt sein. Reformen mĂŒssen die RealitĂ€t vor Ort berĂŒcksichtigen und den HĂ€usern Planungssicherheit geben – alles andere gefĂ€hrdet die Versorgung der Menschen.



🕯️ Gefallene Soldaten am Fuße des Sonnenbergs – Geschichte holt uns ein

Ein besonders bewegender Moment im April war der Fund gefallener Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg am Fuße des Sonnenbergs im Zuge von Bauarbeiten. Solche Entdeckungen machen deutlich, dass die Schrecken des Krieges nicht Vergangenheit sind, sondern buchstĂ€blich Teil unserer Gegenwart bleiben.

Als Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge ist mir ein wĂŒrdiger Umgang mit diesen Funden ein zentrales Anliegen. Jeder Gefallene steht fĂŒr ein individuelles Schicksal. Erinnerung ist kein Selbstzweck – sie ist Mahnung und Verantwortung zugleich. Gerade in einer Zeit neuer militĂ€rischer Konflikte dĂŒrfen wir diese Lehren nicht verdrĂ€ngen.


đŸ€ Das Saarland ist Vereins- und Ehrenamtsland – und muss es bleiben

Im April habe ich mich auch klar zum Stellenwert des Ehrenamts positioniert. Unser Saarland lebt vom Engagement der Menschen: in Vereinen, Hilfsorganisationen, kulturellen Initiativen und sozialen Projekten. Ehrenamt schafft Gemeinschaft, Integration und IdentitÀt.

Doch Ehrenamtliche stoßen zunehmend an Grenzen – durch BĂŒrokratie, Förderchaos und mangelnde WertschĂ€tzung. Hier muss Politik gegensteuern. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stĂ€rken will, muss Vereine und Ehrenamt entlasten, unterstĂŒtzen und ernst nehmen – nicht nur in Sonntagsreden, sondern im politischen Alltag.


đŸšȘ JVA SaarbrĂŒcken – viel Inszenierung, wenig RealitĂ€t

Ein Besuch an alter WirkungsstĂ€tte fĂŒhrte mich im April zur offiziellen Eröffnung des Neubaus der Außenpforte und Besuchsabteilung der JVA SaarbrĂŒcken. Als ehemaliger Justizvollzugsbeamter habe ich diesen Bereich lange begleitet und tue dies als Mitglied im Landtagsausschuss fĂŒr Justiz, Verfassungs- und Rechtsfragen sowie Mitglied im Bund SaarlĂ€ndischen Justizvollzugsbediensteter auch weiterhin

Was sich jedoch im Nachhinein herausgestellt hat, ist ernĂŒchternd: Die groß inszenierte Eröffnung entpuppte sich als politische Show. Der Neubau kann bislang gar nicht regulĂ€r genutzt werden – es fehlen organisatorische und personelle Voraussetzungen. FĂŒr die Bediensteten im Justizvollzug Ă€ndert sich damit zunĂ€chst nichts.

Das ist genau die Symbolpolitik, die ich kritisiere: EröffnungsbĂ€nder ersetzen keine funktionierenden Strukturen. Wer Verantwortung trĂ€gt, muss dafĂŒr sorgen, dass GebĂ€ude nutzbar sind und Arbeitsbedingungen tatsĂ€chlich verbessert werden – alles andere ist Augenwischerei.


📝 Mein Fazit zum April 2025

Der April 2025 war ein Monat der klaren Worte:

  • Wirtschaftliche RealitĂ€t verlangt Ehrlichkeit und Mut.

  • Bildung, Gesundheit und Sicherheit brauchen Substanz statt Symbolik.

  • Erinnerungskultur und Ehrenamt sind tragende SĂ€ulen unserer Gesellschaft.

  • Verantwortung zeigt sich nicht in Inszenierungen, sondern im Handeln.

Genau daran möchte ich meine politische Arbeit messen lassen – im Landtag, vor Ort und im tĂ€glichen Austausch mit den Menschen.

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