Streuobstwiesen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer saarländischen Kulturlandschaft. Sie sind nicht nur wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die Grundlage für regionale Produkte wie unseren Viez. Doch diese einzigartigen Ökosysteme stehen vor einer ernsthaften Bedrohung: Die Ausbreitung der Mistel, die insbesondere für Obstbäume eine erhebliche Gefahr darstellt.
Vergangene Woche wurde dieses Thema auch beim Vortrag von Herrn Engeldinger, der im Rahmen des Empfangs zur Internationalen Grünen Woche in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin stattfand, eindringlich angesprochen. Herr Engeldinger referierte zur „Viezstraße“ im Saarland und zum Kulturgut Viez, das ohne unsere Streuobstwiesen undenkbar wäre. Dabei wurde deutlich, dass die Ausbreitung der Mistel nicht nur ein ökologisches Problem ist, sondern auch eine Bedrohung für unser kulturelles Erbe und die regionale Wirtschaft darstellt.
Auf den ersten Blick mag das Thema wie eine Nische erscheinen, doch seine Bedeutung für das Saarland ist grundsätzlicher Natur. Die Obst- und Gartenbauvereine und die Besitzer von Obstbäumen im Saarland, die sich mit großem Engagement für die Pflege der Streuobstwiesen einsetzen, stehen vor enormen Herausforderungen.
Die Mistel schwächt befallene Bäume langfristig, entzieht ihnen Wasser und Nährstoffe und kann schließlich zum Absterben der Bäume führen. Besonders betroffen sind dabei gerade auch die alten Hoch- und Halbstämme, die das Rückgrat unserer Streuobstwiesen bilden.
Weil mich das Thema umtreibt habe ich eine parlamentarische Anfrage an die saarländische Landesregierung gestellt. Ziel ist es, mehr über das Ausmaß des Problems, die bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Mistel und mögliche Unterstützungsangebote für die Obst- und Gartenbauvereine zu erfahren.
Besonders interessiert mich dabei:
- Das Ausmaß der Mistelausbreitung: Gibt es flächendeckende Erhebungen oder Studien, die das Problem quantifizieren?
- Unterstützung für Vereine und Landwirte: Welche Programme oder finanziellen Hilfen stehen zur Verfügung, um die Pflege der Streuobstwiesen und die Bekämpfung der Mistel zu erleichtern?
- Öffentlichkeitsarbeit: Gibt es Initiativen, um die Bevölkerung für die Bedeutung der Streuobstwiesen und die Gefahren durch die Mistel zu sensibilisieren?
- Kosten: Wird in den von der Naturlandstiftung betreuten bzw. gepflegten Streuobstwiesen gezielt auch die Mistel bekämpft und wie hoch sind die Kosten?
Die Ergebnisse dieser Anfrage werden hoffentlich dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen und konkrete Lösungen voranzutreiben - das gilt auch für die nun zusätzlich entstehenden Belastungen, für die Besitzer von Streuobstwiesen, weil man auch mit einer Ausnahmegenehmigung kein durch Schädlinge belastetet Schnittgut mehr vor Ort verbrennen darf.
Ich möchte mich von Herzen bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Obst- und Gartenbauvereinen danken, die sich mit großem Einsatz für den Erhalt unserer Streuobstwiesen stark machen.
Die Streuobstwiesen sind nicht nur ein wertvolles Kulturgut, sondern auch ein Stück Identität für unser Saarland. Es liegt an uns allen, dieses Erbe zu bewahren und für kommende Generationen zu sichern. Ich werde Sie hier im Blog natürlich über die weiteren Entwicklungen informieren.
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