Donnerstag, 12. Januar 2012

Um die Energiewende zu schaffen, muss der Umweltschutz auf den Prüfstand. Und nicht nur deshalb.

In den nächsten Wochen sollen die Ortsräte in unserer Gemeinde über die Frage beraten, ob Windkraftanlagen auch in Landschaftsschutzgebieten errichtet werden dürfen. Um die Energiewende  erfolgreich bewerkstelligen zu können, muss offenbar der Umweltschutz mancherorts zunächst einen kräftigen Schritt zurück machen.
Und nicht nur deshalb.

In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung stellt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß, Energiekoordinator der Unions-Fraktion, zu Recht fest, immer öfter werde der hohe Umwelt- und Naturschutz zum Bremser.
Vieles was der 36jährige Christdemokrat sagt, kann auch für das Saarland gelten:
"Durch FFH- Gebiete oder Vogelschutzgebiete wird der Leistungsausbau oft sehr schwierig", betont er einerseits, weist aber auch auf die Möglichkeiten der Wasserkraft hin, die gerade in Baden-Württemberg erhebliches Potential habe:
"Wir könnten doppelt so viel Energie aus Wasserkraft erzeugen, wenn wir neue Stauwehre bauen dürften. Und das auch mal ohne teure Fischtreppen." 
Überhaupt brauche man in Deutschland eine offene Debatte, was beim Umwelt- und Naturschutz überhaupt Sinn mache. "Manches ist schon absurd. Wenn jetzt im Stuttgarter Stadtgarten einzelne alte Bäume für bis zu 400.000 Euro verpflanzt werden, dann ist das doch verrückt", sagt Bareiß.
Ein Blick zurück erinnert uns, dass auch mein Heimatdorf Habach es bereits einmal ins ZDF schaffte, weil für hunderttausende von Euro ein Kirschbaum für eine Abwasserleitung des EVS untertunnelt wurde (übrigens ohne Zutun der örtlichen Kommunalpolitik - die den horrenden Kosten sehr kritisch gegenüberstand).

 Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Keine Frage: Umwelt- und Naturschutz sind wichtig.
Nach wie vor.
Aber es ist ein genaueres Hinschauen erforderlich.
Zu oft schon hat Gutgemeintes genau gegenteilige Folgen gehabt.
Nicht selten verschwinden beispielsweise seltene Pflanzen und Tiere gerade weil Wiesen und Auen unter Naturschutz gestellt werden und sich selbst überlassen bleiben - Verbuschung ist die Folge.
Auch beim Umstieg auf die Windkraft ist genaues Hinschauen Pflicht: 
Sind wirklich immer Fledermäuse und Milane gefährdet, oder ist es oft nicht nur ein Verhinderungsvorwand weil übergroßen Windrädern jegliche Ästhetik im Landschaftsbild fehlt?
Wäre die sogenannte Kleine Wasserkraft auch eine Chance für die Gemeinde Eppelborn und wie wird sie trotz oder vielleicht sogar durch die Illrenaturierung möglich?
Warum setzen wir bei uns nicht stärker auf Bioenergie?
Eine Liste möglicher Projekte und der vielen Fragen dazu wäre unendlich.
Selbst bei uns im Illtal.
Und genau so vielfältig wären die Chancen. Auch für den Gemeindehaushalt!

Klar ist: Es stehen uns auch künftig viele Diskussionen in Haus. 
Umwelt- und Energiepolitik sehen oft eben anders aus, wenn man erstmal dazugelernt hat oder bereit ist, den Blickwinkel einmal zu wechseln.
Im Widerspruch zueinander stehen sie zumeist trotzdem.
Es bleibt spannend.

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