Donnerstag, 11. Mai 2023

Europäische Perspektiven für das Haus Rech in Humes? Austausch mit Roland Theis, Ortsvorsteher Karl Barrois und Heimatforscher Hans-Günter Maas

In der vergangenen Woche besuchte ich gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Roland Theis, dem stellvertretenden Vorsitzenden und insbesondere auch europapolitischen Sprecher unserer CDU-Landtagsfraktion, das Haus Rech in Humes.
Gemeinsam mit Ortsvorsteher Karl Barrois und Hans-Günter Maas vom Förderkreis für Heimatkunde und Denkmalpflege Eppelborn erörterten wir, wie wir das Haus Rech gerade auch im Hinblick auf seine besondere Historie noch mehr mit Leben füllen können. Das von der Familie Bruch aufwendig restaurierte alte Haus atmet wie kaum ein anderes im Saarland die gemeinsame deutsch-französische Geschichte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und bietet gerade auch deshalb viele Möglichkeiten.


Das Haus Rech liegt dem engagierten Humeser Ortsvorsteher Karl Barrois sehr am Herzen. Das wurde in dem Gespräch mit ihm schnell deutlich. Mitten im Herzen von Humes gelegen, ist es ein historisches Kleinod und vor allem auch ein Veranstaltungsort, der geradezu danach ruft, noch mehr mit Kultur und auch mit Erinnerungsarbeit belebt zu werden.
Hans-Günter Maas vom Förderkreis für Heimatkunde und Denkmalpflege Eppelborn und Karl Barrois erläuterten anhand der kleinen Ausstellung zur Geschichte der Familie Rech, warum das Anwesen so eine ganz besondere Bedeutung in der deutsch-französischen Geschichte hat.

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 waren drei Söhne des Humeser Dorfschullehrers Peter Joseph Rech in das neu geschaffene "Reichsland Elsass-Lothringen" aufgebrochen, um an Metzer Schulen den Kindern und Jugendlichen Sprache und Kultur der neuen Landesherren zu vermitteln.
Rechs ältester Sohn Dr. Joseph Rech avancierte dabei zum Direktor am Bischöflichen Gymnasium in Montigny/Metz, zum Bürgermeister von Sablon/Metz und sogar zum Landtagsabgeordneten im Reichsland Elsass-Lothringen.
Der lothringische Historiker François Roth konnte nachweisen, dass Rech ein Freund und Förderer des großen Europäers Robert Schuman war und ihm mit anderen Zentrumspolitikern den Weg in die Politik ebnete. Man kann deshalb durchaus davon ausgehen, dass Rech und Schumann die gleichen politischen Ziele verfolgten und insbesondere die Aussöhnung der damals noch tief verfeindeten Nachbarn Deutschland und Frankreich in den Mittelpunkt ihres Engagements stellten.

Vor dem Hintergrund dieser Geschichte wäre es naheliegend, im Haus Rech über seine wichtige Bedeutung als kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungsort für Humes und die Gemeinde Eppelborn hinaus, einen Fokus verstärkt gerade auch auf das deutsch-französische Miteinander und die Völkerverständigung zu legen. 
Roland Theis, der selbst Deutsch-Franzose ist, bis 2022 Bevollmächtigter des Saarlandes für die Angelegenheiten der Europäischen Union war 
und beste Verbindungen auf beiden Seiten der Grenze hat, will gemeinsam mit mir den Humeser Ortsvorsteher Karl Barrois und Hans-Günter Maas bei dieser Idee unterstützen.
Unser gemeinsames Ziel ist es, dass in den kommenden Jahren verstärkt Ausstellungen, Workshops, Vorträge und andere Veranstaltungen im Haus Rech stattfinden, die nicht zuletzt das Verständnis und die Wertschätzung der deutsch-französischen Geschichte und Kultur fördern - und die das sehr lebendige Humeser Dorfleben um einen weiteren Akzent ergänzen könnten.



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