Ackerland wird zunehmend zum Spekulationsobjekt – mit dramatischen Folgen für unsere Landwirte. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Bundesweit werden immer häufiger ortsansässige Bauern von außerlandwirtschaftlichen Investoren überboten, was den Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter beschleunigt und zu einem Verlust wertvoller Agrarflächen führt.
Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung habe ich als agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion eine Parlamentarische Anfrage an die Landesregierung gestellt. Ziel ist es, mehr Transparenz über die Entwicklung der Bodenpreise, die Auswirkungen auf die saarländische Landwirtschaft und insbesondere über den zunehmenden Einsatz von Share Deals zu erhalten. Und deshalb will ich wissen: Wie sieht es in diesem Bereich im Saarland aus?
Meine konkreten Fragen lauten:
- Wie haben sich die Preise für landwirtschaftliche Flächen im Saarland in den letzten zehn Jahren entwickelt?
- In welchem Umfang wurden landwirtschaftliche Betriebe durch außerlandwirtschaftliche Investoren verdrängt?
- Wer sind die Hauptakteure bei diesen Landkäufen – Kommunen, Naturschutzverbände oder private Investoren?
- Welche Rolle spielen sogenannte Share Deals beim Erwerb von Agrarflächen im Saarland?
- Welche rechtlichen Möglichkeiten hat die Landesregierung, um außerlandwirtschaftliche Investoren beim Erwerb von Ackerland zu regulieren?
- Welche Maßnahmen plant die Regierung, um ortsansässige Landwirte besser zu schützen?
Was sind Share Deals und warum sind sie problematisch?
Bei einem Share Deal erwerben Investoren nicht direkt das Land, sondern Anteile an Gesellschaften, die über landwirtschaftliche Flächen verfügen. Dadurch umgehen sie die Grunderwerbsteuer und mögliche Vorkaufsrechte für Landwirte. Diese Praxis erschwert es landwirtschaftlichen Betrieben erheblich, sich auf dem Bodenmarkt zu behaupten, und führt dazu, dass immer mehr Flächen in die Hände renditeorientierter Investoren fallen.
Beispiel Sachsen – Ein Vorbild für das Saarland?
Der Freistaat Sachsen plant ein Agrarstrukturgesetz, das den Erwerb landwirtschaftlicher Betriebe durch außerlandwirtschaftliche Investoren einer Anzeige- und Genehmigungspflicht unterwirft. Ziel ist es, den Ausverkauf der heimischen Landwirtschaft zu verhindern. Auch für das Saarland wäre ein solcher Schritt eine Überlegung wert. Die Landesregierung muss sich dringend mit dieser Problematik auseinandersetzen, um den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen für ortsansässige Landwirte zu erleichtern und sie vor spekulativen Käufen zu schützen.
Landwirtschaft erhalten – Politik muss handeln!
Die heimische Landwirtschaft ist das Rückgrat unserer ländlichen Räume. Sie sichert nicht nur unsere Ernährung, sondern auch den Erhalt der Kulturlandschaft. Wenn landwirtschaftliche Betriebe zunehmend verdrängt werden, steht weit mehr als nur die Existenz einzelner Betriebe auf dem Spiel – es geht um die Zukunft unserer gesamten Agrarstruktur. Ich werde das Thema weiterhin kritisch begleiten und mich für eine Bodenpolitik einsetzen, die den Landwirten faire Chancen gibt.
Ich bin gespannt auf die Antworten der Landesregierung und werde weiter dafür einsetzen, dass landwirtschaftlicher Boden nicht noch mehr zum Spekulationsobjekt wird!
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