Der Fachkräftemangel im Pflege- und Gesundheitssektor spitzt sich dramatisch zu. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert bis 2035 einen Engpass von rund 500.000 Pflegekräften. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland bis 2060 auf über 4,5 Millionen steigt. Bereits heute sind ausländische Pflegekräfte und Ärzte eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems – ihr Anteil hat sich seit 2017 nahezu verdoppelt. Laut Ärzteblatt wäre unser Gesundheitswesen ohne diese Fachkräfte nicht mehr funktionsfähig.
Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung habe ich als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion eine parlamentarische Anfrage an die saarländische Landesregierung gestellt. Ich will wissen, ob unser Bundesland ausreichend auf die Zukunft vorbereitet ist – insbesondere, wenn es um die Anerkennung und Integration ausländischer Fachkräfte geht.
Kernpunkte meiner Anfrage:
📌 Wie viele Anträge auf Anerkennung ausländischer Qualifikationen wurden in den letzten drei Jahren gestellt und wie viele davon wurden positiv beschieden?
📌 Wie läuft das Nachqualifizierungsverfahren, wenn eine direkte Anerkennung nicht möglich ist?
📌 Können ausländische Pflegekräfte und Ärzte während der Bearbeitungszeit der Anträge bereits in saarländischen Einrichtungen arbeiten?
📌 Welche digitalen Verfahren plant die Landesregierung, um Anerkennungsverfahren effizienter zu gestalten?
📌 Wie lange dauert aktuell ein Anerkennungsverfahren im Saarland?
📌 Gilt die Anerkennung bundesweit, um berufliche Freizügigkeit zu gewährleisten?
📌 Welche langfristige Strategie verfolgt das Saarland, um auf die steigende Zahl Pflegebedürftiger vorbereitet zu sein?
Warum diese Anfrage wichtig ist:
Lange Bearbeitungszeiten bei der Anerkennung ausländischer Fachkräfte verschärfen den Personalnotstand unnötig. Pflegekräfte und Ärzte, die bereit sind, in Deutschland zu arbeiten, brauchen schnelle Verfahren und glasklare Regelungen.
Wenn die (wirklich) passende Ausbildung ebenso sicher nachgewiesen werden kann wie sehr gute deutsche Sprachkenntnisse, dürfen bürokratische Hürden nicht dazu führen, dass wertvolle Fachkräfte Monate oder gar Jahre auf ihre Anerkennung warten und in dieser Zeit nicht tätig werden können.
Ich werde die Antworten der Landesregierung genau auswerten und mich dafür einsetzen, dass dringend notwendige Verbesserungen umgesetzt werden. Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für unser Gesundheitssystem – es ist höchste Zeit, dass wir ihm entschlossen begegnen.
Ich halte euch natürlich hier im EppelBlog auf dem Laufenden!
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