Dienstag, 11. Februar 2025

Psychische Gesundheit im Saarland: Versorgungsnotstand und Handlungsbedarf

Psychische Erkrankungen nehmen im Saarland weiter zu – doch die Versorgungslage ist mehr als angespannt. Aktuelle Zahlen aus dem Gesundheitsatlas der AOK (Oktober 2024) zeigen eine alarmierende Entwicklung: Mit 14,2 Prozent hat das Saarland die höchste Prävalenzrate für Depressionen bundesweit. In Neunkirchen sind es sogar 16,3 Prozent der Bevölkerung, die betroffen sind. Gleichzeitig ist die Zahl der verfügbaren Psychotherapeuten nicht annähernd ausreichend, um den steigenden Bedarf zu decken.
Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Saar (KV) sind bereits heute 36 bis 40 Prozent der Psychotherapeuten im Saarland überaltert und werden in absehbarer Zeit aus der Versorgung ausscheiden. Das bedeutet: Noch weniger verfügbare Therapieplätze für eine immer größere Zahl an Betroffenen. Die Terminservicestelle der KV (116117) meldet schon jetzt eine massive Überlastung – ein klares Zeichen dafür, dass das System an seine Grenzen stößt.
 Als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion habe ich daher eine Parlamentarische Anfrage an die Landesregierung gestellt, um konkrete Antworten einzufordern und Lösungsansätze entwickeln zu können.

Meine Fragen an die Landesregierung

  1. Welche Maßnahmen beabsichtigt die Landesregierung gegebenenfalls zu ergreifen, um betroffenen Personen einen möglichst schnellen Zugang zu einem ambulanten Therapieplatz zu ermöglichen? 
  2. Welche Unterstützungsangebote stehen derzeit im Saarland zur Verfügung, die von Personen genutzt werden können, die keinen ambulanten Therapieplatz erhalten? 
  3. Beabsichtigt die Landesregierung gegebenenfalls, den Ausbau digitaler Unterstützungsangebote voranzutreiben, um Betroffenen eine Überbrückungshilfe zu bieten, bis sie einen ambulanten Therapieplatz erhalten?
  4. Wie sind die Kassensitze im Saarland auf die Kommunen verteilt?
  5. Wie viele Kassensitze fehlen gegebenenfalls insgesamt im Saarland, wenn man nicht „die Köpfe der zugelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zählt“, sondern die tatsächliche Arbeits- und Sprechstundenzeiten ins Verhältnis zu den Bedarfen setzt.
  6. Beabsichtigt die Landesregierung möglicherweise eine Initiative zur Erhöhung der Anzahl der Kassensitze zu starten? Falls nicht, aus welchem Grund?
  7. Wie viele Menschen im Saarland befinden sich derzeit auf Wartelisten für einen ambulanten Therapieplatz?

Schon jetzt verdeutlichen die Aussagen vor allem auch der Psychotherapeutenkammer sowie die bereits vorliegenden Zahlen und Fakten: Die psychotherapeutische Versorgung im Saarland ist nicht mehr tragfähig. Es darf nicht sein, dass Menschen monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen – oft in akuten Krisensituationen. Die Landesregierung muss endlich konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Versorgung zu verbessern. Dazu gehören unter anderem der Abbau bürokratischer Hürden, eine bessere Verteilung der Kassensitze und eine gezielte Förderung digitaler Unterstützungsangebote.

Ich werde das Thema weiter intensiv verfolgen, Ihnen und euch über die Antworten der Landesregierung auf dem Laufenden halten  und mich für eine bessere Versorgung psychisch kranker Menschen im Saarland einsetzen.
Denn eines ist klar: Jeder Mensch hat das Recht auf schnelle und angemessene Hilfe!

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