Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Fast jede Familie kennt Fälle im eigenen Umfeld. Umso wichtiger ist es, dass wir alles daransetzen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen – denn genau das kann Leben retten.
Im Saarland gibt es dafür seit Jahren ein strukturiertes Mammographie-Screening-Programm. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren werden regelmäßig eingeladen, die Untersuchung ist wohnortnah möglich – auch durch das sogenannte „Mammobil“, das im Land unterwegs ist. Das ist gut und richtig.
Und es wirkt: Allein in den Jahren 2015 bis 2025 wurden im Saarland über 2.200 Brustkrebserkrankungen durch das Screening frühzeitig entdeckt.
Neue Altersgruppe – große Chance
Künftig soll das Programm ausgeweitet werden: Auch Frauen zwischen 45 und 49 Jahren sollen einbezogen werden. Die wissenschaftliche Grundlage dafür ist klar – und die Entscheidung auf Bundesebene steht bevor:
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. April 2026 offiziell angekündigt, bereits im Oktober 2026 über die Absenkung der unteren Altersgrenze auf 45 Jahre entscheiden zu wollen.
Für das Saarland bedeutet das: Rund 15 Prozent mehr Frauen werden künftig Anspruch auf die Untersuchung haben.
Das ist eine große Chance für die Gesundheitsvorsorge in unserem Land.
Aber: Jetzt muss auch gehandelt werden
So positiv die Entwicklung ist – sie wirft auch Fragen auf.
Denn eines zeigt die Antwort der Landesregierung auf eine sehr konkrete Anfrage, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anja Wagner-Scheid gestellt habe, sehr deutlich:
Konkrete zusätzliche Informationsmaßnahmen für die neue Altersgruppe sind derzeit noch nicht geplant. Auch zu Kapazitäten, Personal und möglichen Wartezeiten bleibt vieles offen.
Das ist aus meiner Sicht zu wenig.
Wenn absehbar deutlich mehr Frauen Anspruch auf diese wichtige Untersuchung haben, dann braucht es auch eine klare Vorbereitung:
- ausreichend Termine und Geräte
- genügend Fachpersonal
- eine gezielte Information der betroffenen Frauen
Und vor allem: einen Plan – rechtzeitig, nicht erst auf den letzten Drücker.
Teilnahmequote: Luft nach oben
Ein weiterer Punkt, der nachdenklich stimmt:
Im Saarland nehmen im Schnitt nur rund 46 Prozent der eingeladenen Frauen am Screening teil.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als jede zweite Frau verzichtet auf diese wichtige Vorsorgeuntersuchung.
Das sollten wir nicht einfach hinnehmen.
Mein Appell: Nutzen Sie die Chance!
Deshalb ist mir eines besonders wichtig – unabhängig von aller politischen Bewertung:
👉 Gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung.
👉 Nehmen Sie die Einladung wahr.
Die Mammographie ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs. Sie kann entscheidend dazu beitragen, Erkrankungen frühzeitig zu entdecken – und damit die Heilungschancen deutlich zu verbessern.
Fazit
Das Saarland hat beim Mammographie-Screening eine solide Grundlage.
Die geplante Ausweitung auf jüngere Frauen ist richtig und überfällig.
Aber:
Jetzt kommt es darauf an, dass die Landesregierung nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet. Früherkennung darf kein Zufallsprodukt sein – sie muss verlässlich, gut organisiert und für alle erreichbar sein.
Und sie muss vor allem auch genutzt werden!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen