Es ist eine Nachricht, die auf den ersten Blick Hoffnung macht: Die saarländische Landesregierung kündigt ein neues Konzept zur Sprachförderung an.
Endlich, möchte man sagen.
Endlich bewegt sich etwas in einem Bereich, der für den Bildungserfolg unserer Kinder von entscheidender Bedeutung ist.
Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack.
Denn was heute als neue bildungspolitische Initiative verkauft wird, ist bei genauerem Hinsehen vor allem eines: ein verspätetes Eingeständnis jahrelangen Nichtstuns.
Meine engagierte Kollegin, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jutta Schmitt-Lang, bringt es auf den Punkt:
„Was die SPD heute als bildungspolitische Neukonzeptionierung zu verkaufen versucht, ist in Wahrheit ein verspätetes Eingeständnis jahrelangen Nichtstuns. Wir nehmen zwar zur Kenntnis, dass Ministerin Streichert-Clivot nun in Teilen sogar wortgleich ankündigt, was wir als CDU seit Jahren fordern. Doch bis zu diesem plötzlichen Sinneswandel hat die SPD genau diese Vorschläge immer klar und wortreich abgelehnt.“
Seit Jahren setzen wir uns als CDU dafür ein, dass Kinder frühzeitig und gezielt beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden – mit verpflichtenden Sprachstandstests vor der Einschulung und verbindlichen Fördermaßnahmen für diejenigen, die Unterstützung brauchen.
Doch vier Jahre lang wurden diese Vorschläge von der SPD abgelehnt. Vier Jahre lang wurde uns vorgeworfen, wir wollten Kinder „selektieren“.
Vier Jahre lang hat man die Chance vertan, Kindern im Saarland bessere Startbedingungen zu ermöglichen.
Jutta Schmitt-Lang erinnert in diesem Zusammenhang auch an eine besonders folgenschwere Entscheidung der Landesregierung:
„Gerade die gezielte Förderung in Kleingruppen galt der SPD bislang als bildungspolitisches ‚Teufelszeug‘. Beispielhaft dafür steht die ersatzlose Streichung des bewährten Sprachförderprogramms ‚Früh Deutsch lernen‘. Ein gleichwertiger Ersatz wurde bis heute nicht geschaffen.“
Diese vier Jahre sind verloren – für Tausende Kinder im Saarland, die die Förderung nicht bekommen haben, die sie gebraucht hätten. Für ihre Familien. Und letztlich für unser gesamtes Bildungssystem.
Nun also der Kurswechsel – 180 Grad, und zwar auffällig nah an den Positionen der CDU. Für Jutta Schmitt-Lang ist klar, wie dieser Sinneswandel zustande kommt:
„Leider nicht aus Überzeugung, sondern erst nach monatelangem Druck und offenbar mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl. Das Konzept, das die SPD heute vorlegt, hätte vor vier Jahren kommen müssen.“
Doch selbst jetzt bleiben viele Fragen offen. Ein Modellversuch, dessen Ergebnisse erst die Grundlage für ein späteres Gesetz bilden sollen, wirkt nicht wie die dringend benötigte entschlossene Bildungspolitik, sondern eher wie ein taktisches Manöver auf Zeit.
Oder, wie Jutta Schmitt-Lang es formuliert:
„Der widerstrebende Kurswechsel darf nicht dazu führen, dass nach großen Ankündigungen erneut halbherzig geknaubt wird – zulasten der Kinder.“
Für uns als CDU ist der Anspruch klar – und er bleibt unverändert:
Wer in die Schule kommt, muss Deutsch können.
Das ist kein Selbstzweck. Es ist die Grundlage für Chancengerechtigkeit, für Integration und für den Bildungserfolg jedes einzelnen Kindes. Wer hier frühzeitig fördert, verhindert spätere Probleme – im Unterricht, im weiteren Bildungsweg und letztlich auch im Berufsleben.
Als CDU-Fraktion werden wir diesen Weg weiterhin konsequent einfordern – mit klaren Konzepten, verbindlichen Maßnahmen und dem festen Willen, jedes Kind im Saarland bestmöglich zu unterstützen.
Denn unsere Kinder haben keine Zeit für ideologische Debatten oder taktische Spielchen. Sie brauchen jetzt die richtige Förderung.
Und genau dafür stehen wir.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen