Manchmal fragt man sich, wie im saarländischen Verkehrsministerium die Prioritäten gesetzt werden – und ob wir uns tatsächlich auf dem Weg nach Schilda befinden.
Denn was Verkehrsministerin Petra Berg aktuell plant, ist kaum anders zu beschreiben als ein moderner Schildbürgerstreich: Im ganzen Saarland sollen funktionierende, bewährte Radweg-Schilder abgebaut und durch neue ersetzt werden – nicht etwa, weil sie falsch sind, sondern weil sie nach Meinung der Chefetage im Verkehrsministerium die „falsche Farbe“ haben.
Und die Ministerpräsidentin? Schaut auch hier tatenlos zu.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
- Es fehlen über 500 Kilometer empfohlene Radinfrastruktur
-
Der Ausbau kommt seit Jahren nur schleppend voran
- Kilometerweise werden Radwege entwidmet, weil sie zu schmal oder zu kaputt sind
- Gleichzeitig werden Hunderttausende Euro für neue Schilder und externe Konzepte eingeplant
Und das, obwohl selbst das Ministerium nicht einmal sagen kann, wie viele Schilder überhaupt betroffen sind oder was der Austausch am Ende kostet.
Das ist nicht Planung. Das ist der Blindflug einer hoffnungslos überforderten Ministerin.
Ein funktionierendes System wird mutwillig ersetzt
Seit über 20 Jahren funktioniert im Saarland das sogenannte SaarRadLand-System – mit grünen Wegweisern, die für Orientierung sorgen und sich bewährt haben. Jetzt soll dieses System komplett über den Haufen geworfen werden, nur um sich an ein bundeseinheitliches Schema anzupassen.
Natürlich kann man über Vereinheitlichung sprechen. Aber:
👉 Wer funktionierende Infrastruktur ersetzt, bevor er fehlende Infrastruktur baut, setzt die falschen Prioritäten.
Genau das passiert hier.
400.000 Euro für Berater – aber kein Überblick über eigene Schilder
Besonders bemerkenswert:
Das Land will rund 400.000 Euro für ein externes „Wegweisungskonzept“ ausgeben – unter anderem, um überhaupt erst zu erfassen, wo welche Schilder stehen.
Das ist der eigentliche Offenbarungseid. Ein Ministerium, das nicht weiß, wo seine eigene Infrastruktur steht, beauftragt teure Berater, um genau das herauszufinden – und nennt das dann Verkehrspolitik.
Fünf Sterne fürs Schild – null Sterne für die Realität?
Begründet wird das Ganze unter anderem damit, dass touristische Radwege nur mit bundeseinheitlicher Beschilderung die Bestnote des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, erreichen können.
Das ist der Moment, in dem man sich ernsthaft fragen muss:
👉 Machen wir Politik für Bewertungen – oder für Menschen?
Der Applaus des ADFC mag der Ministerin sicher sein.
Das Unverständnis der Bürgerinnen und Bürger ist es auch.
Was jetzt passieren muss
Die Reihenfolge ist eigentlich banal – aber offenbar notwendig zu wiederholen:
- Radwege bauen und sanieren
- Lücken schließen
- Gefährliche Stellen entschärfen
- Dann über Schilder reden
Nicht umgekehrt.
Fazit: Das Saarland braucht echte Verkehrspolitik – keine Symbolpolitik
Die Menschen im Saarland erwarten zu Recht, dass ihre Steuergelder sinnvoll eingesetzt werden.
Nicht für kosmetische Maßnahmen.
Nicht für externe Berater ohne klare Grundlage.
Und ganz sicher nicht für den Austausch funktionierender Schilder.
Sondern für das, was wirklich zählt:
👉 Sichere, durchgängige und funktionierende Radwege.
Alles andere ist – bei aller Freundlichkeit – nichts als ein Schildbürgerstreich in Weiß.

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