Freitag, 14. November 2014

Einzelhandelskonzept produziert mehr Fragen als Antworten

Vor zwei Tagen wurde im Big Eppel der Entwurf eines Einzelhandelsgutachtens für unsere Gemeinde vorgestellt. Doch obwohl es um die weitere Entwicklung des Einkaufsstandorts Eppelborn und damit um die Frage ging, ob wir auch künftig noch die Dinge des täglichen Bedarfs in Eppelborn bekommen, war der große Saal des big Eppel nur leidlich gut gefüllt. Diejenigen, die gekommen waren, erlebten ein überfrachtetes Programm, das wegen der fortschreitenden Zeit zuwenig Raum zur Diskussion ließ. Ein anderer Rahmen wäre diesem wichtigen Thema sicherlich angemessener gewesen. Doch es war offenbar so gewollt.

Für mich persönlich war der ganze Abend enttäuschend, da er - zumindest für alle, die sich bereits seit längerem mit dem Zukunftsthema "Standort Eppelborn" beschäftigen - nicht viel Neues brachte.
Selbst die entscheidenden Zahlen und Statistiken, die von Herrn Lingen von der Beratungsgesellschaft Markt und Standort präsentiert wurden, waren im Grunde nicht neu. Nichtsdestotrotz aber sind sie wichtig, um auch ganz offiziell eine Basis zu haben, die man benötigt, wenn man neue Anbieter im Einzelhandel gewinnen möchte.

Der Publikumskreis, der sich vorgestern Abend die Zeit für diese Veranstaltung genommen hat, war jedoch der falsche Adressat. Zumindest für das was ihnen im big Eppel geboten wurde. Als schließlich der Eppelborner CDU-Ortsvorsitzende Klaus-Peter Schäfer, Alt-Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz und vor allem auch der Eppelborner Ortsvorsteher Berthold Schmitt begannen, die richtigen Fragen zu stellen, hätte ihnen offenbar Bürgermeisterin Müller-Closset am liebsten das Mikro aus der Hand gerissen. Dass sie die Antworten schuldig blieb überraschte nicht. Sie würgte eine Diskussion ab, in dem sie darauf verwies, der ganze Abend sei doch "nur eine Auftaktveranstaltung".

Das hätte man besser machen können. Viel besser!
Zum Beispiel hätte man die präsentierten Zahlen in einen historischen Kontext setzen können. Man hätte die Zahlen mit denen vergangener Jahre vergleichen können und zeigen, wie wichtig schnelles, zielorientiertes Handeln gerade jetzt ist. 
Die beiden folgenden Grafiken sind nur ein Beispiel, wo derzeit der Weg hingeht.
Wir Christdemokraten verfolgen sehr engmaschig seit mehr als einem Jahrzehnt die Entwicklung unserer Gemeinde auch durch eigene Datensammlungen - denn gute Politik kann man nicht nur aus dem Bauch heraus machen. Das ist mit ein Grund für unsere bislang erfolgreiche Arbeit. Und deshalb wissen wir sehr genau, wovon wir sprechen.
Unsere Kaufkraft-Vergleiche mit den Nachbargemeinden aus den Jahren 2007 und 2014 zeigen nur einen Aspekt der aktuellen Entwicklung.
So etwas gab es am Mittwoch im big Eppel nicht zu sehen. Und einiges andere auch nicht.
Doch dazu kommen wir ein anderes Mal.


Datenbasis: GfK

Datenbasis GfK

Ich bin mir sicher:
Hätte Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset Transparenz gewollt, hätte die Präsentation nicht nur ganz anders ausgesehen, sie hätte vor allem gezeigt, dass das Drängen von uns Christdemokraten gute Gründe hat! 

Weil aber nicht sein kann, was nicht sein darf, wurden fast schon peinliche Argumente ins Feld geführt, warum Eppelborn in Zukunft als Einkaufsstandort nicht mehr attraktiver werden dürfe. Der Unfug gipfelte in der Aussage, man dürfe keine Kaufkraft aus Nachbargemeinden wie Lebach zurückholen. Da hielt es auch Alt-Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz nicht auf seinem Stuhl: Die Antwort auf seine treffende Frage: "Heißt das also, dass jetzt beispielsweise kein dringend benötigter Drogeriemarkt mehr angesiedelt werden darf, weil sonst die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde nicht mehr nach Lebach fahren müssen?" blieb man im Podium weitestgehend schuldig.

Schon jetzt ist jedem, der die Dinge auch nur halbwegs interessiert verfolgt, klar:
Müller-Closset will Themen, die von der CDU forciert werden, möglichst schnell erster Klasse beerdigen. Sinnvoll wäre es nämlich, direkt nach dieser "Auftaktveranstaltung" schon in den nächsten Tagen und Wochen mit Workshops und mit einer breiten Diskussion in die Sache einzusteigen. Das ist jedoch nicht beabsichtigt.
Weitergehen soll es erst im nächsten Jahr. Das sagt alles.

Transparenz schaffen. Diskutieren. Handeln.
Wir Christdemokraten werden an unserem Kurs festhalten und nicht zulassen, dass wichtige Chancen verpasst werden. Dafür sind uns unsere Gemeinde und unsere Dörfer zu wichtig.
Wo andere verschleiern, werden wir Transparenz schaffen.
Dort wo Frau Bürgermeisterin jede Diskussion abwürgen will, werden wir die Diskussion eröffnen. Handeln ist gefragt. Nicht übermorgen, sondern jetzt!
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