Mittwoch, 7. April 2021

Gelesen: "Total verkabelt" und "Arche Noah, Touristenklasse" von Ephraim Kishon

So richtig zum entspannten und entspannenden Lesen komme ich in diesen bewegten Zeiten kaum noch - zumindest nicht was Bücher anbelangt. Neben Gesetzesvorlagen und Ausschussprotokollen gehören aktuell vor allem auch Studien rund um Corona, Fachmagazine, die täglichen Lageberichte aus dem Gesundheitsministerium und ähnliches zu meinen täglichen Lektüren. 
Umso wichtiger war es mir, wenigstens die Osterfeiertage zu nutzen, um mal wieder ein Buch zur Hand zu nehmen. Der Umstand, dass ich letztlich sogar gleich zwei aus dem Habacher Bücherbaum entliehene Bücher fertig lesen konnte, bestätigte mir, dass ich mit der Wahl des Autos richtig gelegen habe. 

"Total verkabelt" und "Arche Noah, Touristenklasse" sind zwei Bände mit Kurzgeschichten des leider 2005 verstorbenen, unvergleichlichen israelischen Satirikers Ephraim Kishon. Schon seit der Grundschule kenne ich die Geschichten des spitzzüngigen Autors, der nicht nur augenzwinkernd wie gnadenlos die Schwächen seiner Mitmenschen überzeichnet, sondern stets auch ein gehöriges Maß an Selbstironie beweist. Ein Lehrer las uns Kindern damals in Vertretungsstunden oder auch am letzten Schultag vor den Ferien begeistert und deshalb bis heute unvergesslich Kishons unter anderem Satire vom "Blaumilchkanal" oder "Kein Weg nach Oslogrolls" vor.
Und so war es kein Wunder, dass auch an diesem Wochenende die eine oder andere Geschichte ein kleines Wiedersehen bedeutete.

Es machte erneut Spaß, mich in die geschilderten Situationen hineinzuversetzen, mich mitnehmen zu lassen auf eine Reise, die mich durch das kleinbürgerliche Milieu und die Realitäten des zum Entstehungszeitpunkts teils noch recht jungen Israels führte und die trotzdem doch genauso an anderen Orten und zu anderen Zeiten gespielt haben könnte.
Insbesondere auch in "Total verkabelt" genügt es, in mancher Geschichte lediglich in Gedanken die Situation in unsere medial neu und anders geprägte Gegenwart zu überführen - und schon hat man eine treffende Satire über die Eigenheiten von Influenzern auf Instagram oder beispielsweise auch über die Hybris von Selbstdarstellern mit Journalismushintergrund. 
Es ist das Zeitlose von Kishons Satiren, das mich seit Jahren fasziniert und das mich auch beim Lesen der beiden genannten Bücher wieder in seinen Bann zog.
Ich bin mir sicher: es war nicht das letzte Mal, das ich zu den Kurzgeschichten des unvergessenen Ephraim Kishon greifen werde.


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