Donnerstag, 15. Januar 2026

Schienenfernverkehr im Saarland: Stillstand ist keine Option

Der Schienenverkehr ist für das Saarland weit mehr als eine Frage der Mobilität. Er ist ein zentraler Standortfaktor für Pendler, für Unternehmen, für Studierende und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes insgesamt. Umso alarmierender sind die aktuellen Zahlen zur Qualität und Verlässlichkeit des Schienenfernverkehrs – Zahlen, die ich zum Anlass genommen habe, erneut eine Parlamentarische Anfrage an die Landesregierung zu richten.

Deutlicher Rückgang der Pünktlichkeit in Saarbrücken

Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Qualität und Verlässlichkeit des Schienenverkehrs ist die Ankunftspünktlichkeit im Fernverkehr am Saarbrücken Hauptbahnhof seit dem Jahr 2019 deutlich gesunken: von 85 Prozent auf nur noch 73 Prozent im Jahr 2024. Das ist kein marginaler Wert, sondern ein spürbarer Qualitätsverlust für tausende Reisende – insbesondere für Berufspendler und Geschäftsreisende.

Dieser Rückgang ist kein Naturereignis, sondern Ergebnis struktureller Defizite, fehlender Priorisierung und mangelnder Interessenvertretung. Genau hier setzt meine Anfrage an: Wie bewertet die Landesregierung diese Entwicklung – und vor allem: was tut sie konkret dagegen?

Anfrage 1963 A.Theobald CDU

Fernverkehr im Saarland: dünnes Angebot, spürbare Ausfälle

Besonders problematisch ist die Situation, weil das Saarland ohnehin nur über ein sehr begrenztes Fernverkehrsangebot verfügt. Umso schwerer wiegen die dauerhaften Haltausfälle im ICE- und IC-Verkehr.

Die Bundesregierung bestätigt, dass es sowohl am Saarbrücken Hauptbahnhof als auch am Homburg (Saar) Hauptbahnhof seit 2019 täglich zu ersatzlosen Haltausfällen kommt. Was in großen Metropolregionen statistisch kaum auffällt, hat im Saarland gravierende Auswirkungen: Jeder einzelne entfallene Halt verschlechtert die Erreichbarkeit unseres Landes spürbar.

Die zentrale Frage lautet daher: Warum akzeptiert die Landesregierung diesen Zustand seit Jahren – und welche Schritte hat sie unternommen, um diese Haltausfälle zu verhindern oder zumindest zu reduzieren?

Fehlende Strategie, fehlender Druck

Mit meiner Anfrage geht es nicht um parteipolitische Polemik, sondern um eine grundsätzliche verkehrspolitische Weichenstellung. Das Saarland droht im Wettbewerb um Bundesmittel, Infrastrukturmaßnahmen und Fernverkehrsanbindungen weiter zurückzufallen.

Bis heute bleibt unklar,

  • welche konkreten Gespräche mit der Deutschen Bahn und dem Bund geführt wurden,

  • mit welchen Forderungen das Saarland aufgetreten ist,

  • und welche verkehrspolitische Gesamtstrategie die Landesregierung überhaupt verfolgt.

Besonders ernüchternd ist die Tatsache, dass nicht einmal der Hauptbahnhof unserer Landeshauptstadt als bundesweit relevanter Schienenknoten eingestuft ist. Wer das widerspruchslos hinnimmt, nimmt auch dauerhafte strukturelle Nachteile für das Saarland in Kauf.

Meine politische Intention

Als Abgeordneter der CDU-Fraktion im Saarländischen Landtag ist es meine Aufgabe, Missstände klar zu benennen und die Landesregierung zur Verantwortung zu ziehen. Mobilität ist Daseinsvorsorge. Sie entscheidet über gleichwertige Lebensverhältnisse, über wirtschaftliche Entwicklung und über die Attraktivität unseres Landes.

Mit meiner Parlamentarischen Anfrage will ich erreichen, dass

  • die Probleme nicht länger relativiert werden,

  • die Landesregierung Farbe bekennt,

  • und endlich eine aktive, selbstbewusste Interessenvertretung des Saarlandes gegenüber Bund und Deutscher Bahn stattfindet.

Das Saarland darf nicht länger am Rand stehen – weder auf der Schienenkarte noch in der Verkehrspolitik.

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