Montag, 2. März 2026

Photovoltaik auf Landesdächern: Viele Zahlen – aber kein klarer Plan

Der Ausbau der Photovoltaik ist ein zentraler Baustein für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung. Gerade die öffentliche Hand steht hier in einer besonderen Verantwortung: Das Land muss mit gutem Beispiel vorangehen.
Umso genauer habe ich mir die Antwort der Landesregierung auf meine parlamentarische Anfrage zum Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Liegenschaften des Umweltministeriums und seiner nachgeordneten Behörden angesehen.

Viel Fleiß – aber wenig Klarheit

Auf den ersten Blick wirkt die Antwort umfangreich: zahlreiche Tabellen, viele Einzelstandorte, viele Zahlen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild.

Was fehlt, sind die entscheidenden Grundlagen:

  • eine klare Gesamtzahl der vorhandenen Dachflächen

  • eine nachvollziehbare Bewertung der tatsächlich nutzbaren Flächen

  • eine erkennbare Gesamtstrategie für den weiteren Ausbau

Stattdessen finden sich in den Tabellen teilweise unklare oder schwer nachvollziehbare Flächenangaben. Teilweise fehlen Werte ganz, teilweise sind die Angaben nicht eindeutig zuzuordnen.

Keine klare Aussage zum tatsächlichen Potenzial

Besonders problematisch ist, dass die Landesregierung nicht konkret beziffert, welcher Anteil der vorhandenen Dach-, Parkplatz- und Freiflächen tatsächlich für Photovoltaik geeignet ist.
Genau diese Information wäre aber entscheidend, um den tatsächlichen Beitrag der Landesliegenschaften zur Energiewende einschätzen zu können.
Statt konkreter Zahlen gibt es lediglich pauschale Einschätzungen und allgemeine Begründungen wie „wirtschaftlich nicht rentabel“, „verschattet“ oder „denkmalschutzrechtlich problematisch“ – ohne nähere Erläuterung.

Vorbildfunktion des Landes bleibt hinter den Möglichkeiten zurück

Das Land hat eine klare Vorbildfunktion. Wer von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Unternehmen erwartet, in erneuerbare Energien zu investieren, muss selbst vorangehen. Die vorliegenden Antworten lassen jedoch nicht erkennen, dass das vorhandene Potenzial auf Landesliegenschaften systematisch erschlossen wird.
Es gibt einzelne Projekte – aber keinen erkennbaren, flächendeckenden Ausbauplan.

Deshalb hake ich parlamentarisch nach

Für mich ist klar: Wir brauchen belastbare Zahlen und eine klare Strategie.

Deshalb habe ich eine weitere parlamentarische Anfrage eingebracht. Ziel ist es,

  • die tatsächliche Gesamtfläche aller Dach-, Parkplatz- und Freiflächen exakt zu beziffern,

  • den konkret geeigneten Anteil dieser Flächen in Quadratmetern zu ermitteln,

  • und offenzulegen, welche zusätzlichen Photovoltaikleistungen das Land in den kommenden Jahren tatsächlich installieren will.

Unser Ziel: Mehr Tempo und mehr Transparenz

Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden ist kein Nischenthema, sondern ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Energiepolitik.

Wir brauchen:

  • Transparenz über vorhandene Flächen

  • einen verbindlichen Ausbauplan

  • und eine konsequente Nutzung geeigneter Dächer und Parkplätze

Nur so kann das Saarland seiner Verantwortung gerecht werden – für den Klimaschutz, für stabile Energiepreise und für eine sichere Energieversorgung.

Ich werde diesen Prozess weiterhin kritisch begleiten und mich dafür einsetzen, dass das Land seine eigenen Möglichkeiten konsequent nutzt.

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