Freitag, 26. Juni 2026

Patientendaten gestohlen: Cybersicherheit in Krankenhäusern muss endlich Chefsache in der Landespolitik werden


Daten von Patientinnen und Patienten unseres Universitätsklinikums wurden gestohlen. Namen, Geburtsdaten, Adressen – und in hunderten Fällen sogar Informationen, aus denen Rückschlüsse auf Diagnose und Behandlungsart möglich sind. Das darf uns als Politik nicht kaltlassen. Und es muss vor allem endlich die Landesregierung aufrütteln.
Denn dieser Vorfall zeigt mit aller Deutlichkeit, dass ich in den zurückliegenden Monaten und Jahren nicht ohne Grund immer wieder gemahnt und das Thema im Saarländischen Landtag adressiert habe: Cybersicherheit im Krankenhaus ist keine abstrakte IT-Frage. Es geht um hochsensible Gesundheitsdaten, um Vertrauen und um die Funktionsfähigkeit unserer medizinischen Versorgung. 

Der Angriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed hat bundesweit Kliniken betroffen – darunter auch das Universitätsklinikum des Saarlandes. Gleichzeitig wissen wir aus früheren Antworten der Landesregierung: Cyberangriffe auf saarländische Krankenhäuser sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern finden regelmäßig statt. Bisher konnten sie nach Angaben der Kliniken abgewehrt werden. Aber darauf allein darf sich ein Land nicht verlassen.
Die Digitalisierung unserer Krankenhäuser ist richtig und notwendig. Sie kann Abläufe verbessern, medizinisches Personal entlasten, Behandlungen besser vernetzen und die Versorgung moderner machen. Viele saarländische Kliniken sind hier bereits auf dem Weg: Telemedizin, digitale Patientenpfade, Patientenportale, KI-Anwendungen, digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation oder auch Projekte zur IT-Sicherheit gehören längst zur Realität.

Aber Digitalisierung hat eine zwingende Voraussetzung: Sie muss sicher sein.

Gerade der aktuelle Fall zeigt: Cybersicherheit endet nicht an der Kliniktür. Auch externe Dienstleister, Abrechnungsprozesse und gemeinsame Datenverarbeitung können zur Schwachstelle werden. Wer krank ist, muss sich darauf verlassen können, dass seine Daten geschützt werden – im Krankenhaus selbst, aber auch überall dort, wo Dienstleister im Auftrag des Krankenhauses mit diesen Daten arbeiten.

Die Landesregierung hat in ihren bisherigen Antworten auf meine parlamentarischen Anfragen vor allem auf die Eigenverantwortung der Krankenhausträger, bundesrechtliche Zuständigkeiten, das BSI, KRITIS-Vorgaben und Förderprogramme verwiesen. Sie betont außerdem, dass sie keine Fachaufsicht und keine Weisungsbefugnis gegenüber den Krankenhäusern habe.

Das mag rechtlich in Teilen zutreffen. Aber es beantwortet nicht die politische Kernfrage.

Niemand verlangt, dass das Land die IT-Abteilung jedes Krankenhauses ersetzt. Das Land soll nicht jeden Server administrieren und nicht jede Softwareentscheidung treffen.
Aber das Land muss wissen, wo Risiken liegen! 
Es muss wissen, welche externen Dienstleister für mehrere Krankenhäuser systemrelevant sind. Es muss klare Meldewege, ein Lagebild, Frühwarnstrukturen und Notfallkonzepte geben. Und es muss eine koordinierende Stelle geben, die Gesundheitsministerium, Innenministerium, Sicherheitsbehörden, Datenschutz, Krankenhäuser und Dienstleister zusammenführt.

Gerade die bisherigen Antworten der Landesregierung zeigen diese Lücke. Einerseits verweist sie auf zahlreiche Digitalisierungsprojekte in den Kliniken. Andererseits erklärt sie, zu vielen Detailfragen regelhaft keine Informationen zu haben und sieht eine zentrale Kompetenzstelle für Cybersicherheit und Digitalisierung im Gesundheitswesen bislang nicht vor.

Das ist zu wenig.

Deshalb habe ich eine neue Parlamentarische Anfrage gestellt. Ich will wissen, welche Konsequenzen die Landesregierung aus dem Unimed-Vorfall zieht. Ich will wissen, ob sie ein aktuelles Lagebild zur Cybersicherheit saarländischer Krankenhäuser hat. Ich will wissen, ob sie systemrelevante externe Dienstleister kennt. Und ich will wissen, ob sie nun bereit ist, einen landesweiten Rahmenplan, einen Frühwarn- und Meldeverbund sowie eine zentrale Kompetenzstruktur ernsthaft zu prüfen.

Andere Bundesländer zeigen, dass mehr möglich ist. Baden-Württemberg setzt auf eine strukturierte Zusammenarbeit von Krankenhäusern, Gesundheitsressort, Innenressort und Sicherheitsbehörden. Dort werden Cyberangriffe und IT-Ausfälle im Rahmen klinikübergreifender Sicherheitsstrukturen und der Krankenhausalarm- und Einsatzplanung mitgedacht. Genau solche Ansätze sollten auch im Saarland ernsthaft geprüft werden.

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, unsere Krankenhäuser an den Pranger zu stellen. Im Gegenteil: Unsere Kliniken stehen unter großem Druck. Sie kämpfen mit Fachkräftemangel, wirtschaftlichen Problemen, steigenden Anforderungen und einer immer komplexeren Versorgung. Viele Häuser treiben Digitalisierung und IT-Sicherheit bereits voran. Gerade deshalb dürfen wir sie bei der digitalen Sicherheit nicht alleinlassen.

Cybersicherheit im Krankenhaus ist Teil moderner Daseinsvorsorge. Wer Krankenhausversorgung plant und Digitalisierung fördert, muss auch die digitale Resilienz im Blick haben. Förderprogramme sind wichtig. Bundesrechtliche Vorgaben sind wichtig. Aber sie ersetzen keine landesweite Koordination.

Das Saarland braucht keine neue Bürokratie um ihrer selbst willen. Aber es braucht klare Strukturen: ein Lagebild, verlässliche Meldewege, einen Frühwarnverbund, Notfallübungen, einen Rahmenplan und eine bessere Koordination zwischen Gesundheitsministerium, Innenministerium, Sicherheitsbehörden, Krankenhäusern und externen Dienstleistern.

Kurz gesagt: Das Land muss nicht die IT-Abteilung jedes Krankenhauses ersetzen. Aber es muss wissen, wo Risiken liegen, wie Kliniken im Ernstfall handlungsfähig bleiben und wie sensible Patientendaten bestmöglich geschützt werden.

Patientendaten dürfen nicht erst dann zum Thema werden, wenn sie bereits gestohlen wurden. Cybersicherheit muss vorher beginnen.


Montag, 8. Juni 2026

Frontrunner der Stahl-Transformation dürfen nicht die Leidtragenden sein

Die saarländische Stahlindustrie steht an einem entscheidenden Punkt. Es geht nicht um irgendeine Branche. Es geht um ein Stück saarländische Identität, um tausende Arbeitsplätze, um industrielle Wertschöpfung und um die Frage, ob die Transformation unserer Wirtschaft gelingt oder ob sie an widersprüchlichen politischen Rahmenbedingungen scheitert.
Mit Power4Steel haben Dillinger und Saarstahl gemeinsam mit der ROGESA eines der bedeutendsten Dekarbonisierungsprojekte der europäischen Stahlindustrie auf den Weg gebracht. Im Saarland wurde früh entschieden, nicht abzuwarten, sondern anzupacken: Investitionen in CO₂-arme Produktion, in neue Anlagen, in Wasserstofffähigkeit und in die Zukunft des Industriestandortes. Genau diese Unternehmen gehören zu den Frontrunnern der Transformation.
Doch gerade diese Vorreiter dürfen jetzt nicht zu den Leidtragenden werden.

Hintergrund ist die aktuelle Diskussion über den europäischen Emissionshandel. Der EU-Emissionshandel ist grundsätzlich ein zentrales Instrument, um Klimaschutz marktwirtschaftlich zu organisieren. Wer CO₂ ausstößt, muss dafür Zertifikate erwerben. Dadurch soll ein wirtschaftlicher Anreiz entstehen, Emissionen zu senken und in klimafreundlichere Technologien zu investieren.
In der Theorie klingt das schlüssig. In der Praxis aber entscheidet die konkrete Ausgestaltung darüber, ob Industrieunternehmen in Europa investieren – oder ob Produktion in Länder abwandert, in denen geringere Umweltstandards gelten, Energie günstiger ist und Wettbewerbsbedingungen weniger anspruchsvoll sind.

Genau hier setzt Stephan Toscani, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, an. Er macht deutlich, dass es bei der aktuellen Debatte nicht um ein einfaches „Dafür“ oder „Dagegen“ geht, sondern um eine kluge Balance: Die EU müsse ihre Klimaziele erreichen, dürfe dabei aber ihre industrielle Basis nicht verlieren.
Stephan sagt klar: „Bei der aktuellen Diskussion um die Anpassung des CO₂-Emissionshandels in der EU geht es darum, dass die EU ihre Klimaziele erreicht und gleichzeitig verhindert, dass ihre industrielle Basis wegbricht.“

Das ist der entscheidende Punkt. Klimaschutz darf nicht zur Deindustrialisierung führen.
Wenn Stahl künftig nicht mehr im Saarland oder in Europa produziert wird, sondern unter schlechteren Bedingungen anderswo, ist weder dem Klima noch den Beschäftigten geholfen. Dann hätten wir Arbeitsplätze verloren, Wertschöpfung abgegeben und am Ende möglicherweise nicht einmal CO₂ eingespart.
Deshalb hält Stephan Toscani es für richtig, dass das System des EU-Emissionshandels grundsätzlich erhalten bleibt, zugleich aber die Belastung der Industrie nicht so stark und so schnell steigt, dass sie international nicht mehr mithalten kann. Nach seiner Auffassung muss verhindert werden, dass industrielle Produktion aus der EU in andere Weltregionen abwandert und Industriearbeitsplätze weiter verloren gehen.

Gerade für das Saarland ist diese Frage hochsensibel. Unsere Industrie steht ohnehin unter enormem Druck: hohe Energiepreise, internationale Konkurrenz, schwache Konjunktur, Unsicherheit beim Wasserstoffhochlauf und zusätzlich die gewaltigen Investitionen in die Transformation. Die saarländische Stahlindustrie hat sich auf den Weg gemacht. Sie hat nicht nur geredet, sondern gehandelt.

Und genau deshalb wäre es fatal, wenn die Regeln nun so verändert würden, dass diejenigen benachteiligt werden, die früh investiert haben.

Stephan Toscani formuliert das unmissverständlich: „Es wäre ein völlig falsches Signal, wenn ausgerechnet die Unternehmen, die früh in CO₂-Vermeidung investiert und auf das bisherige System deutlich steigender CO₂-Preise vertraut haben, am Ende schlechter dastehen als Wettbewerber, die später oder weniger ambitioniert handeln.“

Das ist mehr als ein technisches Detail der europäischen Klimapolitik. Es ist eine Frage von Fairness, Verlässlichkeit und industriepolitischer Vernunft.

Denn die saarländische Stahlindustrie hat ihre Transformationsentscheidungen nicht im luftleeren Raum getroffen. Sie hat auf politische Zielsetzungen, regulatorische Vorgaben und erwartbare CO₂-Preisentwicklungen reagiert. Wenn nun der CO₂-Preis langsamer steigt, kann das für viele energieintensive Unternehmen zunächst entlastend wirken. Aber für Unternehmen, die bereits Milliarden in CO₂-Vermeidung investieren, kann es zugleich die Wirtschaftlichkeit ihrer Transformation verschlechtern.

Genau daraus entsteht das Problem: Wer später handelt, könnte kurzfristig günstiger fahren. Wer früh investiert, könnte plötzlich schlechter dastehen. Das darf nicht passieren.

Stephan Toscani bringt es auf den Punkt: Wer investiert, modernisiert und dekarbonisiert, müsse bessere und nicht schlechtere Wettbewerbsbedingungen bekommen.
Für die CDU im Saarland ist deshalb klar: Eine Anpassung des EU-Emissionshandels darf nicht dazu führen, dass die Umstellung auf grünen Stahl erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Gerade Projekte wie Power4Steel brauchen Verlässlichkeit. Sie brauchen eine Politik, die Investitionen schützt, statt sie nachträglich zu entwerten.

Dazu gehören aus Sicht der CDU geeignete Ausgleichsmechanismen. Stephan Toscani nennt ausdrücklich kostenlose Zertifikate oder gleichwertige Instrumente. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern die Wirkung: Frontrunner der Transformation müssen geschützt werden. Unternehmen, die früh Verantwortung übernehmen, dürfen gegenüber weniger ambitionierten Wettbewerbern nicht ins Hintertreffen geraten.

Ebenso wichtig ist, dass Einnahmen aus dem Emissionshandel deutlich stärker dorthin zurückfließen, wo Transformation tatsächlich stattfindet: in die europäische Industrie, in Innovationen, in Wasserstoffinfrastruktur und in wettbewerbsfähige Energiepreise. Wer von Unternehmen verlangt, ihre Produktion in wenigen Jahren grundlegend umzubauen, muss auch dafür sorgen, dass Strom, Wasserstoff, Netze, Leitmärkte und Finanzierungsbedingungen zusammenpassen.
Der Stahl-Aktionstag am 12. Juni kommt deshalb zur richtigen Zeit. Er muss ein klares Signal senden: Das Saarland steht zu seiner Stahlindustrie. Das Saarland steht zu den Beschäftigten. Und das Saarland steht zu einer Transformation, die ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und sozial verantwortbar ist.
Die Beschäftigten in Völklingen, Dillingen, Neunkirchen und an den vielen Zulieferstandorten brauchen keine Sonntagsreden. Sie brauchen Planungssicherheit. Sie brauchen politische Verlässlichkeit. Und sie brauchen das klare Versprechen, dass sich Mut, Investitionen und Innovationsbereitschaft auszahlen.

Stephan Toscani macht deutlich, dass die CDU im Saarland genau dafür kämpfen wird – auf Landesebene, gegenüber der Bundesregierung und in Richtung Europäische Union. Die saarländische Stahlindustrie dürfe nicht zur Leidtragenden einer Veränderung der Regeln zum EU-Emissionshandel werden.

Das ist der Kern der Debatte: Ja zum Klimaschutz. Ja zur Transformation. Ja zu einem funktionierenden Emissionshandel. Aber nein zu Regeln, die ausgerechnet diejenigen bestrafen, die bereits vorangehen.

Wer grünen Stahl will, muss die Frontrunner stärken.

Wer industrielle Arbeitsplätze im Saarland erhalten will, muss für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen.

Und wer Transformation ernst meint, darf die saarländische Stahlindustrie jetzt nicht im Regen stehen lassen.

Sonntag, 7. Juni 2026

Kirschen aus dem eigenen Garten: Warum die „Große Prinzessin“ als ihrem Namen alle Ehre macht

Es gibt diese kleinen Momente im Jahr, auf die man sich jedes Mal neu freut. Für mich gehört der erste Blick in den Kirschbaum ganz sicher dazu. Wenn zwischen den grünen Blättern die ersten gelb-roten Früchte leuchten, dann ist klar: Der Sommer ist endgültig da.
In meinem Garten trägt derzeit die Sorte „Große Prinzessin“. Schon der Name klingt ein wenig nach alter Obstbaukultur – und tatsächlich passt er wunderbar zu diesen hellen, gelblich-roten Kirschen, die in der Sonne fast ein wenig golden wirken. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Stück Natur direkt vor der Haustür.
Und das Beste: Kirschen schmecken nicht nur gut. Sie sind auch richtig wertvoll für unsere Ernährung.

Kleine Frucht, viel drin

Kirschen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und sind deshalb gerade an warmen Tagen ein herrlich erfrischendes Obst. Gleichzeitig bringen sie eine ganze Reihe wertvoller Inhaltsstoffe mit. Sie enthalten unter anderem Vitamin C, das unser Immunsystem unterstützt, außerdem verschiedene B-Vitamine, die für Stoffwechsel und Nerven wichtig sind. Auch Folsäure, Kalium, Magnesium und kleinere Mengen weiterer Mineralstoffe stecken in den Früchten.

Besonders interessant sind die Pflanzenstoffe, die den Kirschen ihre Farbe geben. Bei roten und dunkelroten Sorten sind das vor allem sogenannte Anthocyane. Diese natürlichen Farbstoffe gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und werden wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften geschätzt. Einfach gesagt: Sie helfen dem Körper dabei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Die „Große Prinzessin“ ist zwar heller als viele dunkelrote Süßkirschen, aber auch sie zeigt: Obst muss nicht künstlich, exotisch oder weit gereist sein, um wertvoll zu sein. Manchmal hängt das Gute direkt am Baum im eigenen Garten.

Kirschen sind Genuss – keine Medizin

Bei aller Begeisterung sollte man trotzdem ehrlich bleiben: Kirschen sind kein Wundermittel. Sie ersetzen keine ausgewogene Ernährung, keine Bewegung und auch keinen Arztbesuch, wenn man Beschwerden hat. Aber sie sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie gesundes Essen ganz unkompliziert aussehen kann.

Eine Handvoll Kirschen frisch vom Baum ist allemal besser als viele hochverarbeitete Snacks. Sie liefern Süße, Frische, Ballaststoffe und wertvolle Pflanzenstoffe – und sie machen einfach Freude. Genau das ist für mich ein wichtiger Punkt: Gesunde Ernährung funktioniert am besten, wenn sie nicht nach Verzicht schmeckt, sondern nach Lebensqualität.

Ein Stück Heimat und Gartenkultur

Kirschen stehen für mich aber nicht nur für Vitamine. Sie stehen auch für Heimat, für Gartenkultur und für die alte Bedeutung unserer Obstbäume. In vielen Dörfern gehörten Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume früher ganz selbstverständlich zum Ortsbild. Sie waren Nahrungsquelle, Schattenspender, Lebensraum für Tiere und oft auch ein Treffpunkt für Familien.
Gerade deshalb lohnt es sich, solche Obstbäume zu erhalten und neue zu pflanzen. Sie sind mehr als Dekoration. Sie sind ein Beitrag zur Artenvielfalt, zur regionalen Ernährung und zur Bewahrung unserer Kulturlandschaft. Wer einen Obstbaum im Garten hat, weiß: Man bekommt nicht nur Früchte. Man bekommt jedes Jahr ein kleines Naturereignis geschenkt – vom Blühen im Frühjahr bis zur Ernte im Sommer.

Warum Kirschen so viele Menschen begeistern

Kirschen haben etwas Verbindendes. Fast jeder hat eine Erinnerung daran: Kirschenpflücken als Kind, rote Finger, Kerneweitspucken, ein Korb auf dem Küchentisch, Kirschkuchen am Sonntag oder ein Glas eingekochte Kirschen im Winter.
Vielleicht ist genau das ihr Geheimnis. Kirschen sind nicht kompliziert. Man muss sie nicht groß erklären. Man pflückt sie, wäscht sie, isst sie – und ist für einen Moment zufrieden. In einer Zeit, in der vieles hektisch und künstlich wirkt, ist das eine wohltuende Einfachheit.

Mein Fazit

Die „Große Prinzessin“ in meinem Garten macht ihrem Namen alle Ehre: schöne Früchte, sommerliche Farben und ein wunderbarer Geschmack. Sie erinnert mich daran, wie wertvoll unsere heimischen Obstsorten sind – für die Gesundheit, für den Garten, für die Natur und für das Lebensgefühl.

Kirschen sind vielleicht keine „Superfrucht“ im übertriebenen Werbesinn. Aber sie sind etwas Besseres: eine ehrliche, regionale, gesunde und köstliche Frucht, die uns jedes Jahr zeigt, wie reich die Natur vor der eigenen Haustür sein kann.

Und manchmal reicht dafür schon ein Blick in den Kirschbaum.