Mittwoch, 15. Januar 2014

Neujahrsempfänge und ihre Protagonisten: Unterschiede wie Tag und Nacht

"Applaus, Applaus" hieß es in Illingen.
Bürgermeister Armin König hat dieses Motto seines Neujahrsempfangs aus gutem Grund gewählt - im Mittelpunkt dieser Veranstaltung zum Jahresauftakt standen Menschen, die unseren Beifall wirklich verdient haben: Alle die, die sich engagieren. Ehrenamtlich und uneigennützig.
Im Sport, in der Kultur, in der Jugendarbeit. 
Und selbstverständlich auch bei den Hilfsorganisationen wir der Freiwilligen Feuerwehr, dem DRK, dem THW. Bei Initiativen wie der Aktion Palca oder dem Afrika-Projekt Tosunga.
Wer Armin Königs Rede nachliest (was man hier tun kann), der versteht, was den Illinger Neujahrsempfang so besonders macht..
Die Illinger besinnen sich zum Jahresauftakt auf das, was sie schon geschafft haben.

Sie zeigen sich offen für Neues und präsentieren ihre Leistungsfähigkeit.
Und sie zeigen, wo der Weg hingeht, wenn sie alle gemeinsam an einem Strang ziehen.
Ihr alerter Bürgermeister bündelte dies in einer kurzweiligen Rede, die auch dieses Mal all das streifte, was uns im vergangenen Jahr bewegte und was auch ganz aktuell beim Blick über den Tellerrand von Bedeutung ist.
Und drumherum wurde all denen, die sonst für andere da sind, wie immer eine tolle Show geboten.
So ist das in Illingen.

Auf den Saarbrücker Neujahrsempfang - der mich schon 2011 nicht wirklich begeistern konnte - wurde ich dieses Mal erst hinterher aufmerksam, nachdem in Sozialen Netzwerken wie facebook darüber diskutiert wurde.
Es scheint, dass die Oberbürgermeisterin unserer Landeshauptstadt es auch dieses Mal geschafft hat, ihren Neujahrsempfang zu einem kompletten Gegenentwurf zum Empfang unserer Nachbargemeinde llingen zu machen.
Ich will garnicht auf das eingehen, was Charlotte Britz in ihrer Rede (die nach Ansicht einiger facebook-User besser in den Kommalwahlkampf als zu einem Neujahrsempfang gepasst hätte) alles gesagt hat. Die Zusammenfassung kann man hier nachlesen - und sie am besten auch noch gerade mit den Inhalten ihrer Rede vom letzten Jahr vergleichen...
Viel entscheidender ist das, was sie wieder einmal leider nicht gesagt hat.
Kaum einmal hat sie das Engagement der vielen Vereine und Verbände und unzähliger Einzelpersonen erwähnt. Und das kleine Wörtchen "Danke", um das sich in Illingen nicht nur die Rede des Bürgermeister, sondern gleich der ganze Abend rankte, fehlte in Saarbrücken ganz.
Entsprechend groß war die Enttäuschung vieler Teilnehmer dieser Veranstaltung.
Unter anderem auch bei Mohammed Maiga, dem wirklich sehr engagierten Sprecher des Saarbrücker Integrationsbeirates, der seine Enttäuschung mit einem Post auf facebook zum Ausdruck brachte und einen Vergleich zwischen Saarlouis und Saarbrücken zog:

"Heute 11:00 Uhr, Neujahrsempfang der Kreisstadt Saarlouis. Der OB Roland Henz hat stellvertretend für die Beiräte, der Sprecher des Saarlouiser Integrationsbeirat, Patrizio Maci, persönlich begrüßt und ihn für das Engagement gedankt. Weiter hat er, als es darum ging über die Wahlen zu sprechen, die 2014 durchgeführt werden, auch die Wahlen zum Integrationsbeirat am 06.04. erwähnt. In dem Zusammenhang hat er die Wahlberechtigten aufgerufen sich massiv an der Wahl zu beteiligen. Davon hatte ich am vergangen Freitagnacht geträumt, bevor diesen Traum am gleichen Tag im Saarbrücker-E-Werk zerplatzte. Schade eigentlich für Saarbrücken. Wir kämpfen trotzdem für unsere Stadt weiter und werden uns, wie für beispielsweise die Sprachförderung im Vorschulalter, weiter einmischen und engagieren."

Last, but not least kommen wir nun zum Neujahrsempfang meiner Heimatgemeinde Eppelborn - der eigentlich, genaugenommen, gar kein so richtiger Neujahrsempfang war.
Es gab einen - vergleichsweise kurzen - Sektempfang und eine Rede der Bürgermeisterin.

Sicherlich kann sich Birgit Müller-Closset rhetorisch nicht mit einem Armin König messen. Im Gegensatz aber zu ihrer Saarbrücker Amtskollegin hat sie es nicht versäumt, zumindest ein kleines Dankeschön an die Adresse der vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden unserer Gemeinde zu richten.
Leider blieb für Gespräche, für ein Kennenlernen, für einen Austausch mit anderen Gästen nur sehr wenig Zeit, denn unmittelbar nach der Rede der Eppelborner Bürgermeisterin im Foyer des big Eppel begann im großen Saal ein klassisches Konzert des Sinfonierorchesters des Landkreises Saarlouis.



Ein tolles, hochklassiges Konzert mit einem höchst außergewöhnlichen Moderator.
Doch der Neujahrsempfang selbst war vorbei, die Gäste zerstreuten sich.
Zum Teil in den Saal. Zum großen Teil aber auch nach Hause.

Mein Eindruck war, dass sehr viele der Anwesenden eigentlich garnicht wirklich zum Neujahrsempfang sondern eher zum Konzert und zum Teil auch von außerhalb unserer Gemeindegrenzen gekommen waren. 
Viele wichtige Akteure aus unserer Gemeinde hingegen fehlten ganz.
Und so blieb vielen  - trotz einem wirklich tollen Konzert - vom Neujahrsempfang 2014 in Eppelborn leider insgesamt nur eines im Gedächtnis:
Das war nix.






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