Mittwoch, 6. Mai 2020

Upskirting und Fotografieren in den Ausschnitt sind keine Kavaliersdelikte: Diese Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung werden endlich strafbewehrt

Nadine Schön MdB begrüßt es, dass nun endlich ein Gesetzentwurf im
Bundestag diskutiert wird, der Upskirting genauso wie das heimliche
Fotografieren in den Ausschnitt unter Strafe stellen soll. (Foto: Tobias Koch)
Es ist nicht zu glauben, womit sich Politik beschäftigen muss - aber nichtsdestotrotz leider dringend notwendig: Denn wo Respektlosigkeit und Verrohung der Sitten auf die Möglichkeiten neuer Medien treffen, wird auch das Unglaubliche, uns sei es noch so widerlich, leider Gottes nicht selten alltäglich und der Gesetzgeber muss Missbrauch und Fehlverhalten einen strafbewehrten Riegel vorschieben. So ist es auch beim sogenannten Upskirting und Downblousing.
Nach einer entsprechenden Bundesratsinitiative, an der sich auch das Saarland beteiligt hat, debattiert an diesem Mittwoch nun der Deutschen Bundestag in Erster Lesung den Gesetzentwurf zur Verbesserung des Persönlichkeitsschutzes bei Bildaufnahmen.


"Seit vielen Monaten bewegt uns das Thema Upskirting genauso wie das heimliche Fotografieren in den Ausschnitt. Es ist gut, dass beide Taten nun endlich unter Strafe gestellt werden und damit den Tätern deutlich gemacht wird, dass ihr Verhalten absolut inakzeptabel ist", macht Nadine Schön, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vor der Sitzung des Bundestages noch einmal deutlich. 
"Solche Übergriffe in die Intimsphäre einer Frau sind demütigend und verletzend. Es ist traurig, aber leider notwendig, dass wir einen Straftatbestand brauchen, der sicherstellen soll, dass sich Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum frei bewegen und selbstbestimmt kleiden können“, so die Bundestagsabgeordnete aus unserer Nachbargemeinde Tholey.

Heimliches Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt seine keine Kavaliersdelikte, sie verletzten Frauen und hätten oft psychische Folgen, ergänzt Yvonne Magwas,Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Darum gehören diese Taten ins Strafgesetzbuch. Das setzen wir jetzt um. Bislang galt dies nur als Ordnungswidrigkeit. Betroffene Frauen und Mädchen mussten ihren Belästiger auffordern, Bilder und Videos zu löschen. Erst wenn er der Aufforderung nicht nachkam, konnte ein Zivilverfahren angestrebt werden. Diese Demütigung wird den Betroffenen zukünftig erspart.“