Samstag, 3. April 2021

Konsequente Kontaktnachverfolgung mit Luca- und Corona-Warn-App: Eckpfeiler des "Saarland-Modells"

Testen! Impfen! Öffnen! Auf diese kurze und eingängige Formel wird das sogenannte Saarland-Modell meist reduziert. Tatsächlich aber steckt viel mehr dahinter: Wir behalten zwar den Kurs der Pandemiebekämpfung bei, satteln die Systeme aber ganz neu und vernetzt auf.
Ziel ist es, auf der einen Seite den Menschen im Saarland eine klare Perspektive zu geben, andererseits vor allem aber auch das Virus und seine gesamte Pandemie an der Wurzel zu packen. Und genau dabei spielt eine digitalisierte Kontaktnachverfolgung durch die Luca-App, noch mehr aber auch durch eine in ihren Funktionen erweiterte Corona-Warn-App eine grundlegende Rolle. Wie aber funktionieren die beiden Apps? Was sind die Unterschiede? Und wie eng begleiten saarländische Politiker diese Entwicklung?

Gemeinsam mit meinem engagierten Kollegen Timo Mildau, dem Obmann unserer Fraktion in der Enquete-Kommission Digitalisierung im Saarländischen Landtag, begleite ich sehr eng auch das Thema Digitalisierung im Gesundheitsbereich. 
Es ist für uns beide eine Herzensangelegenheit, denn der Einsatz neuer und erprobter Technologien im Gesundheitswesen bietet ungeahnte Chancen und Möglichkeiten, die - richtig genutzt - sogar Leben retten können. Alleine darüber könnte ich abendfüllend berichten. 

Ganz aktuell aber ist unser Fokus natürlich stark auch auf die digitalen und datenschutzkonformen Möglichkeiten der Kontakterfassung und die richtigen Schnittstellen der dafür erforderlichen Applikationen zum Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖD), also den örtlichen Gesundheitsämtern, gerichtet.

Aus diesem Grund haben wir uns im Gesundheitsausschuss des Saarländischen Landtages mit diesem Thema beschäftigt und hatten Ammar Alkassar, den Innovationsbeauftragten der Landesregierung, zu Gast sowie die Landesbeauftragte für Datenschutz Monika Grethel.
Zudem war ich bereits am 8. März Teilnehmer einer Videokonferenz meiner gesundheitspolitischen Sprecherkolleginnen und -kollegen aus den anderen Bundesländern, in der wir unter anderem mit Smudo und weiteren Gästen aus dem Team der Luca-App-Macher diskutierten und uns informierten.
Auch wegen den Erweiterungen der Corona-Warn-App befinden wir uns sowohl innerhalb unserer saarländischen CDU-Landtagsfraktion als auch über die Ländergrenzen hinweg in einem engen Austausch.
Und selbstverständlich sind beide Apps auch auf meinem Smartphone installiert.

Das Saarland ist vorbereitet

Wir sind im Saarland und besonders auch im Landkreis Neunkirchen bestens auf den Einsatz dieser Apps vorbereitet. Die Anbindung von luca an bestehende Gesundheitsamtsysteme macht eine schnelle Abfrage von verifizierten Kontaktdaten im Infektionsfall möglich. Mit der Einführung des Systems SORMAS in den Gesundheitsämtern haben wir auch in unserem Bundesland die richtigen Schnittstellen geschaffen.
Auf Beschluss der Landesregierung können bereits diese Woche alle sechs saarländischen Gesundheitsämter an die „Luca-App“ angebunden werden. Darüber hinaus wird die Firma Culture4Life zügig ein digitales Testkonzept zur Verfügung stellen, damit zukünftig Testergebnisse, Impfnachweise und die Nachverfolgung der Kontakte vereint werden können.

Gleichermaßen erhält auch die Corona-Warn-App eine Funktion, die ein Meilenstein für die Anwendung sein kann. Künftig kann man in Gaststätten, Restaurants und an andern Orten oder auch bei privaten Veranstaltungen per QR-Code einchecken. Sollte ein Gast des Events wenig später positiv auf Covid-19 getestet werden, erhalten alle anderen eine Warnung von der Corona-Warn-App auf ihrem Smartphone.
Allerdings gibt es zwischen den beiden Apps einen wesentlichen Unterschied:
Bei Tracing Apps wie Luca muss man sich mit persönlichen Angaben (Name, Telefonnummer) registrieren. Die Daten der Gäste einer Veranstaltung werden dann im Fall einer Neuinfektion als mögliche Kontakte an die Gesundheitsämter übertragen. Diese übernehmen dann die Kontaktnachverfolgung. 

Weniger Daten preisgeben mit der Corona-Warn-App 2.0

Die Corona-Warn-App 2.0, (CWA) die am 16. April ausgerollt werden soll, verfolgt hingegen einen anderen Ansatz: Wer diese App nutzt, muss nicht Name, Telefonnnummer oder E-Mail-Adresse verraten. Stattdessen werden die Angaben über den eventuellen Restaurant- oder Konzertbesuch "automatisiert im Kontakttagebuch der auf dem Endgerät" gespeichert - also nur auf dem Smartphone.
Weil künftig die Nutzer die Ergebnisse ihrer Schnelltests in der CWA abspeichern können und diese so mit dem Kontakt-Tagebuch verknüpfen, werden bei einem positiven Schnelltest Kontaktpersonen schnell gewarnt und können reagieren.
Es bleibt also alles wie gehabt: Ebenso wie schon bisher bei einer Risiko-Begegnung warnt die App alles Gäste, die Gesundheitsämter bleiben außen vor - die Verantwortung jedes einzelnen Nutzers ist gefragt, sich dann entweder selbst zu testen, eines der Testzentren oder der zahlreichen Teststellen aufzusuchen. 

Ein QR-Code für alle Apps

Dieser grundlegende Unterschied ändert allerdings nichts daran, dass beide Systeme (und auch die Apps, die möglicherweise noch folgen werden) keineswegs zu Verwirrungen bei Veranstaltungen führen: Niemand muss beim Betreten von Gastronomiebetrieben, Museen oder Sportstätten mehrere QR-Codes einscannen oder darauf achten, den richtigen Code zu finden. "Der QR-Code der Corona-Warn-App wird in einer Form bereitgestellt, dass andere Apps der digitalen Kontaktlistenerfassung, wie z.B. Luca, diesen in ihren eigenen QR-Code integrieren können und somit ein Check-In beider Anwendungen mit einem QR-Code möglich ist", stellte das Bundesgesundheitsministerium bereits klar.




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