Donnerstag, 1. Oktober 2020

Besuch der Ruth-Schaumann-Schule und der Louis-Braille-Schule in Lebach

Politik nur nach Aktenlage ist nicht unser Ding: Als CDU sind wie der Meinung, dass eine gute politische Arbeit immer auch von den Eindrücken lebt, die man vor Ort und im direkten Austausch sammelt. Heute besuchte ich deshalb gemeinsam mit meinen Freunden vom Arbeitskreis Bildung der CDU-Landtagsfraktion die Ruth-Schaumann-Schule und die Louis-Braille-Schule in Lebach. An den beiden Schulen für Gehörlose und Schwerhörige sowie für Blinde und Sehbehinderte gelingt es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten mit großem Engagement und einem hohen Maß an Motivation und Empathie, die Schülerinnen und Schüler in bester Weise zu fördern. An den beiden Förderschulen werden die Stärken und Begabungen der Kinder in den Mittelpunkt gestellt und individuelle Schwächen nicht zuletzt auch durch technische Hilfsmittel soweit wie nur irgend möglich reduziert.

Begleitet von Vertretern des Ministeriums für Bildung und Kultur und unserer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Astrid Hub gelang meinen Kollegen Frank Wagner, Gabriele Hermann und mir ein tiefer Einblick in die engagierte Arbeit der Teams an den beiden Lebacher Förderschulen, die sich einen gemeinsamen Campus bzw. ein gemeinsames Umfeld mit der Nikolaus-Groß-Schule, aber auch mit dem Johannes-Kepler-Gymnasium und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium teilen.

Wichtige Gesprächsthemen mit den Schulleitungen waren neben den Angeboten der beiden Förderschulen auch die individuellen Fördermöglichkeiten für die Kinder, die an den individuellen Bedürfnissen orientierte Durchlässigkeit zwischen der Regelschule und den Förderschulen, die Vorbereitung auf den Besuch weiterführender Schulen aber auch die Kooperationen für einen gelingenden Übergang an der Schnittstelle von der Schule zum Beruf. Auch der Breitbandausbau an den beiden Schulen sowie natürlich die Ausstattung und die jeweilige bauliche Situation spielten eine wichtige Rolle in unseren Gesprächen.

Bei einem Rundgang durch die Gebäude und einem Austausch einerseits mit Lehrerinnen und Lehrern, andererseits aber auch mit Schülerinnen und Schülern konnten wir uns einen sehr guten Überblick über die Vielfältigkeit in den beiden Schulen verschaffen. Beide Schulen leisten eine hervorragende Arbeit, die wir gerne unterstützen.

Im Mittelpunkt jeder schulischen Arbeit – auch und gerade an inklusiven Schulen – steht für uns als CDU das Wohl des einzelnen Kindes, das während seiner Schullaufbahn individuelle Beschulung, Förderung, Begleitung und Unterstützung auf dem Weg zu einer möglichst selbstständigen Teilhabe an der Gesellschaft erfährt. Dazu halten wir am Prinzip der Wahlfreiheit fest: Die Eltern sollen aus den vielfältigen Angeboten wählen und über den bestmöglichen Bildungsweg für ihr Kind entscheiden können. Dies kann die Beschulung in der Regelschule sein, aber auch eine Förderschule, eine Förderklasse oder eine andere besondere Fördermaßnahme. Unser Ziel ist eine pädagogisch orientierte Wahl zwischen den Lernorten in Abhängigkeit vom Kindeswohl und dem Elternwillen. Dabei muss die Durchlässigkeit zwischen Förder- und Regelschule grundsätzlich möglich und gewährleistet sein. 



Hintergrund:

Die Ruth-Schaumann-Schule ist landesweit die einzige Förderschule für Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung und gleichzeitig Förderzentrum Hören und Kommunikation. Hier werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Hören und Kommunikation aufgenommen.
Die Schule besteht aus einer Grundschule und seiner Schule der Sekundarstufe I, die zum Hauptschulabschluss führt. Ihre Stärken sind die individuelle Förderung, kleine Lerngruppen, eine hörgeschädigtenspezifische Methodik und Didaktik, der Unterricht in Ganztagesform, eine optimale Raumakustik im gesamten Schulgebäude und eine tägliche Überprüfung der gesamten Hörtechnik auch der Schülerinnen und Schüler. 
Im Rahmen einer Frühberatung und Frühförderung werden Familien von Kindern mit einer Hörschädigung während der Kindergartenzeit bis zum Schuleintritt begleitet. Gemeinsam mit den Eltern wird überlegt und erarbeitet, wie das Kind in seiner Entwicklung im Alltag und bereits im Kindergarten unterstützt werden kann. Diese Unterstützung zieht sich dann wie ein roter Faden durch die gesamte Schulzeit der Kinder bis hin auch zu den Schnittstellen zum Regelsystem, zu weiterführenden Schulen für Kinder mit Förderbedarf oder auch zum Übergang in das Berufsleben.

Die Louis-Braille-Schule ist eine staatliche Förderschule für Blinde und Sehbehinderte mit überregionalem Förderzentrum Sehen. Im aktuellen Schuljahr 20/21 lernen hier 64 Schülerinnen und Schüler in 10 Klassen (Stand: September 2020). Zusätzlich werden 75 Kinder im Bereich der Frühberatung und 77 Schülerinnen und Schüler inklusiv an Regelsystemen unterstützt.
Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenste Abschlüsse an der Schule erreichen: Den Abschluss der Förderschule Geistige Entwicklung, den Abschluss der Förderschule Lernen und den Hauptschulabschluss. Grundsätzlich gilt, dass Schülerinnen und Schüler an der Förderschule Sehen 10 Schuljahre bis zum Hauptschulabschluss absolvieren. Wie auch an der Ruth-Schaumann-Schule erfolgt der Unterricht in Ganztagesform.
Auch hier sind Ausstattung, Gruppengröße, Methodik und Didaktik ganz auf die individuellen Bedürfnisse und Förderbedarfe der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Auf der Basis einer ausführlichen Diagnostik wird die Möglichkeit einer Kommunikationshilfe ermittelt und die jeweils beste Unterstützung ausgewählt und weiterentwickelt. Die Schule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern im Alltag vielfältige Kommunikationsangebote im Klassenverbund sowie kommunikative Einzelförderungen.






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