Donnerstag, 15. Januar 2026

Schienenfernverkehr im Saarland: Stillstand ist keine Option

Der Schienenverkehr ist für das Saarland weit mehr als eine Frage der Mobilität. Er ist ein zentraler Standortfaktor für Pendler, für Unternehmen, für Studierende und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes insgesamt. Umso alarmierender sind die aktuellen Zahlen zur Qualität und Verlässlichkeit des Schienenfernverkehrs – Zahlen, die ich zum Anlass genommen habe, erneut eine Parlamentarische Anfrage an die Landesregierung zu richten.

Deutlicher Rückgang der Pünktlichkeit in Saarbrücken

Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Qualität und Verlässlichkeit des Schienenverkehrs ist die Ankunftspünktlichkeit im Fernverkehr am Saarbrücken Hauptbahnhof seit dem Jahr 2019 deutlich gesunken: von 85 Prozent auf nur noch 73 Prozent im Jahr 2024. Das ist kein marginaler Wert, sondern ein spürbarer Qualitätsverlust für tausende Reisende – insbesondere für Berufspendler und Geschäftsreisende.

Dieser Rückgang ist kein Naturereignis, sondern Ergebnis struktureller Defizite, fehlender Priorisierung und mangelnder Interessenvertretung. Genau hier setzt meine Anfrage an: Wie bewertet die Landesregierung diese Entwicklung – und vor allem: was tut sie konkret dagegen?

Anfrage 1963 A.Theobald CDU

Fernverkehr im Saarland: dünnes Angebot, spürbare Ausfälle

Besonders problematisch ist die Situation, weil das Saarland ohnehin nur über ein sehr begrenztes Fernverkehrsangebot verfügt. Umso schwerer wiegen die dauerhaften Haltausfälle im ICE- und IC-Verkehr.

Die Bundesregierung bestätigt, dass es sowohl am Saarbrücken Hauptbahnhof als auch am Homburg (Saar) Hauptbahnhof seit 2019 täglich zu ersatzlosen Haltausfällen kommt. Was in großen Metropolregionen statistisch kaum auffällt, hat im Saarland gravierende Auswirkungen: Jeder einzelne entfallene Halt verschlechtert die Erreichbarkeit unseres Landes spürbar.

Die zentrale Frage lautet daher: Warum akzeptiert die Landesregierung diesen Zustand seit Jahren – und welche Schritte hat sie unternommen, um diese Haltausfälle zu verhindern oder zumindest zu reduzieren?

Fehlende Strategie, fehlender Druck

Mit meiner Anfrage geht es nicht um parteipolitische Polemik, sondern um eine grundsätzliche verkehrspolitische Weichenstellung. Das Saarland droht im Wettbewerb um Bundesmittel, Infrastrukturmaßnahmen und Fernverkehrsanbindungen weiter zurückzufallen.

Bis heute bleibt unklar,

  • welche konkreten Gespräche mit der Deutschen Bahn und dem Bund geführt wurden,

  • mit welchen Forderungen das Saarland aufgetreten ist,

  • und welche verkehrspolitische Gesamtstrategie die Landesregierung überhaupt verfolgt.

Besonders ernüchternd ist die Tatsache, dass nicht einmal der Hauptbahnhof unserer Landeshauptstadt als bundesweit relevanter Schienenknoten eingestuft ist. Wer das widerspruchslos hinnimmt, nimmt auch dauerhafte strukturelle Nachteile für das Saarland in Kauf.

Meine politische Intention

Als Abgeordneter der CDU-Fraktion im Saarländischen Landtag ist es meine Aufgabe, Missstände klar zu benennen und die Landesregierung zur Verantwortung zu ziehen. Mobilität ist Daseinsvorsorge. Sie entscheidet über gleichwertige Lebensverhältnisse, über wirtschaftliche Entwicklung und über die Attraktivität unseres Landes.

Mit meiner Parlamentarischen Anfrage will ich erreichen, dass

  • die Probleme nicht länger relativiert werden,

  • die Landesregierung Farbe bekennt,

  • und endlich eine aktive, selbstbewusste Interessenvertretung des Saarlandes gegenüber Bund und Deutscher Bahn stattfindet.

Das Saarland darf nicht länger am Rand stehen – weder auf der Schienenkarte noch in der Verkehrspolitik.

Sonntag, 11. Januar 2026

MERCOSUR, Saarland und Landwirtschaft: Warum eine starke Industrie und ein starker Mittelstand auch unsere Bauern stärken

Das EU-MERCOSUR-Abkommen wird derzeit emotional diskutiert – besonders in der Landwirtschaft. Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Gleichzeitig lohnt ein genauer Blick auf die Fakten und auf die Frage, was dieses Abkommen konkret für das Saarland bedeutet. Denn eines ist klar: Industriepolitik und Landwirtschaftspolitik sind keine Gegensätze – sie bedingen einander.

Das Saarland lebt vom Export – und davon profitieren auch ländliche Räume

Das Saarland gehört zu den exportorientiertesten Regionen Deutschlands. Zentrale Branchen sind:

  • die Automobilindustrie und ihre Zulieferer,

  • der Maschinen- und Anlagenbau,

  • die Stahl- und Metallverarbeitung,

  • die chemische Industrie.

Gerade diese Bereiche profitieren vom MERCOSUR-Abkommen, weil hohe Zölle – etwa auf Fahrzeuge, Maschinen oder Chemieprodukte – schrittweise abgebaut werden. Das sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Kaufkraft im Land.

Und genau hier liegt der Zusammenhang zur Landwirtschaft:
Wo Industriearbeitsplätze gesichert sind, bleibt Kaufkraft in der Region.
Das stabilisiert Kommunen, stärkt den ländlichen Raum und erhält die Nachfrage nach regional erzeugten Lebensmitteln.

Eine geschwächte Industrie würde auch die Landwirtschaft treffen – durch weniger Nachfrage, geringere Steuereinnahmen und weniger politische Handlungsspielräume.


Warum Bauern von Industriepolitik profitieren

Landwirtschaft ist auf stabile staatliche Rahmenbedingungen angewiesen:

  • stabiler Absatz und angemessene Preise,

  • Agrarförderung,

  • Ausgleichszahlungen für staatlich auferlegte Belastungen,

  • Krisenhilfen,

  • Investitionen in den ländlichen Raum.

All das wird aus einer leistungsfähigen Volkswirtschaft finanziert.
Ohne starke Industrie gäbe es keine starken Agrarhaushalte.

Das MERCOSUR-Abkommen trägt dazu bei, wirtschaftliche Stärke zu sichern – und schafft damit die Grundlage, Landwirtschaft auch künftig zu schützen und zu unterstützen.


Zahlt die Landwirtschaft den Preis? – Eine klare Antwort

Der oft gehörte Vorwurf lautet: „Die Industrie gewinnt – die Landwirtschaft zahlt den Preis.“
Diese Zuspitzung hält einer sachlichen Prüfung nicht stand.

Fakt ist:

  • Es gibt keinen Freihandel bei Rindfleisch.

  • Die Importmenge ist auf 99.000 Tonnen EU-weit begrenzt – das entspricht nur etwa 1–1,5 % der europäischen Produktion.

  • Selbst diese Menge bleibt zollpflichtig.

  • Alles darüber hinaus wird durch hohe Zölle praktisch ausgeschlossen.

  • Auch andere sensible Bereiche wie Geflügel oder Schwein sind über solche Quoten geschützt.

Zusätzlich existiert eine scharfe EU-Notbremse:

  • Bei steigenden Importen oder fallenden Preisen kann die EU Zollvergünstigungen kurzfristig aussetzen.

  • Der Markt wird laufend überwacht, Eingriffe sind frühzeitig möglich. Das heißt: Die Politik wartet nicht, bis Betriebe in Schwierigkeiten geraten – sie kann früh eingreifen.

Und entscheidend ist:
Importware muss EU-Standards erfüllen – bei Lebensmittelsicherheit, Rückständen, Tiergesundheit und verbotenen Wirkstoffen.
Billigimporte unter niedrigeren Regeln sind nicht zulässig.

👉 Die Landwirtschaft wird nicht geopfert, sondern gezielt geschützt.


Chancen auch für die Landwirtschaft

Neben dem Schutz bietet das Abkommen auch Perspektiven:

  • neue Absatzmärkte für Milchprodukte, Käse, Schweinefleisch, Wein und verarbeitete Lebensmittel, bei denen die EU besonders wettbewerbsfähig ist. Für viele Betriebe heißt das: mehr Exportchancen statt nur mehr Importdruck.

  • wachsende Nachfrage nach hochwertigen europäischen Qualitätsprodukten.

Gerade Deutschland – und auch die Betriebe im Saarland – stehen für Qualität statt Masse. Diese Stärke wird international nachgefragt.


Fazit: Verantwortungsvoll handeln statt Ängste schüren

Das EU-MERCOSUR-Abkommen ist kein Risikoexperiment, sondern ein kontrolliertes Handelsabkommen mit klaren Schutzmechanismen für die Landwirtschaft.

Für das Saarland gilt:

  • Starke Industrie sichert Arbeitsplätze und Kaufkraft.

  • Stabile Wirtschaft ermöglicht Agrarförderung und Krisenschutz.

  • Begrenzte Importmengen, Zölle, Notbremsen und Standards schützen unsere Bauern.

Wer Industrie- und Landwirtschaftspolitik gegeneinander ausspielt, schwächt am Ende beide.
Der richtige Weg ist Handel mit Regeln, Schutz für sensible Bereiche und Chancen für Qualität – im Interesse des Saarlandes und seiner bäuerlichen Familienbetriebe

Samstag, 10. Januar 2026

Ehrenbürger der Gemeinde Eppelborn – Peter Müller: Heimat. Haltung. Verantwortung.

Es gibt Ehrungen, die weit über den festlichen Moment hinausreichen. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Eppelborn an Peter Müller ist eine solche Auszeichnung.

Heute, im Rahmen des Neujahrsempfangs unserer Gemeinde, ehren wir einen Mann, der aus Bubach stammt – und der doch weit über die Grenzen unserer Heimat hinaus Verantwortung übernommen hat. Einen Politiker, Juristen und Staatsdiener, der nie vergessen hat, woher er kommt.

Peter Müller hat im vergangenen Jahr sein 70. Lebensjahr vollendet. Anlass genug, innezuhalten und auf eine außergewöhnliche Lebensleistung zu blicken. Schon früh engagierte er sich politisch, begann seinen Weg in der Jungen Union, übernahm Verantwortung als Landesvorsitzender der JU und der CDU Saar, als Fraktionsvorsitzender im Saarländischen Landtag – und schließlich als Ministerpräsident unseres Landes.

Zwölf Jahre lang führte Peter Müller das Saarland durch eine der schwierigsten Phasen seiner Geschichte. Der Strukturwandel, der Abschied vom Steinkohlebergbau, die wirtschaftliche Neuaufstellung – all das waren keine abstrakten politischen Projekte, sondern existentielle Fragen für Zehntausende Menschen.
Peter Müller hat diese Zeit geprägt durch Klarheit, Mut und ein tiefes Verantwortungsgefühl. Sein Versprechen, dass niemand im Wandel „ins Bergfreie fällt“, war mehr als ein politischer Satz – es war ein Leitmotiv seines Handelns. Und es wurde eingelöst.

Dass das Saarland unter seiner Führung mehrfach als dynamischstes Bundesland ausgezeichnet wurde und er selbst von der Stiftung Neue Soziale Marktwirtschaft wiederholt zum „Ministerpräsidenten des Jahres“ gekürt wurde, war Ausdruck dieses erfolgreichen Kurses – aber nicht sein Antrieb. Sein Maßstab waren stets die Menschen im Land.

Nach seiner Zeit als Ministerpräsident stellte Peter Müller seine juristische Kompetenz in den Dienst der gesamten Bundesrepublik: Von 2011 bis 2023 wirkte er als Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Auch dort stand er für Unabhängigkeit, Maß und Verantwortung – in einem Amt, das zu Recht als eines der höchsten unseres Staates gilt.

Heute kehrt dieser Lebensweg symbolisch an seinen Anfang zurück. Mit der Ehrenbürgerwürde sagt Eppelborn Danke. Danke für politische Führung in schwierigen Zeiten. Danke für Haltung, Verlässlichkeit und Heimatverbundenheit. Und danke dafür, dass Peter Müller stets gezeigt hat, dass große Politik und feste Wurzeln kein Widerspruch sind.

Lieber Peter Müller: Eppelborn ist stolz auf dich.

Freitag, 9. Januar 2026

„Vordenken, anpacken, besser machen“ – warum Stephan Toscanis Positionspapier genau die richtige Debatte anstößt

Stephan Toscani, Vorsitzender unserer CDU-Landtagsfraktion und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr  hat diese Woche sehr klar beschrieben, was viele Menschen im Saarland längst spüren: Der Wirtschaftsstandort steht an einem historischen Wendepunkt – vergleichbar in seiner Tragweite mit den Brüchen nach dem Ende des Steinkohlebergbaus.

Mit seinem Positionspapier „Vordenken, anpacken, besser machen – Eckpfeiler für ein neues wirtschaftspolitisches Geschäftsmodell fürs Saarland“ (Januar 2026) legt er dazu eine Diskussionsgrundlage vor – ausdrücklich nicht als fertiges Konzept, sondern als Einladung, gemeinsam zu schärfen, zu ergänzen und vor allem: zu handeln.

Ich greife das hier im EppelBlog aus zwei Perspektiven auf: als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, aber auch ganz bewusst aus meinen Sprecherrollen für Gesundheit, Verkehr/Mobilität sowie Umwelt und Klima - denn Stephan spricht mit in vielen Punkten inhaltlich und fachlich aus dem Herzen.


Zuerst die Diagnose: Das Saarland steckt nicht in einer Delle – sondern in einer strukturellen Krise

Toscani macht im Papier einen Punkt, der politisch unbequem ist, aber notwendig: Das ist keine kurzfristige Konjunkturschwäche, sondern eine strukturelle Krise – mit Folgen für Wohlstand, soziale Stabilität und politische Gestaltungskraft.

Er unterfüttert das mit harten Indikatoren, u. a.:

  • Wachstumslücke beim realen BIP seit 2010 (IHK-Berechnungen: nur rund ein Sechstel des Bundesdurchschnitts) und letzter Platz im Ländervergleich.

  • Innovationsschwäche: Patentanmeldungen im Saarland 2023 bei rund 10 je 100.000 Einwohner – gegenüber ca. 46 im Bundesschnitt.

  • Arbeitsmarkt: 2024 Schlusslicht bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung; industrieller Kern unter Druck.

Und er benennt die besondere saarländische Verwundbarkeit durch die Abhängigkeit von der Automobilindustrie und den doppelten Strukturbruch aus Technologiewandel + geopolitisch verzerrten Märkten.

Das sind keine akademischen Debatten. Das sind Fragen, die sich Menschen in Eppelborn, im Landkreis  Neunkirchen und im ganzen Saarland ganz konkret stellen: Bleiben Ausbildungs- und Arbeitsplätze? Bleiben Wertschöpfung und Kaufkraft? Bleibt Perspektive für junge Familien?


Mein Blick als umwelt- und klimaschutzpolitischer Sprecher unserer Fraktion: Transformation ja – aber als Geschäftsmodell, nicht als Dauer-Subvention

Im Papier steckt ein Ansatz, den ich ausdrücklich teile: Klimafreundliche Transformation muss gelingen – aber sie muss dauerhaft tragfähig sein.

Stephan Toscani formuliert es am Beispiel Stahl sehr deutlich: Umstellung auf „grünen Stahl“ ja – aber keine dauerhaften Betriebskostensubventionen und keine staatlichen Beteiligungen des Saarlandes als vermeintliches Ersatz-Geschäftsmodell.

Für Umwelt und Klima ist entscheidend:
Wir brauchen CO₂-Reduktion und Ressourceneffizienz, aber wir brauchen sie so, dass Unternehmen im Saarland wettbewerbsfähig bleiben – sonst verlieren wir am Ende beides: Wertschöpfung und Gestaltungskraft.

Ein besonders spannender Baustein im Papier ist für mich der Fokus auf Kreislaufwirtschaft („Circular Saar“) und die Idee, Werkstoffkompetenz, Informatik und Biotech stärker in zirkuläre Produktdesigns, Transfer und industrielle Anwendung zu bringen. Das ist Umweltpolitik im besten Sinne: nicht Verzichtsverwaltung, sondern Innovation, die Ressourcen schont und neue Märkte schafft.

Was ich als nächsten Schritt wichtig finde, was auch Stephan ausdrücklich ebenfalls betont und was noch stärker in der Debatte positioniert werden muss:

  • Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung gerade für Energie- und Infrastrukturprojekte – mit klaren Fristen, digitaler Unterstützung und praxistauglichen Regeln. (Im Papier wird der Ansatz „Genehmigungsfiktion“, Praxischeck, Digitalcheck stark gemacht.)

  • Netze, Speicher, Wasserstoff-Realismus: Die Transformation braucht ein Energiesystem, das verlässlich funktioniert – nicht nur Ziele, sondern Umsetzungsfähigkeit (Netzausbau, Anschlusskapazitäten, Flächen, Fachkräfte).


Mein Blick auf die Verkehrspolitik: Mobilität ist Standortpolitik – und Lebensqualität

Eine der greifbarsten Passagen im Papier ist die Mobilität. Toscani sagt völlig richtig: Ein attraktiver Wirtschafts- und Lebensstandort braucht Wahlmöglichkeiten und vor allem eine deutlich bessere Schienenanbindung.

Dafür gibt es zwei ganz konkrete Hebel:

  1. Nord-Süd-Perspektive ergänzend zur bisherigen Ost-West-Achse – z. B. ein ICE/EC Koblenz–Trier–Saarbrücken–Straßburg (inkl. überschaubarer Investitionen, u. a. Elektrifizierung eines Teils der französischen Strecke).

  2. Eine direkte, schnelle Bahnverbindung Saarbrücken–Luxemburg mit Fahrzeit deutlich unter zwei Stunden, bis 2030 realisierbar – wenn man es politisch will.

Und er spricht einen saarländischen Dauerpunkt an, den wir im Alltag alle erleben: zersplitterte Verkehrsstrukturen. 14 Verkehrsbetriebe – das ist teuer, kompliziert, und es belastet Kommunen. Sein Vorschlag: ein Land, ein Verkehrsverbund.

Aus meiner Sicht ist das mehr als „Verkehr“. Das ist:

  • Arbeitsmarktpolitik (Pendeln, Erreichbarkeit von Betrieben)

  • Sozialpolitik (Mobilität ohne Auto, Teilhabe im ländlichen Raum)

  • Klimapolitik (realistische Alternativen schaffen, statt nur Appelle zu formulieren)

Gerade für Orte in den ländlichen Räumen des Saarlandes - aber auch selbst für Saarbrücken gilt:
Wir brauchen nicht nur Fernverkehrsvisionen, sondern auch verlässliche Taktungen, Anschlüsse, Park&Ride, sichere Rad- und Fußwege und eine Organisation, die am Ende für die Nutzer funktioniert – nicht nur in Organigrammen.


Gesundheit ist kein Neben-Thema – sie ist ein Standortfaktor

In wirtschaftspolitischen Papieren wird „Gesundheit“ oft zu schmal gedacht. Diesen Fehler macht Stephan Toscani nicht, denn auch er hat erkannt, wie viel an ihr hängt:

  • Fachkräftebindung (Ärzte, Pflege, Therapeutinnen, Rettungsdienst)

  • Lebensqualität (entscheidend für Zuzug und Bleibewillen)

  • Produktivität (Krankenstände, Prävention, Reha)

  • Innovationschancen (Pharma, MedTech, Digitalisierung)

In seinem Positionspapier betont er ausdrücklich, dass das Saarland eine hohe Forschungsexzellenz besitzt - bis hin zur Pharmazie -  und dass Transfer/Verwertung stärker in regionale Wertschöpfung übersetzt werden muss.

Genau da liegt für mich ein Schlüssel: Wenn wir über „neues Geschäftsmodell“ sprechen, dann gehört Health/ Life Sciences als Wachstums- und Innovationsfeld mit auf die Agenda. Es ist zu Recht für uns als CDU insgesamt kein Anhängsel, sondern ein eigenständiger Schwerpunkt:

  • Gesundheitsversorgung als Infrastruktur: Wer Investitionen und Fachkräfte halten will, muss Versorgungssicherheit bieten – gerade im ländlichen Raum.

  • Digitalisierung mit Nutzen: Nicht „noch ein Portal“, sondern Prozesse, die Ärztinnen, Pflege und Verwaltung wirklich entlasten (hier passt die Stoßrichtung des Papiers zu Staatsmodernisierung und „digital first“).

  • Prävention und Arbeitsgesundheit: Eine wirtschaftliche Erneuerung funktioniert nur mit Menschen, die diesen Wandel tragen können – gesundheitlich, beruflich, familiär.


Was ich am Papier besonders wichtig finde: Es geht um Rahmenbedingungen – nicht um Bevormundung

Ein Satz aus dem Facebook-Beitrag und aus dem Papier ist für die politische Tonlage entscheidend: Politik soll Unternehmen nicht vorschreiben, wie sie zu arbeiten haben – Politik muss die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen.

Dazu gehören ganz handfeste Dinge, die Toscani anspricht:

  • Flächenplanung / Landesentwicklungsplan: Ohne verfügbare Gewerbeflächen keine Entwicklung.

  • Mittelstand stärken (u. a. Vorschlag eines „Mittelstandsfonds Saarland“, Fokus auf Nachfolge, Kapitalzugang).

  • Bürokratie runter, Wirkung rauf: Verwaltungen stärker nach Geschwindigkeit/Verlässlichkeit bewerten; Praxischecks; Digitalisierung als echter Modernisierungsschub.

Diese Linie passt zu dem, was ich in Gesprächen mit Betrieben, Handwerk, Landwirtschaft und Kommunen immer wieder höre: Nicht der Mangel an Ideen ist das Problem – sondern die Summe aus Zeitverlust, Unsicherheit und Hürden.


Mein Fazit: Genau diese Debatte brauchen wir – und wir sollten sie breit führen

Ich halte Stephan Toscanis Positionspapier für einen wichtigen Aufschlag, weil es:

  1. die Lage klar benennt, ohne sie kleinzureden,

  2. konkrete Vorschläge macht (Mobilität, Mittelstand, Transfer, Staatsmodernisierung),

  3. und weil es ausdrücklich als Diskussionsgrundlage gedacht ist – also als Einladung, Verantwortung zu bündeln.

Aus meinen Sprecherrollen heraus sage ich: Wenn wir das „neue Geschäftsmodell“ ernst meinen, dann müssen Klimatransformation, Mobilitätswende und Gesundheitsversorgung nicht nur „mitgedacht“, sondern als Standortpfeiler definiert werden.

Als CDU haben wir uns inhaltlich bereits signifikant neu aufgestellt und gehen die Herausforderungen Pro-aktiv an. Das unterscheidet uns deutlich von der SPD-Alleinregierung, die stets nur zögerlich und verspätet reagiert und immer noch darauf hofft, dass ein weißer Ritter in glänzender Rüstung erscheinen möge. Rehlinger, Barke und Co. übersehen dabei die unzähligen fleißigen Knappen: Unternehmen in Handwerk und Mittelstand, die vom Saarland aus längst über Grenzen hinaus Maßstäbe setzen.
Start-ups, Gründer und Hidden Champions, die hier vor Ort Innovation und Arbeitsplätze schaffen - und von der Bürokratie, der Zögerlichkeit und dem fehlenden Mut der Landesregierung immer wieder ausgebremst werden.

Am Ende ist die Frage nicht, ob das Saarland Veränderung erlebt – die erleben wir längst.
Die Frage ist, ob wir daraus Abstieg machen – oder Aufbruch.
Es ist die Frage eines neuen Geschäftsmodells für das Saarland, die wir als CDU gemeinsam mit Stepan Toscani beantworten wollen und werden.
Der Aufschlag dazu ist längst gemacht.

Mittwoch, 7. Januar 2026

📌 Jahresrückblick 2025 – Mein politisches und gesellschaftliches Jahr: DER JULI 2025

📅 Juli 2025 – Verantwortung einfordern, Zukunft gestalten, Haltung zeigen

Der Juli 2025 war politisch wie persönlich ein intensiver Monat. Kaum ein anderer Zeitraum im Jahr hat so deutlich gezeigt, wie breit das Spektrum politischer Arbeit ist: von Finanz-, Gesundheits- und Bildungspolitik über Sicherheits-, Umwelt- und Agrarfragen bis hin zu Kultur, Ehrenamt und kommunalem Engagement. Der Juli war geprägt von klarer Haltung, vielen Vor-Ort-Terminen und der festen Überzeugung, dass Politik Probleme benennen muss, statt sie zu beschönigen.


💰 Sanierungshilfen in Gefahr – Ein Warnsignal für das Saarland

Ein zentrales politisches Thema im Juli war die vom Bundeskabinett beschlossene Änderung des Sanierungshilfengesetzes. Gemeinsam mit unserem Fraktionsvorsitzenden Stephan Toscani habe ich deutlich gemacht, dass diese Änderung für das Saarland hochriskant ist. Zwar verschafft sie kurzfristig neue Verschuldungsspielräume – langfristig aber droht ab 2028 der Wegfall von jährlich 400 Millionen Euro Sanierungshilfen.

Diese Summe ist kein abstrakter Haushaltswert, sondern sichert Schulen, Straßen, innere Sicherheit und soziale Leistungen. Dass die SPD-Alleinregierung diese Entwicklung in Berlin nicht verhindert hat, ist ein schweres politisches Versäumnis. Der neu eingeführte Begriff des „temporären Charakters“ der Hilfen ist ein finanzpolitischer Dammbruch, der dem Saarland massiv schaden kann. Hier braucht es Klarheit, Strategie und entschlossenes Handeln – nicht Wegducken.


🏛️ Kommunen stärken – Bundesmittel müssen vollständig weitergeleitet werden

Passend dazu hat der Gemeinderat Eppelborn auf Antrag der CDU-Fraktion im Juli eine Resolution zur Stärkung der Kommunalfinanzen beschlossen. Die Forderung ist eindeutig:
👉 Das Bundes-Infrastruktursondervermögen muss vollständig und transparent an die Kommunen weitergegeben werden.

Unsere Städte und Gemeinden stehen vor enormen Investitionsbedarfen – bei Infrastruktur, Digitalisierung, Kinderbetreuung und Daseinsvorsorge. Es darf nicht sein, dass Bundesmittel im Land versickern oder politisch gesteuert werden. Die Kommunen brauchen Planungssicherheit und Vertrauen, keine Bevormundung.


🏥 Gesundheitspolitik: Apotheken, Versorgung und ein medizinischer Weckruf

Im Juli habe ich mich intensiv mit der zunehmenden Ausdünnung der Gesundheitsversorgung beschäftigt. Das Apothekensterben – etwa die bevorstehende Schließung der Apotheke in Bubach-Calmesweiler – ist ein Alarmsignal, gerade für den ländlichen Raum. Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen, besonders für ältere und chronisch kranke Menschen. Ihr Wegfall bedeutet längere Wege und reale Versorgungsrisiken.

Hinzu kamen Beiträge zur Zukunft der medizinischen Versorgung, zur Krankenhauspolitik der Landesregierung und ein deutlicher medizinischer Weckruf, der zeigte: Selbst Fachkräfte stoßen zunehmend an Belastungsgrenzen. Wer hier nicht gegensteuert, gefährdet langfristig die gesundheitliche Daseinsvorsorge.


👶 Bildungspolitik: Sprachförderung ist der Schlüssel

Die Zahlen zum steigenden Förderbedarf bei Einschulkindern waren im Juli ein weiteres Warnsignal. Fast jedes sechste Kind startet mit besonderem Förderbedarf in die Schule – häufig wegen unzureichender Deutschkenntnisse. Die ersatzlose Streichung des Programms „Früh Deutsch lernen“ durch die SPD-Regierung rächt sich jetzt.

Frühzeitige Sprachförderung ist keine Kür, sondern Pflicht. Wer Chancengleichheit ernst meint, muss im Vorschulalter ansetzen – verbindlich, systematisch und flächendeckend.


⚖️ Staat, Recht und Verwaltung: effizient, fair und bürgernah

Auch Justiz- und Verwaltungsthemen spielten im Juli eine große Rolle. Die CDU-Fraktion prüft den Vorschlag der Notarkammer, Notare stärker in das Erbscheinverfahren einzubinden, um Gerichte zu entlasten und Verfahren zu beschleunigen. Gerade in sensiblen Lebenssituationen brauchen Menschen einen funktionierenden, bürgernahen Staat.

Gleichzeitig habe ich mich mit der Digitalisierung der Kfz-Zulassungsstellen befasst. Es gibt Fortschritte – auch im Landkreis Neunkirchen –, aber noch immer fehlt es an Transparenz, fairer Terminvergabe und moderner Technik. Verwaltungsmodernisierung darf kein Schlagwort bleiben.


🛡️ Sicherheit, Bundeswehr und Resilienz

Der Juli war auch sicherheitspolitisch geprägt. Beim Jubiläum „10 Jahre Saarlandbrigade“ in Saarlouis wurde deutlich, wie eng die Bundeswehr mit unserer Region verbunden ist. Als Bundeswehr-Beauftragter und Volksbund-Landesvorsitzender war mir dieser Termin ein besonderes Anliegen.

Ebenso wichtig war der Besuch beim Landeskommando Saarland gemeinsam mit Roland Theis. In Zeiten wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen braucht es funktionierende zivile und militärische Strukturen – und politische Rückendeckung für diejenigen, die Verantwortung übernehmen.


🌍 Umwelt-, Klima- und Agrarpolitik: Praxis statt Papiertiger

Als Leiter des Arbeitskreises Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz war ich im Juli viel vor Ort:

  • bei Pyrum Innovations in Dillingen, einem internationalen Vorzeigeunternehmen der Kreislaufwirtschaft, das von der Landesregierung sträflich ignoriert wird,

  • beim Schlachthof Sternberg in Perl-Besch – ein Musterbeispiel für regionale, tiergerechte Wertschöpfung,

  • auf dem Habichtshof in Merchweiler und dem Marienhof in Gerlfangen, wo engagierte Landwirte zeigen, wie Landwirtschaft und Naturschutz zusammengehen können.

Gleichzeitig habe ich deutliche Kritik am Klimaschutzkonzept der Landesregierung geübt: zu technokratisch, zu wenig Beteiligung, zu wenig Anreize. Klimaschutz funktioniert nicht durch Bevormundung, sondern durch Mitnehmen.




🚲 Mobilität und Infrastruktur: Stillstand beenden

Der schleppende Radwegebau, die jahrelange Sperrung der L 170 und die ideologisch geführte Debatte um Bahnreaktivierungen zeigen: Das Saarland leidet unter Planungs- und Umsetzungsdefiziten. Wer Mobilitätswende ernst meint, muss priorisieren, beschleunigen und liefern – nicht ankündigen und vertagen.


🎶 Kultur, Ehrenamt und Gemeinschaft

Neben all den politischen Themen durfte auch das gesellschaftliche Leben nicht zu kurz kommen:
Der Saarland-Mittelpunkt-Lauf in Habach, die Feierabend-Klappstuhl-Konzerte, Geburtstagsglückwünsche für Marliese Weber oder der Abschied von Jens Schüller bei der Sparkasse zeigen, wie wichtig Ehrenamt, Kultur und persönlicher Einsatz für den Zusammenhalt vor Ort sind.

Umso schmerzlicher war die Nachricht vom Aus des Rocco del Schlacko-Festivals – ein kultureller Leuchtturm, der auch wegen politischer Versäumnisse verloren geht. Kultur ist kein Luxus, sondern Standortfaktor und Heimatgefühl.



📝 Mein Fazit zum Juli 2025

Der Juli 2025 hat gezeigt:

  • Das Saarland steht vor ernsten finanziellen, strukturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

  • Wegschauen hilft nicht – klare Worte und klare Konzepte sind gefragt.

  • Gute Politik entsteht im Dialog mit den Menschen, vor Ort, nicht im Elfenbeinturm.

Ich werde auch weiterhin Verantwortung einfordern, Missstände benennen und mich mit voller Kraft für unser Saarland, unsere Kommunen und die Menschen einsetzen.



Dienstag, 6. Januar 2026

📌 Jahresrückblick 2025 – Mein politisches und gesellschaftliches Jahr: DER JUNI 2025

 

📅 Juni 2025 – Zwischen Heimat, Verantwortung, Erinnerung und klarer politischer Haltung

Der Juni 2025 war ein Monat, der in besonderer Weise gezeigt hat, wie eng politische Verantwortung, gesellschaftliches Engagement, Heimatverbundenheit und aktuelle Herausforderungen miteinander verwoben sind. Von intensiven politischen Debatten über Gesundheits-, Umwelt- und Agrarthemen bis hin zu Begegnungen bei Festen, Jubiläen und Gedenkveranstaltungen: Der Juni war geprägt von Nähe zu den Menschen und klarer Haltung in der Sache.


☁️ Kerosinablässe über dem Saarland – Sorgen ernst nehmen, Transparenz schaffen

Der Monat begann mit einem Thema, das viele Menschen unmittelbar bewegt hat. Auf dem Wochenmarkt in Eppelborn wurde ich mehrfach auf mögliche Kerosinablässe durch Flugzeuge über dem Saarland angesprochen. Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger waren spürbar – und sie waren berechtigt.

Deshalb habe ich eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung gestellt. Es ging um konkrete Fragen:
Wie häufig kommt es zu solchen Ablässen?
Welche Mengen sind betroffen?
Gibt es Messungen und Bewertungen möglicher gesundheitlicher oder ökologischer Auswirkungen?

Für mich ist klar: Transparenz ist Pflicht, wenn Menschen Fragen zu Umwelt und Gesundheit haben. Wegschauen oder Abwiegeln hilft niemandem – nur nachvollziehbare Informationen schaffen Vertrauen.


🎭 Zwischen Tradition und Zeitgeist – Pfingstkirmes und Wutze-Umzug in Eppelborn

Ein zentraler gesellschaftlicher Höhepunkt im Juni war die Pfingstkirmes in Eppelborn, das größte Dorffest im Saarland. Mit zahlreichen Schaustellern, Fahrgeschäften und Begegnungen war sie erneut ein Fest für alle Generationen – und ein starkes Zeichen lebendiger Dorfgemeinschaft.

Besonders diskutiert wurde in diesem Jahr wieder der traditionelle Wutze-Umzug. Ich habe mich im Blog bewusst klar positioniert: Diese Tradition ist kein Spektakel ohne Sinn, sondern Ausdruck ländlicher Kultur, landwirtschaftlicher Prägung und gelebter Gemeinschaft. Kritik ist erlaubt – aber sie muss sachlich und fair bleiben. Pauschale Vorwürfe helfen niemandem und werden der Bedeutung solcher Traditionen nicht gerecht.


🎉 Zurück am alten Platz – Dorffest in Landsweiler-Reden

Ein sehr persönlicher Termin im Juni war für mich das Dorffest in Landsweiler-Reden. „Zurück am alten Platz“ war dabei mehr als nur ein Titel: Es war ein echtes Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, Gesprächen über Alltägliches und Politisches – genau dort, wo Politik ihren Ursprung hat: mitten im Leben der Menschen.

Solche Feste zeigen, wie wichtig Zusammenhalt, Ehrenamt und Begegnung für unsere Orte sind. Sie sind keine Nebensache, sondern Herzstück des gesellschaftlichen Lebens.



🎭 Zu Gast beim Sommerfest der EppelBooze – Ehrenamt lebt von Gemeinschaft

Ebenfalls im Juni war ich zu Gast beim Sommerfest des Karnevalsvereins „Rot-Weiß-Gold – Die EppelBooze“. Die EppelBooze stehen wie kaum ein anderer Verein für gelebtes Brauchtum, Frohsinn und ehrenamtliches Engagement in Eppelborn.

Besonders gefreut hat mich der Austausch mit dem Vorsitzenden Jörg Olliger, vor allem über die Kinder- und Jugendarbeit im Verein. Nachwuchsarbeit ist der Schlüssel dafür, dass Traditionen weiterleben. Als Zeichen der Wertschätzung habe ich dem Verein – wie es sich gehört – auch ein kleines Kuvert mitgebracht. Solche Besuche sind mir wichtig, weil sie zeigen: Politik nimmt Ehrenamt ernst.



🍏 100 Jahre Obst- und Gartenbauverein Urweiler
– Engagement für Natur und Heimat

Ein echtes Jubiläum durfte ich beim 100-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereins Urweiler feiern. Dieser Verein steht beispielhaft für das Engagement vieler Menschen, die sich seit Jahrzehnten für Natur, Kulturlandschaft, Streuobstwiesen und Gemeinschaft einsetzen.

In meinem Grußwort habe ich betont, wie wichtig diese Arbeit gerade heute ist: Artenvielfalt, Klimaanpassung und regionale Identität brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen – und genau das tun die Obst- und Gartenbauvereine Tag für Tag.


🌱 Agrarpolitik: Bürokratie abbauen, Praxis stärken

Im Juni habe ich mich auch klar zur Abschaffung der Stoffstrombilanzverordnung positioniert. Diese Regelung hat sich in der Praxis als bürokratisch, aufwendig und wenig zielführend erwiesen. Landwirtinnen und Landwirte brauchen pragmatische, wirksame und nachvollziehbare Regelungen, keine Papierberge ohne echten Mehrwert für Umwelt oder Klima.


🏥 Gesundheitspolitik: Ein medizinischer Weckruf

Mehrere Beiträge im Juni machten deutlich: Die medizinische Versorgung im Saarland steht unter Druck. Besonders eindrücklich war ein Beitrag, der als „medizinischer Weckruf“ verstanden werden muss – weil selbst Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen von Überlastung, Koordinationsproblemen und Versorgungslücken berichten.

Das darf uns nicht kaltlassen. Wenn diejenigen, die täglich Verantwortung tragen, Alarm schlagen, muss Politik zuhören und handeln – nicht beschönigen.


🏥 Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis Neunkirchen

Bei einer Veranstaltung zur Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis Neunkirchen wurde deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist: Geburtshilfe, Kinder- und Notfallversorgung, Fachkräftemangel – all das muss zusammengedacht werden.

Ich habe mich klar dafür ausgesprochen, wohnortnahe Versorgung zu sichern, sektorenübergreifend zu planen und die Menschen vor Ort mitzunehmen. Gesundheitspolitik darf nicht abstrakt bleiben – sie entscheidet über Lebensqualität.


🏥 Landesregierung agiert bei Krankenhausversorgung zu zögerlich

In diesem Zusammenhang habe ich auch die Landesregierung kritisiert: Bei der Krankenhausplanung wird zu defensiv agiert. Es fehlt eine klare Perspektive, wie Versorgung langfristig gesichert werden soll. Was wir brauchen, ist Transparenz, Verlässlichkeit und eine echte Strategie – statt kurzfristiger Reaktionen.


🧠 Psychiatrische Versorgung in Merzig – Schließung wirft große Fragen auf

Die Schließung der stationären Psychiatrie am Klinikum Merzig war ein weiteres Alarmsignal im Juni. Für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Beschäftigte bedeutet das große Unsicherheit. Ich habe im Ausschuss klare Antworten eingefordert: Wie soll die Versorgung künftig sichergestellt werden? Welche Alternativen gibt es? Wegfallen lassen ohne tragfähige Lösungen ist keine Option.


🧒 Kinderschutz: Auch Familiengerichte in die Verantwortung nehmen

Als kinderschutzpolitischer Sprecher habe ich im Juni die Petition „Kinder schützen – auch im Familiengericht!“ unterstützt. Gewalt darf nicht relativiert werden – auch nicht in gerichtlichen Verfahren. Der Schutz von Kindern muss oberste Priorität haben, in allen staatlichen Strukturen.


🎖️ Ehre, wem Ehre gebührt – Veteranentag im Landtag

Zum Ende des Monats stand der Veteranentag auf dem Programm. Er war ein Zeichen des Respekts gegenüber denjenigen, die unserem Land gedient haben. Gerade in Zeiten sicherheitspolitischer Herausforderungen ist es wichtig, Dienst, Einsatz und Verantwortung nicht zu vergessen – und sie würdig anzuerkennen.



📝 Mein Fazit zum Juni 2025

Der Juni 2025 war ein Monat,

  • in dem Sorgen ernst genommen und politische Antworten eingefordert wurden,

  • in dem Tradition, Ehrenamt und Gemeinschaft sichtbar gelebt wurden,

  • in dem Gesundheit, Kinderschutz und Erinnerungskultur im Mittelpunkt standen,

  • und in dem klar wurde: Politik ist dann glaubwürdig, wenn sie zuhört, einordnet und handelt.

Genau das bleibt mein Anspruch – im Landtag und vor Ort.

Montag, 5. Januar 2026

📌 Jahresrückblick 2025 – Mein politisches und gesellschaftliches Jahr: DER MAI 2025

 📅 Mai 2025 – Klartext, Verantwortung und konkrete politische Arbeit

Der Mai 2025 war ein Monat voller Fragen der Daseinsvorsorge, sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Weichenstellungen, sicherheitspolitischer Forderungen und persönlicher Begegnungen. Viele Themen, die ich im Jahresverlauf regelmäßig aufgegriffen habe, fanden in diesem Monat eine besonders starke Dynamik – im Saarland selbst, aber auch auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.


🛠️ Spatenstich für den Mehrgenerationenplatz „Hellberg“ – ein Ort für alle Generationen

Am 10. Mai durfte ich beim offiziellen Spatenstich für den neuen Mehrgenerationenplatz „Hellberg“ in Eppelborn dabei sein – ein Projekt, das Generationen verbindet. Auf dem Gelände eines ehemaligen Hartplatzes entsteht ein attraktiver Begegnungsort mit inklusiven Spiel- und Sport-Elementen, Bereichen für Boule, Beachvolleyball, einer Laufbahn, Weitsprunganlage und Flächen für ein breites Miteinander aller Altersgruppen. Fördermittel kommen aus Landes-, EU- und kommunalen Mitteln. Dieses Projekt steht für ein Lebensgefühl der Gemeinschaft vor Ort, für Inklusion und für Beteiligung aller Altersgruppen an unserer Ortsentwicklung – und damit für gelebte Kommunalpolitik, die bewegt. eppelblog.blogspot.com




📢 Klartext im Landtag – was gute Arbeit wirklich braucht

Im Mai-Plenum habe ich im saarländischen Landtag ganz bewusst Klartext zur Arbeitswelt und Wirtschaftspolitik gesprochen. Anlass war ein Antrag der SPD, der unter dem Titel „Für gute Arbeit und einen starken sozialen Staat“ stand – inhaltlich aber zu wenig Substanz für echte Verbesserungen bot. In meiner Rede habe ich kritisiert, dass wichtige Felder wie Weiterbildung, lebenslanges Lernen und Teilhabe älterer Beschäftigter im Antrag fehlen, obwohl sie wesentliche Bausteine einer modernen Arbeitswelt sind. Außerdem darf Politik nicht durch Überregulierung die wirtschaftliche Dynamik abwürgen, die wir für nachhaltigen Wohlstand brauchen. eppelblog.blogspot.com


🇪🇺 Für das Saarland auf dem Weg nach Brüssel – Wirtschaft und Industriepolitik im Fokus

Gemeinsam mit dem Vorstand unserer CDU-Landtagsfraktion war ich zu politischen Gesprächen in Brüssel, um eine starke Vertretung saarländischer Interessen auf europäischer Ebene sicherzustellen – vor allem in den Bereichen Wirtschaft, Industrie und Strukturwandel. Gerade für ein industriell geprägtes Bundesland wie unseres ist es entscheidend, nicht nur in Saarbrücken, sondern auch in Berlin und Brüssel gehört zu werden – etwa bei Themen wie Energie, Technologieoffenheit, Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit. Die wirtschaftliche Zukunft des Saarlandes hängt davon ab, dass wir Frühsignale aus Europa nutzen und mitgestalten. eppelblog.blogspot.com


🚨 Sicherheitslage am Bahnhof Ottweiler – Barrierefreiheit ist kein Bonus, sondern Pflicht

Ein weiterer zentraler Tag im Mai war der Austausch zum Bahnhof Ottweiler, wo die Barrierefreiheit weiterhin unzureichend ist. Die bestehende Technik bei den Bahnsteigen verhindert eine zuverlässige Einstiegshilfe, Aufzüge sind nicht in Betrieb, und eine echte barrierefreie Nutzung ist noch immer nicht gewährleistet. Das ist für mich nicht akzeptabel: Mobilität muss für alle Menschen gleichberechtigt möglich sein, unabhängig von Alter oder körperlichen Voraussetzungen. Darauf habe ich im zuständigen Landtagsausschuss gedrängt, damit schnellere, belastbare und langfristige Lösungen auf den Weg kommen. eppelblog.blogspot.com


🧭 Wenn jede Sekunde zählt – Polizeiortung per GPS sofort umsetzen

In Sachen öffentliche Sicherheit habe ich Anfang Mai gemeinsam mit meiner innenpolitischen Kollegin die sofortige Nutzung moderner GPS-Ortung für Polizeinotrufe gefordert. Seit 2020 existiert diese technische Möglichkeit schon im Rettungsdienst – im Polizeinotruf jedoch wird sie bislang nicht genutzt, was in echten Notfällen lebenswichtige Sekunden kostet. Die Landesregierung muss endlich einen Gesetzentwurf zur Änderung des Polizeigesetzes vorlegen und damit Leben schützen – nicht irgendwann, sondern sofort. eppelblog.blogspot.com


🩺 Geburtshilfe im Saarland stärken – Bessere Versorgung und Unterstützung für Hebammen

Ein weiteres gesundheitspolitisches Thema im Mai war die Stärkung der Geburtshilfe im Saarland. Die Versorgungslage ist angespannt, Hebammen stehen unter erheblichem Druck, und Frauen wie Familien brauchen verlässliche, wohnortnahe Angebote. Ich habe im Blog dazu aufgerufen, nicht nur über Probleme zu sprechen, sondern konkrete Verbesserungen zu ermöglichen, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen und strategische Planungen für die Versorgung – für eine gesicherte und würdige Geburtshilfe vor Ort. eppelblog.blogspot.com


🧒 Kinderschutz – wir schauen nicht weg

Der Mai endete mit einem Thema, das mich als kinderschutzpolitischer Sprecher besonders beschäftigt: Die alarmierenden Zahlen zur Kindeswohlgefährdung im Saarland. Über 3.200 Fälle wurden 2023 registriert, so viele wie nie zuvor, und die Landesregierung scheint strukturelle Defizite nicht angemessen adressieren zu können. Gemeinsam mit meiner Fraktion fordere ich einen konsequenten Ausbau von Schutzplätzen, eine Fachkräfte-Offensive für Jugendämter und transparente Berichte zum Kinderschutz, statt weiter wegzuschauen. eppelblog.blogspot.com


🧠 Crack-Konsum explodiert – Realität statt Schönrederei

Ein besonders besorgniserregender Beitrag im Mai war die Analyse des dramatischen Anstiegs des Crack-Konsums im Saarland, der sich verfünffacht hat. Über 600 Konsumvorgänge wurden monatlich gemeldet, die Hilfsangebote sind personell überfordert, und die Landesregierung hat bisher keinen wirksamen Plan vorgelegt. Stattdessen braucht es endlich realitätsnahe Analysen, ausreichend Ressourcen für Drogenhilfe und eine politische Antwort, die schützt statt relativiert. eppelblog.blogspot.com



🧠 Stationäre Psychiatrie in Merzig vor dem Aus – CDU fordert Perspektivplan

Ein weiteres gesundheitspolitisches Alarmsignal war die bevorstehende Schließung der stationären psychiatrischen Versorgung in Merzig. Zusammen mit meinen Fraktionskollegen habe ich einen Notfall- und Perspektivplan gefordert, denn gemeindenahe Versorgung ist keine Option, sondern Pflicht – insbesondere für vulnerable Gruppen. Spät zu reagieren ist zu wenig, vorausschauende Gesundheitspolitik ist jetzt gefragt. eppelblog.blogspot.com


📚 Gegen das Vergessen – Schülerinnen und Schüler gestalten Erinnerungskultur

Ein ebenso starkes Zeichen setzten junge Menschen im Mai: Schülerinnen und Schüler engagierten sich aktiv gegen das Vergessen der NS-Verbrechen. In einem gemeinsamen Projekt haben sie gelernt, recherchiert und ausgestellt – als Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur. Solche Initiativen zeigen, dass Erinnerung nicht aus Büchern, sondern durch Beteiligung, Auseinandersetzung und Dialog gelebt wird.



👨‍⚕️ Kinderärztliche Versorgung im Saarland unter Druck

Auch der Gesundheitsteil der Versorgung von Familien geriet im Mai in den Fokus: Trotz formal vorhandener Praxen ist die wirkliche Kinderarztversorgung im Landkreis Neunkirchen und im Saarland insgesamt unzureichend. Lange Wartezeiten und Überforderung vor Ort zeigen, dass die Landesregierung die Lebenswirklichkeit von Familien nicht ernst genug nimmt, und wir als CDU-Fraktion schlagen ein Sofortprogramm vor, um Versorgungslücken zu schließen. eppelblog.blogspot.com


🕯️ Zwischen Erinnerung und Verantwortung – Volksbund-Team besucht Dillinger Hütte

Ein eindrucksvoller Termin im Mai war auch der Besuch unseres Volksbund-Teams bei der Dillinger Hütte, einer historisch bedeutsamen Stätte, an der sich unter anderem Erinnerung, Industriegeschichte und Verantwortung treffen. Das Engagement des Volksbundes, Erinnerungskultur mit konkreter Bildungsarbeit zu verbinden – auch an Orten der Industriegeschichte – ist mir ein wichtiges Anliegen.
Die Zukunft des saarländischen Stahls betrifft nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Identität, Tradition und Zukunftschancen. Dieser Ort machte deutlich: Erinnerung und Verantwortungsbewusstsein gehören zusammen – in der Politik und in der Gesellschaft.



🤝 Ein besonderer Moment für Merchweiler – Demokratie vor Ort erleben

Politik ist mehr als Debatte – sie ist gelebte Gemeinschaft. Beim Bürgermeisterwechsel in Merchweiler durfte ich ein Grußwort halten und den langjährigen Amtsinhaber würdigen, bevor der neue Bürgermeister sein Amt antrat. Solche Momente zeigen, wie Demokratie und Verantwortung vor Ort funktionieren – mit Respekt, Einsatz und Blick für die Menschen. eppelblog.blogspot.com



📝 Mein Fazit zum Mai 2025

Der Mai 2025 war ein Monat klarer Herausforderungen, konstruktiver Kritik und politischer Verantwortung:

  • Kommunale Projekte für Zusammenhalt stärken – wie der Mehrgenerationenplatz. 

  • Sozial-, Arbeits- und Wirtschaftspolitik brauchen echte Antworten statt Schlagworte.

  • Sicherheit, Gesundheit, Kinderschutz und Drogenpolitik müssen konkret und wirksam adressiert werden. 

  • Gespräche auf europäischer Ebene sind kein Fremdwort mehr – sie sind notwendig für eine Zukunft unseres Landes. 

Ich gehe aus diesem Monat mit der Überzeugung, dass wir politische Herausforderungen nur meistern, wenn wir ehrlich hinschauen, klar benennen und Mut zum Handeln beweisen.